Der Galopp ist für viele die schönste Gangart überhaupt: Ob nun im versammelten Galopp über den Reitplatz oder im Renngalopp über den Feldweg hinterm Stall – zu galoppieren ist ein wunderbares Gefühl! Doch viele Reiter galoppieren nicht richtig, machen Fehler beim Angaloppieren oder haben Probleme im Galopp ruhig sitzen zu bleiben.

Auch das Pferd hat so seine Probleme korrekt zu galoppieren oder springt im Galopp schlichtweg nicht fleißig genug. In diesem Beitrag lernst Du, wie Du Dein Pferd richtig galoppierst und welche Übungen Du reiten kannst, um den Galopp Deines Pferdes zu verbessern!

Richtig galoppieren: Vom Angaloppieren, übers Sitzenbleiben bis hin zu Übungen für einen besseren Galopp!

Die besten Tipps und Übungen für eine korrekte Galopparbeit

Der Galopp: eine gesprungene Gangart

Der Galopp gehört zu den drei Grundgangarten und ist eine gesprungene Gangart im Dreitakt. Im Galopp setzt Dein Pferd erst mit dem jeweils äußeren Hinterfuß auf, gleichzeitig gefolgt vom inneren Hinterfuß und dem äußerem Vorderfuß und dann mit dem inneren Vorderfuß. Anschließend folgt eine Schwebephase, bei der alle Beine Deines Pferdes kurze Zeit vom Boden abheben.

In freier Wildbahn nutzen Pferde den Galopp größtenteils zur Flucht, bei der sich die ganze Kraft und Spannung entlädt. Es gibt aber noch eine wesentlich kraftschonendere Form des Galopps: der Kanter. Hierbei springt Dein Pferd etwas ruhiger und erreicht eine Geschwindigkeit von rund 20 km/h, in der es bei guter Kondition auch längere Distanzen zurücklegen kann.

Eine Vielfalt an Trainingsmöglichkeiten

Der Galopp bietet eine Vielfalt an Trainingsmöglichkeiten und wird dennoch vergleichsweise wenig ins Training eingebaut. Da Dein Pferd im Galopp vor allem die Schub- und Schnellkraft seiner Hinterhand nutzen muss, ist die Galopparbeit zum Bespiel ein gutes Muskeltraining für die Hinterhand, aber auch für den Bauch Deines Pferdes.

Außerdem entspricht ein Galoppsprung einem Atemzug, was die Galopparbeit zu einem guten Konditionstraining macht und dabei hilft, die Lungenfunktion Deines Pferdes gesund zu halten. Der Atemrhythmus Deines Pferdes passt sich im Galopp dem Laufrhythmus an, wodurch Dein Pferd bei jedem Galoppsprung zu mehr Losgelassenheit findet. Dabei spannen sich die Bauch- und Rückenmuskeln Deines Pferdes abwechselnd an- und wieder ab und werden optimal trainiert.

Allerdings fordert der Galopp von Deinem Pferd genügend Balance, weshalb gerade Jungpferde oftmals Schwierigkeiten beim Galoppieren in der Reitbahn haben. Deshalb ist es eine gute Idee, die Galopparbeit auch mal ins Gelände zu verlegen. Hier kannst Du mit Deinem Pferd zum Beispiel lange Strecken im Kanter galoppieren und es so schonend trainieren. Zudem hält das Training an der frischen Luft nicht nur fit und gesund, sondern stellt auch eine gute Abwechslung dar!

Lesetipp: Mehr über die Vorteile des Galopptrainings im Gelände samt ein paar tollen Übungen kannst Du hier lesen!

Die unterschiedlichen Galopparten

Galopp ist nicht gleich Galopp! In der Dressur wird von vier Galopparten gesprochen, die sich jeweils im Raumgriff und der Größe der Galoppsprünge sowie in der Aktivität der Hinterhand unterscheiden: Arbeitsgalopp, Mittelgalopp, versammelter Galopp und starker Galopp.

Der Arbeitsgalopp
Beim Arbeitsgalopp muss Dein Pferd gleichmäßig, aber vor allem fleißig und schwungvoll galoppieren. Dabei sollte es mit seinen Hinterhufen leicht über die Spur seiner Vorderhufe kommen und bei jedem Galoppsprung eine leichte Aufwärtstendenz zeigen.

Der Mittelgalopp
Im Mittelgalopp sollte Dein Pferd bereits mehr Raumgriff und größere Galoppsprünge zeigen, nicht aber – wie viele fälschlicherweise meinen – schneller werden. Der Dreitakt wird erhalten und die Aufwärtstendenz sollte deutlich zu erkennen sein.

