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Egal ob Schimmel, Fuchs oder Rappe, jedes Pferd muss geputzt werden und das am besten regelmäßig. Bei der großen Auswahl an Bürsten und Pflegeprodukten fragt man sich als Pferdebesitzer heute allerdings immer öfters: “Brauche ich das jetzt wirklich für mein Pferd?” Oftmals ist die Antwort schlichtweg “Nein.”. Auf die meisten Produkte kannst du getrost verzichten, denn das Trio aus Striegel, Wurzelbürste und Kardätsche ist auch heutzutage noch unschlagbar.

Es gibt allerdings ein paar Punkte, die du bei der täglichen Fellpflege deines Pferdes beachten solltest: So musst du im Frühling und Herbst zum Beispiel den Fellwechsel bedenken und solltest dein Pferd im Sommer so gut es geht vor nervigen Mücken und Fliegen schützen.

Worauf es bei der richtigen Fellpflege deines Pferdes noch ankommt, welche Bürsten auf jeden Fall in deinen Putzkasten gehören und welches Produkt bei Hautirritationen wie dem Sommerekzem tatsächlich hilft, erfährst du in diesem Beitrag. Außerdem gibt es ein paar praktische Tipps, wie du das Fell deines Pferdes ganz natürlich zum Glänzen bekommst – ganz ohne Glanzshampoo oder Mähnenspray!

Wurzelbürste, Kardätsche und Co.: So pflegst du das Fell deines Pferdes richtig!

Warum Pferdepflege so wichtig ist und worauf dabei zu achten ist

An dem Fell deines Pferdes kannst du nicht nur erkennen, ob es auf der Koppel geschwitzt und sich ausgiebig im Matsch gewälzt hat, sondern auch, ob es gesund ist. Wenn das Fell glänzt und die Haut darunter nicht trocken oder gereizt ist, geht es deinem Tier gut. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig das Fell regelmäßig und richtig zu pflegen. Allerdings geht es bei der Fellpflege um mehr als Gesundheit und Sauberkeit – immerhin ist es die beste Gelegenheit, um Verletzungen und andere Auffälligkeiten im Fell oder auf der Haut zu bemerken.

Zudem empfindet dein Pferd das Putzen, ähnlich wie das Kraulen in der Herde, als beruhigende Massage. Neben einem entspannten Pferd führen die Berührungen bei der Fellpflege zudem zu einer festen Bindung zwischen dir und deinem Tier. Mit der richtigen Fellpflege tust du deinem Vierbeiner also nicht nur körperlich, sondern gleichzeitig auch seelisch etwas Gutes!

Die Grundregeln der Fellpflege

Das Striegeln und Bürsten

Beim Putzen deines Pferdes solltest du darauf achten, immer in Fellrichtung zu bürsten. Zuallererst nimmst du dafür den Striegel in die Hand und bürstest in kreisenden Bewegungen vom Genick abwärts über die Schulter und den Rest des Körpers. Dadurch wird der grobe Dreck im Fell aufgelockert und beseitigt.

Da der Striegel relativ hart ist, solltest du alle Stellen aussparen, die nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt sind. Dazu gehören zum Beispiel die Beine, Oberschenkel, das Gesicht und der Genitalbereich. Feinen Staub kannst du anschließend auch an diesen empfindlichen Stellen ganz einfach mit der weichen Kardätsche wegbürsten – dabei startest du auch wieder am Hals deines Pferdes und streichst in fließenden Bewegungen mit dem Strich über das Fell.

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Abspritzen: Abkühlung und Putzen im Sommer

Im Sommer kannst du dein Pferd zudem mit dem Wasserschlauch abspritzen, insbesondere wenn es stark geschwitzt hat. Außerdem sorgt so eine Wasserdusche bei deinem Pferd an heißen Tagen für eine angenehme Abkühlen. Dabei ist es wichtig, dass der Putzplatz nicht zugig und das Wasser nicht kalt, sondern lauwarm ist. Außerdem solltest du mit dem Abspritzen immer an der Körperstelle beginnen, die am weitesten vom Herzen entfernt ist. Am besten startest du hinten rechts und arbeitest dich dann mit dem Wasserschlauch über die linke Hinterseite deines Pferdes zur rechten und schließlich zur linken Vorderseite vor.

Du musst dafür übrigens kein Shampoo verwenden: Wasser ist in den meisten Fällen völlig ausreichend. Falls du das Fell trotzdem gerne shampoonieren möchtest, weil dein Pferd stark geschwitzt hat oder sehr dreckig ist, achte darauf, dass du ph-neutrales Shampoo verwendest, um die empfindliche Haut deines Tieres nicht zu reizen. Viele Pferdebesitzer greifen dabei auf ein ph-neutrales Babyshampoo aus dem Drogeriemarkt zurück.

Hierbei solltest du daran denken, dass sich der pH-Wert beim Pferd von dem eines Menschen unterscheidet. Deshalb ist es viel besser, wenn du dir ein spezielles Shampoo für Pferde besorgst wie das Ichtho Vet Shampoo der Firma Heel. Dieses Shampoo eignet sich besonders gut für dein Pferd, wenn es zu schuppiger Haut oder Ekzemen neigt, da es Schmutz, Schuppen und Krusten schonend entfernt. Zudem hat es eine pflegende Wirkung und mindert Juckreiz.

Zum Trocknen kannst du anschließend entweder ein Schweißmesser verwenden oder das Fell mit einem Handtuch oder sauberem Stroh abreiben.

Mähne und Schweif kämmen

Bevor bei der Mähne und dem Schweif deine Wurzelbürste zum Einsatz kommt, kannst du feststeckende Äste, Gras oder Heu zunächst mit der Hand entfernen und die einzelnen Strähnen dabei schon ein wenig entwirren. Mit der Wurzelbürste kämmst du anschließend vorsichtig durch die gesamte Länge des Schweifs, um Knoten und Dreck zu entfernen. Falls die Haare am Schweif stark verknotet sind, kannst du auch ab und zu ein Pflegespray zum leichteren Entwirren der Strähnen verwenden.

Es ist wichtig, dass du versuchst dabei keine Haare auszureißen. Der Schweif hilft deinem Pferd nicht nur bei der Fliegenabwehr, sondern ist gleichzeitig Heizung und Hilfsmittel zur Kommunikation – je mehr Haare im Schweif vorhanden sind, desto besser!

Bei einer kurzen Mähne reicht das Bürsten mit der Wurzelbürste meist völlig aus. Anschließend hilft ein Mähnenkamm bei langen Haaren und dem Schweif, um auch die feinsten Staubkörner und hartnäckigsten Knoten vorsichtig aus den Haaren zu bürsten. Außerdem bringt der Kamm die Haare so wieder zum Glänzen. Für ganz besonders hartnäckigen Dreck, wie beispielsweise Lehm oder Schlamm, können die Haare in Schweif und Mähne zum Beispiel auch mit dem Shampoo von Ichtho Vet gewaschen werden.

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Nüstern und Augen reinigen

Das Putzen deines Pferdes bezieht sich natürlich nicht nur ausschließlich auf die Fellpflege, auch die Nüstern und Augen müssen regelmäßig von Schmutz befreit werden. Am besten benutzt du dafür einen feuchten Lappen oder einen Schwamm. Es ist wichtig, dass du dabei sehr vorsichtig und sanft vorgehst. Da Augen und Nüstern zu den empfindlichsten Stellen am Pferdekörper gehören, verzichtest du am besten komplett auf Seife oder Shampoo.

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Alternativ kannst du aber auch feuchte Babytücher verwenden. Achte beim Kauf allerdings darauf, dass diese unparfümiert sind und keine Zusätze haben. Um Feuchttücher, die du zum Beispiel zur Make-up-Entfernung verwendest, solltest du hingegen einen großen Bogen machen – diese sie sind zu aggressiv für dein Pferd!

Neben den Augen und Nüstern empfiehlt es sich auch regelmäßig die Ohren deines Pferdes zu kontrollieren. Die Außenseite der Ohren kannst du mit einer weichen Bürste vorsichtig abputzen, bei hartnäckigen Verschmutzungen hilft auch hier ein feuchtes Tuch. Das Innere des Pferdeohrs reinigt sich im Normalfall alleine. Falls du übermäßigen Dreck in der Ohrmuschel feststellst, wende dich am besten gleich an deinen Tierarzt und greife auf keinen Fall zu Wattestäbchen!