Der versammelte Galopp
Um versammelt zu galoppieren, muss Dein Pferd sich schon deutlich mehr anstrengen, um mit seiner Hinterhand stärker unterspringen und mehr Gewicht aufnehmen zu können. Der versammelte Galopp wird in der Dressur ab Klasse L verlangt.

Der starke Galopp
Beim starken Galopp sind die Sprünge am größten und zeigen entsprechend noch mehr Raumgriff. Auch die Aufwärtstendenz ist beim starken Galopp am deutlichsten zu spüren. Der starke Galopp wird daher in Dressurprüfungen ab Klasse M gefordert.

Der Jagdgalopp oder Renngalopp
Neben den vier Galopparten in der Dressur, gibt es auch noch den sogenannten Jagd- oder Renngalopp. Bei diesem Galopptempo können bis zu 70 km/h erreicht werden, wobei auch der Renngalopp fleißig und raumgreifend ist. Auch wenn der Name anderes andeutet, ist der Renngalopp ein relativ ruhiger Galopp bei dem der Reiter die Kontrolle über die Geschwindigkeit seines Pferdes behält.

Tipps zum richtigen Galoppieren

Übers Angaloppieren und Sitzenbleiben bis hin zu Übungen, die den Galopp Deines Pferdes verbessern

Gerade im Galopp machen sich Reitfehler, aber auch Fehler in der Grundausbildung Deines Pferdes schnell erkennbar. Schon das Angaloppieren auf dem richtigen Fuß klappt bei vielen nicht, während viele Reiter Probleme haben im Galopp ruhig sitzen zu bleiben. Aufgrund fehlender Balance und Durchlässigkeit sowie ungenügender Aktivität der Hinterhand führen Pferde Dressurlektionen im Galopp oftmals fehlerhaft aus. Dabei eignet sich die Galopparbeit mit ihren vielen, unterschiedlich Übungen wunderbar, um Dein Pferd zu gymnastizieren und zu versammeln.

Die Vorbereitung: Ruhige und kontrollierte Trabarbeit

Grundvoraussetzung zur Galopparbeit ist, dass Du Dein Pferd zunächst einmal ruhig und kontrolliert im Trab reiten kannst. Wichtig ist, dass sich Dein Pferd bereits im Trab gut treiben lässt und auf all Deine Hilfen fein reagiert. Sobald Du Tempo-Unterschiede ruhig im Trab reiten kannst, kannst Du Dich auch an die gymnastizierende Galopparbeit wagen.

Lesetipp: Die besten Tipps zur Trabarbeit und ganz viele Übungsideen findest Du in diesem Kultreiter-Beitrag!

Hilfen zum Angaloppieren: So galoppierst Du Dein Pferd richtig an

Am besten galoppierst Du aus dem Trab an und solltest davor mindestens eine viertel Zirkellänge im Trab ausgesessen haben. Bereite Dein Pferd mit halben Paraden vor, damit es mit seiner Hinterhand mehr Last aufnimmt. So fällt Deinem Pferd das Anspringen in den Galopp leichter. Zum eigentlichen Angaloppieren solltest Du Deinen inneren Gesäßknochen vermehrt belasten, mit Deinem inneren Schenkel vorwärts treiben und gleichzeitig Deinen äußeren Schenkel eine Handbreit verwahrend hinter den Sattelgurt legen. Dein äußerer Schenkel verhindert so, dass Dein Pferd mit seinem äußeren Hinterfuß seitwärts tritt.

Tipp: Nimm Deinen äußeren Schenkel aus Deinem Hüft- und nicht aus Deinem Kniegelenk heraus zurück. So verschiebt sich Deine Hüfte innen automatisch vor und der Druck auf Deinen inneren Bügel verstärkt sich.

Wichtig ist auch, dass Du Dein Pferd beim Angaloppieren leicht stellst. Dazu solltest Du den inneren Zügel ein wenig annehmen und die Stellung mithilfe des äußeren Zügels begrenzen. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass Du beim erfolgreichen Angaloppieren den ersten Sprung Deines Pferdes direkt mit Deiner inneren Hand frei gibst. Sobald Dein Pferd also den Sprung nach vorne macht und sein inneres Vorderbein und die innere Schulter nach vorne bringt, musst Du diese Bewegung freigeben und dazu mit Deiner inneren Hand mitgehen. Auch danach kannst Du den Galoppsprung auf diese Weise weiterhin frei geben. Allerdings sollte dies fein und ruhig geschehen, damit die Anlehnung zum Maul Deines Pferdes gleichmäßig bleibt.

Eine Frage von Sekunden!