Intimpflege bei Wallachen, Hengsten und Stuten

Die Reinigung der pferdischen Geschlechtsteile ist nicht bei jedem Putzen nötig. Gerade bei Wallachen und Hengsten gilt: Zu viel Intimpflege schadet dem natürlichen Hautmilieu. Die abgestorbenen Hautzellen, Urin- und Spermareste, die sich als Smegma am Schlauch ablagern, sehen zwar manchmal nicht schön aus, stören dein Pferd allerdings nicht wirklich und verschwinden meistens von selbst. Bei Hengsten passiert das regelmäßig, sobald sie erigieren. Bei Wallachen reicht es aus, wenn du den Schlauch ab und zu mit Wasser und speziellem Reinigungsmittel säuberst. Sobald dein Pferd ausgeschachtet hat, ziehst du dir am besten einen Handschuh über und reinigst den Schlauch ganz sanft mit deiner Hand.

Bei den Stuten ist die Intimpflege um einiges einfacher: Lege dir ein feuchtes Tuch oder einen Schwamm zurecht und achte dabei darauf, dass das Wasser nicht zu kalt, sondern lauwarm ist. Wenn du die Schweifrübe sanft zur Seite schiebst, kannst du vorsichtig über Scheide und After putzen. Auf dieselbe Weise reinigst du natürlich auch den After bei Wallachen und Hengsten.

Die Brustwarzen werden bei Stuten oft durch Schlamm oder Einstreu verdreckt. Hier hilft ebenfalls ein Schwamm mit lauwarmem Wasser oder ein feuchtes Babytuch aus dem Drogeriemarkt. Eine Intimreinigung ist nicht täglich nötig, außer in der Rosse, wenn deine Stute viel zwischen den Hinterbeinen schwitzt. Dann ist es wichtig, dass du den Intimbereich regelmäßig abwischst und auch die Brustwarzen täglich säuberst und auf Ablagerungen kontrollierst.

Wichtig bei der Intimpflege deines Pferdes ist, dass du für die Geschlechtsteile und den After einen separaten Schwamm benutzt, den du nicht zum Putzen von anderen Körperteilen wie den Augen, Nüstern oder den Brustwarzen bei Stuten verwendest. Um zu verhindern, dass die Bakterien auf den Schwämmen und Tüchern ein Eigenleben entwickeln, solltest du sie nach dem Putzen mit heißem Wasser reinigen und regelmäßig austauschen.

Nicht vergessen: die Hufe!

Auf den Putzplan für dein Pferd gehört natürlich nicht nur der Kopf, das Fell und der Intimbereich, sondern auch die Hufe. Gerade weil dein Pferd ein Lauftier ist, sind saubere und gesunde Hufe wirklich wichtig. Deswegen solltest du die Hufe täglich kontrollieren und auskratzen. Bei tief sitzendem Dreck nimmst du eine große Bürste zur Hand und wäschst die Hufe mit etwas Wasser aus.

Lesetipp: Alles, was du über Hufe und die richtige Hufpflege beim Pferd wissen musst, erfährst du in diesem Beitrag!

Hufpflege Pferd
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Dein Putzkasten: Was brauchst du wirklich?

Bevor du den Putzkasten für dein Pferd überhaupt füllen kannst, musst du dich erst einmal durch das breite Putzkasten-Angebot wühlen. Putzboxen gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Materialien, Formen und Farben. Neben deinen persönlichen Vorlieben solltest du beim Kauf außerdem darauf achten, dass der Kasten leicht, aber trotzdem stabil ist. Zudem ist ein gut strukturierter Innenraum vorteilhaft, damit du die verschiedenen Putzutensilien sofort zur Hand hast, wenn du sie brauchst und nicht erst minutenlang deine Putzbox durchforsten musst.

Hier zwei Tipps für gute Putzkästen:
Putzbox Siena von Kerbl mit herausnehmbaren Einsatz*
Putzbox One for All von PFIFF*, die du sogar als Sitzhocker oder als Aufsteig-Hilfe benutzen kannst!

Für den groben Dreck

Für die Grundreinigung, die dein Pferd vom groben Dreck befreit, brauchst du im Prinzip nur zwei Dinge: einen Striegel und eine Wurzelbürste. Striegel gibt es aus Plastik, Gummi und Metall. Besonders Gummistriegel sind nicht nur sehr effektiv, um tief sitzenden Schmutz wie zum Beispiel angetrockneten Schlamm zu lösen und an die Oberfläche zu befördern, sondern haben nebenbei eine Massagewirkung, die dein Pferd entspannt und gleichzeitig die Durchblutung sowie den Lymphfluss anregt. Striegel aus Metall sind natürlich stabiler, allerdings auch sehr hart, was gerade bei empfindlicher Pferdehaut zu Problemen führen kann. Für das Ausbürsten des Winterfells beim Fellwechsel ist ein Zackenstriegel unersetzlich.

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Neben dem Striegel gehört die Wurzelbürste zur absoluten Grundausstattung. Die ebenfalls sehr harte Bürste ist perfekt dafür geeignet, um grobe Verschmutzungen zu entfernen und verklebte Haare zu lockern. Du solltest allerdings weder Wurzelbürste noch Striegel an empfindlichen Körperteilen wie zum Beispiel den Beinen oder dem Kopf verwenden.

Für den Feinschliff

Nachdem du dein Pferd gestriegelt oder mit einer Wurzelbürste gebürstet hast, kommt deine Kardätsche zum Einsatz mit der du die letzten Schmutzreste aus dem Fell kämmst. Da die Borsten der Kardätsche sehr weich sind, eignet sie sich außerdem perfekt, um die sensibleren Stellen wie das Gesicht, die Beine und Gelenke deines Pferdes zu bürsten. Für einen glänzenden Abschluss deiner Putzroutine besorgst du dir einen Handschuh aus Lammfell, mit dem du noch einmal über das gesamte Fell streichen kannst. Dieser entfernt selbst die kleinsten Staubreste und bringt das Fell deines Pferdes so richtig zum Glänzen.

Putzen wie ein Profi!

Am besten nimmst du gleich den Striegel und die Kardätsche in deine Hände und erledigst alles in einem Rutsch. Nimm dazu den Striegel zum Beispiel in die rechte Hand und die Kardätsche in die linke, streiche mit dem Striegel über besonders dreckige Stellen und nutze anschließend direkt die Kardätsche. Die Kardätsche kannst du nach jedem Streichen übrigens mithilfe des Striegels ebenfalls sauber machen. Streiche die Kardätsche dafür einfach über den Striegel drüber. Während du den Striegel ebenfalls säubern kannst, indem du ihn vorsichtig gegen den Boden oder die Wand schlägst – so werden die Dreckpartikel aus dem Striegel geschleudert.

Inventar deiner Putzbox

Um dein Pferd von Kopf bis Huf richtig zu putzen, sollten die folgenden Dinge in deinem Putzkasten nicht fehlen:

• Striegel: Entweder aus Gummi*, Plastik* oder Metall*. Für den Fellwechsel gehört noch ein Zackenstriegel* in deinen Putzkasten.
• Kardätsche: Am besten besorgst du dir eine Kardätsche* mit verstellbarem oder elastischem Griff und weichen Naturhaarborsten.
Wurzelbürste*: Damit du perfekt ausgestattet bist, gehört eine Wurzelbürste mit weichen Borsten und eine mit harten Borsten in deine Putzbox.
Hufkratzer*: Am besten eignet sich ein Hufkratzer mit Bürste.
Mähnenkamm*
Schwamm*
Schweißmesser*
kleines Handtuch*
kleine feine Bürste*

Das ganze Jahr richtig gepflegt

Die vier Jahreszeiten der Fellpflege

Die verschiedenen Jahreszeiten bringen nicht nur unterschiedliche Temperaturen und Gegebenheiten für dein Pferd mit sich, sondern verändern auch das Fell und die Ansprüche in puncto Putzen und Fellpflege.

Fellpflege im Frühling

Bevor der Frühling richtig beginnt, bereitet sich dein Pferd mit dem Fellwechsel schon auf die wärmeren Temperaturen vor. Das dicke Winterfell wird abgeworfen, damit ein komplett neues Fellkleid wachsen kann. Du merkst das vor allem an den dicken Haarbüscheln, die du beim Putzen auf der Bürste hast. Da die abgestorbenen Haare auf der Haut jucken und für dein Pferd unangenehm sind, solltest du darauf achten das Fell während des Fellwechsels besonders gründlich zu bürsten.

Reguläre Bürsten oder Striegel sind vor allem bei Pferden mit Teddyfell schnell überfordert. Mithilfe eines Zackenstriegels oder einer speziellen Fellwechsel-Bürste, wie zum Beispiel von Fellschön, bekommst du die ausgehenden Fellmengen schnell unter Kontrolle.

Der Fellwechsel ist allerdings mehr als nur eine haarige Angelegenheit und mit einem hart arbeitenden Stoffwechsel deines Pferdes verbunden. Damit das Sommerfell wachsen kann, braucht dein Pferd jede Menge Eiweiß. Solange dein Pferd jung und gesund ist, stellt das normalerweise kein Problem dar. Bei älteren oder immunschwachen Pferden empfiehlt es sich während des Fellwechsels die Futterdosis etwas zu erhöhen, um den vermehrten Eiweißbedarf zu decken. Zudem können auch biologische Arzneimittel gute Dienste leisten, sollte dein Pferd während des Fellwechsels anfällig sein.