Viele Reiter verkrampfen beim Angaloppieren, treiben zu lange und zu stark über den inneren Schenkel oder sogar mit beiden Schenkeln, ziehen das Bein hoch und drücken die Fußspitze runter. Das führt dazu, dass sie ihre Hüfte blockieren und sich der ganze Oberkörper versteift. Versuche Dir das Angaloppieren deshalb wie einen kurzen Impuls vorzustellen, der nicht länger als zwei Sekunden anhalten sollte. Ansonsten galoppiert Dein Pferd nicht an, wird im Trab nur schneller und die Anlehnung verschwindet. Auch wenn es nur ein Bruchteil von Sekunden ist und theoretisch gleichzeitig geschehen sollte, hilft es manchmal, den äußeren Schenkel zuerst in die verwahrende Position zu bringen und dann mit dem inneren Schenkel zu treiben.

Kurz und knackig: So galoppierst Du richtig an!
– sitz Dein Pferd im Trab aus
– bereite Dein Pferd mit halben Paraden vor
– belaste Deinen inneren Gesäßknochen
– lege den äußeren Schenkel verwahrend an
– treibe mit dem inneren Schenkel
– nimm den inneren Zügel leicht auf
– gib den Galoppsprung mit Deiner inneren Hand frei

Lockere Hüfte, angespannter Bauch: So bleibst du im Galopp sitzen!

Hat das Angaloppieren einmal geklappt, steht schon die nächste Hürde an: richtig sitzen zu bleiben. Viele Reiter haben ernsthafte Probleme im Galopp sitzen zu bleiben, plumpsen ihrem Pferd wortwörtlich in den Rücken, ziehen ihre Beine hoch und verlieren die Steigbügel, oder lehnen sich entweder zu weit nach vorne oder nach hinten.

Um im Galopp richtig sitzen zu bleiben, musst Du vor allem Deine Hüfte nutzen: Gehe mit Deiner Hüfte locker mit der Sprungbewegung Deines Pferdes mit, mache dies aber mehr passiv als aktiv. Du solltest also nicht anfangen, Deine Hüfte aktiv nach vorne und wieder zurück zu schieben – das würde Dein Pferd nur stören!

Wie immer beim Reiten geht es hier ums Gefühl: Versuche die Bewegung Deines Pferdes zu fühlen und lass dich von der Bewegung mitnehmen. Dabei sollte Dein innerer Hüftknochen immer ein wenig weiter nach vorne geschoben sein als Dein äußerer. Aber Achtung: Deine äußere Schulter sollte dabei nicht zurückhängen! Dein Oberkörper sollte ruhig und mittig bleiben, und Du solltest nicht in der Hüfte einknicken.

Spanne zudem Deine Bauchmuskeln an und das nicht nur ein bisschen, sondern richtig! Deine Bauchmuskeln müssen hier wie auch sonst beim Reiten ordentlich arbeiten. Stellt Dir dafür am besten vor, Deinen Bauch oder besser Deinen Unterleib nach vorne oder nach oben zu “ziehen”. Mir hilft es zum Beispiel immer, im Galopp “Bauch vor” zu denken. Dank der angespannten Bauchmuskeln bleibst Du im Gleichgewicht und gleichzeitig locker in der Hüfte, um natürlich mit der Bewegung mitgehen zu können.

Deine Hände sollten im Galopp stets ruhig bleiben und sich vor allem auf gleicher Höhe befinden. Häufig tragen Reiter im Galopp eine Hand höher als die andere und verschieben so mitunter ihre Hüfte oder ihren ganzen Oberkörper. Achte also im Galopp immer wieder darauf, ob Deine Hände noch auf gleicher Höhe sind!

Ebenfalls wichtig ist es, dass Du Deine Füße locker lässt und jede Sprungbewegung nach unten in den Absatz Deines inneren Fußes abfederst. Dein äußerer Schenkel bleibt schließlich in der verwahrenden Position. Stell Dir vor, Du würdest jeden Sprung Deines Pferdes über Dein gesamtes innere Bein bis nach unten in Deinen Fuß weiterleiten und so abfangen. Dadurch spannst Du gleichzeitig Deine innere Waden an, treibst Dein Pferd bei jedem Sprung und sorgst für einen fleißigen Galopp.

Tipp: Dieses Anspannen der Wade ist übrigens alles, was Du fürs Treiben machen solltest. Jegliches Drücken oder Pressen Deines Schenkels an den Bauch Deines Pferdes hat nichts mit feinen Hilfen und feinem Reiten zu tun.