Damit das neue Fell auch mit einem gesunden Glanz wächst, kannst du außerdem noch Mineralfutter zufüttern. Zur Stärkung des Immunsystems vor und während des Fellwechsels haben sich Öle wie zum Beispiel Leinöl oder Schwarzkümmelöl sowie verschiedene Kräutermischungen bewährt. Halte dich bei allen Futterzusätzen unbedingt an die Herstellerempfehlungen und achte darauf, dass die Zutaten qualitativ hochwertig sind.

Fellpflege im Sommer

Im Sommer geht es bei der Fellpflege nicht nur darum, Schmutz und abgestorben Haare beziehungsweise Hautzellen aus dem Fell zu entfernen, sondern auch gegen Mücken und Bremsen zu schützen. Zudem werden immer mehr Pferde in den warmen Monaten vom Sommerekzem geplagt.

Da viele Mückenarten besonders vom typischen Pferdegeruch angezogen werden, ist es verständlich, dass sich gerade an warmen Tagen, wenn dein Pferd viel schwitzt, die Fliegen darauf stürzen. Um die empfindliche Pferdehaut vor fiesen Mückenstichen und Insektenbissen zu schützen, gibt es jede Menge Maßnahmen, die du ergreifen kannst.

Fliegenschutz für Pferde

Am besten ist es, wenn dein Pferd gar nicht erst in die Nähe von Insektenschwärmen kommt. Das bedeutet: Achte im Sommer darauf, dass du dein Pferd nicht auf eine Koppel stellst, die sich in der Nähe des Waldrands oder eines stehenden Gewässers befindet. An besonders heißen und schwülen Tagen ist es manchmal sogar besser, dein Pferd im Stall stehen zu lassen. Zudem solltest du dein Pferd in den Sommermonaten regelmäßig mit Wasser abspritzen, um den Schweiß abzuwaschen.

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@ DmitryPoch

Dein Pferd kann sich auch selbst gegen die fliegenden Biester wehren. Um Mücken und Bremsen zu verscheuchen, schütteln Pferde ihren Schweif und ihre Mähne. Das bedeutet: Gerade im Sommer solltest du auf jeden Fall darauf verzichten, die Mähne zu kürzen oder den Schweif zu flechten.

Falls dein Pferd besonders sensible Haut hat oder dein Stall und die dazugehörigen Koppeln von Mücken und Bremsen heimgesucht werden, lohnt es sich in Fliegendecken und Fliegenmasken zu investieren. Damit ist dein Pferd den ganzen Tag über vor stechenden Insekten geschützt. In hartnäckigen Fällen helfen auch natürliche Fliegensprays, die du sogar selbst aus Wasser, Essig und verschiedenen Ölen herstellen kannst.

Hilfe bei Sommerekzem

Das Sommerekzem ist eine allergische Hauterkrankung, die durch den Stich der Kriebelmücke ausgelöst wird. Das Resultat ist ein juckendes Ekzem, das dein Pferd nicht selten dazu bringen kann, sich blutig zu kratzen, was wiederum oft in einer Hautentzündung endet. Sobald du erste Anzeichen eines Sommerekzems, wie zum Beispiel Unruhe, ständigen Juckreiz und kleine Pusteln, die sich auf der Pferdehaut bilden, bemerkst, solltest du deinen Tierarzt verständigen und um einen Bluttest bitten, durch den die Allergie diagnostiziert wird.

Sollte dein Pferd unter Sommerekzem leiden, kannst du ihm das Leben mithilfe von Pflegeprodukten ein wenig leichter machen. Hier empfiehlt sich zum Beispiel das Ichtho Vet Sommer & Fessel-Gel, das ganz ohne Cortison und Antibiotika auskommt. Es pflegt nicht nur die gereizte Haut deines Pferdes und unterstützt die Hautgeneration, sondern ist dank des enthaltenen Schieferöls auch wohltuend bei Juckreiz und Scheuern. Zudem hat es einen weiteren Vorteil: Der Geruch hält Insekten fern und hat somit einen repellenten Effekt.

Generell solltest du dein Pferd jeden Tag gründlich putzen, wenn es unter Sommerekzem leidet. Dadurch werden nicht nur abgestorbene Hautzellen und Schmutz entfernt, sondern dein Pferd kann sich entspannen und zur Ruhe kommen. Wichtig ist, dass du die betroffenen Hautpartien nicht mit einer harten Bürste putzt – das reizt die Haut zusätzlich und kann zu Verletzungen führen!

Fellpflege im Herbst

Die Herbstzeit heißt für dein Pferd wieder Fellwechselzeit. Anstatt das komplette Fell zu verlieren, geht es im Herbst darum, dass das dicke Winterfell wächst. Das ist auch wieder eine echte Hochleistung des pferdischen Stoffwechsels und verlangt ab und zu nach ein wenig Unterstützung in Form von Mineralfutter. Da sich die harte Arbeit des Stoffwechsels oft negativ auf das Immunsystem deines Pferdes auswirkt, kannst du dem Pferdefutter zusätzlich etwas Leinöl untermischen. Um Krankheiten zu vermeiden, solltest du dein Pferd außerdem während des Stoffwechsels nach dem Training ausreichend im Schritt trocken reiten und darauf achten, dass es gründlich abschwitzt.

Wie im Frühling gilt auch im Herbst: putzen, putzen, putzen! Denn auch wenn deinem Pferd im Herbst das Fell nicht büschelweise ausgeht, stirbt das dünne Sommerfell trotzdem ab und irritiert die empfindliche Pferdehaut.

Fellpflege im Winter

Durch das lange und dicke Winterfell kommt dein Pferd in der kalten Jahreszeit beim Ausreiten und Trainieren sehr schnell ins Schwitzen. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass du dein Pferd vor und nach dem Training gründlich putzt. Aufgrund der niedrigen Temperaturen ist das oft eine kleine Herausforderung. Während der Schweiß im Sommer ganz einfach durch das Abspritzen aus dem Fell entfernt wird, ist es im Winter viel zu kalt, um dein Pferd ausgiebig zu waschen.

Hier gilt: Putze dein Pferd so gut wie möglich und verwende dabei so wenig Wasser wie möglich!

Am besten arbeitest du dich beim Putzen mit deinem Zackenstriegel durch die dicken Haare. Dadurch wird tief sitzender Dreck und überschüssiger Schweiß effektiv aus dem dichten Winterfell entfernt. Falls die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen und du in deinem Stall warmes Wasser zur Verfügung hast, kannst du besonders dreckige oder verschwitze Stellen wie zum Beispiel unter der Sattellage am Rücken auch mit einem feuchten Schwamm abwischen. Danach solltest du allerdings unbedingt darauf achten, dein Pferd schnell zu trocknen. Am besten streichst du dazu das Wasser mit einem Schweißmesser aus und reibst das Fell mit einem Handtuch trocken.

Viele Pferde leiden gerade im Winter unter Mineralien- und Fettsäuremangel, was du unter anderem an einem stumpfen Fell erkennst. Um dem entgegen zu wirken, kannst du deinem Pferdefutter zusätzlich Öl und Mineral- beziehungsweise Vitaminfutter beimischen.

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@ cynoclub

Die richtige Fellpflege beim Pferd bedeutet mehr als nur putzen!

Für viele Pferdenarren gehört ausgiebiges Putzen einfach dazu, auch wenn du im Frühling nach dem Putzen oftmals dreckiger als dein Pferd oder im Winter manchmal länger mit Putzen als mit Reiten beschäftigt bist. Durch das Bürsten, Striegeln und Streicheln pflegst du nicht nur das Fell deines Pferdes, sondern auch die sensible Seele, die in deinem Pferd steckt, und stärkst die Bindung zwischen dir und deinem Pferd.

Das Tolle ist außerdem, dass du das Putzen mit ein paar Grundübungen der Bodenarbeit verbinden und so nicht nur die Kommunikation zwischen dir und deinem Pferd verbessern kannst, sondern auch für Abwechslung und Beschäftigung am Putzplatz sorgst.

Außerdem macht das Putzen nicht nur ein sauberes Fell, sondern beugt zudem Krankheiten vor, unterstützt bei Erkrankungen wie dem Sommerekzem, kurbelt den Stoffwechsel sowie die Nährstoffversorgung der Haut an und sorgt für ein glänzendes und gesund aussehendes Fell. Ein gut und richtig geputztes Pferd ist demnach auch immer ein glückliches Pferd!

Titelbild: www.depositphotos.com – DepositNovic

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