Neben Deiner Hüfte selbst sorgen also oberhalb Deiner Hüfte Deine Bauchmuskeln dafür, die Bewegung Deines Pferdes abzufedern und Deinen Oberkörper ruhig zu halten. Während Dein Fuß oder besser Dein Absatz dies unterhalb Deiner Hüfte macht und dafür sorgt, dass Deine Beine ruhig liegen bleiben und Du sie nicht hochziehst.

Lesetipp: Noch mehr tolle Tipps für einen besseren Reitersitz findest Du hier!

Reite jeden Galoppsprung bewusst!

Denke daran, jeden Galoppsprung bewusst zu reiten. Stell Dir vor, Du würdest bei jedem Galoppsprung erneut angaloppieren und versuche Dir auf diese Weise jeden Sprung bewusst zu machen. Sobald Du die Bewegungen Deines Pferdes im Galopp bewusst wahrnimmst, kannst Du diese auch bewusst reiten und wirst automatisch besser sitzen.

Tipps für angespannte Reiter

Atme bewusst und tief

Wenn Du Dich im Galopp häufig verkrampfst und das Sitzenbleiben bei Dir nicht recht gelingen will, solltest Du vermehrt auf Deine eigene Atmung achten. Atme zu Beginn jedes Galoppsprungs tief und ruhig durch Deine Nase ein, und durch Deinen Mund wieder aus. Durch eine ruhige und regelmäßige Atmung entspannst Du Deinen Körper, kannst Dich besser auf die Bewegung Deines Pferdes konzentrieren und blockierst Deine Hüfte nicht mehr.

Reite ohne Bügel

Was vielen Reitern ebenfalls hilft, ist ohne Bügel zu reiten. Dank des Weglassens der Bügel, bist Du quasi gezwungen, Dich auf die Bewegung Deines Pferdes einzulassen und bewusst zu reiten. Hierbei lernst Du besonders gut, Deine Bauchmuskeln einzusetzen, denn sie sind das einzige, dass Dich im Sattel hält. Auch ich reite immer mal wieder ohne Bügel, um meinen Sitz zu kontrollieren und wirklich bewusst zu reiten.

Reite ohne Sattel

Ähnlich wie das Reiten ohne Bügel, kann Dir auch das Reiten ganz ohne Sattel dabei helfen, wieder besser im Galopp zu sitzen. Denn so bietet Dir noch nichtmal mehr der Sattel Halt und Du musst Dich voll und ganz auf Deine Bauchmuskeln und das gleichzeitig lockere Mitschwingen Deiner Hüfte konzentrieren. Vielen Reitern fällt es ohne Sattel oftmals einfacher, die Bewegungen im Galopp besser zu fühlen und so entsprechend auch leichter mit ihr mitzugehen.

Lesetipp: In diesem Beitrag findest Du mehr Tipps und Infos zum Reiten ohne Sattel!

Schließe Deine Augen

Genau wie beim Reiten ohne Bügel und ohne Sattel, ist diese Übung eine kleine Vertrauensfrage und ebenfalls eine super Übung, um Deinen Sitz im Galopp zu verbessern. Alles was Du tun musst, ist Deine Augen zu schließen. Ganz genau: Schließe Deine Augen zum Beispiel für eine halbe Zirkellänge im Galopp. So wird Dir die Bewegung im Galopp noch bewusster und Du lernst nicht nur Deinem Pferd noch mehr, sondern auch Deiner eigenen Bewegung zu vertrauen. Allerdings solltest Du dies nur tun, wenn Du allein auf dem Reitplatz oder in der Halle bist und am besten sollte Dein Reitlehrer dabei anwesend sein.

Tipp: Vor einiger Zeit hatte ich eine Reitlehrerin, die alle drei Übungen kombiniert hat. Ich sollte also ohne Bügel und mit geschlossenen Augen auf dem Zirkel reiten und dabei ganz bewusst auf meine Atmung achten. Seither habe ich kaum noch Probleme beim Sitzenbleiben im Galopp, und wenn doch, wiederhole ich diese Übungen einfach.

Mach Sitzschulungen an der Longe

Wenn diese Tipps alle nicht helfen, solltest Du am besten Sitzschulungen an der Longe nehmen. So kannst Du Dich ganz auf Dich, Deinen Körper und Deinen Sitz konzentrieren und musst nicht noch dafür sorgen, dass Dein Pferd korrekt läuft. Oftmals reichen zwei bis fünft Sitzschulungen und schon sitzt Du im Galopp wieder ganz entspannt im Sattel!

Kurz und knackig: So bleibst Du im Galopp sitzen
– lass die Bewegung Deines Pferdes mit Deiner Hüfte zu
– spanne Deine Bauchmuskeln richtig an
– federe die Bewegung mithilfe Deines Absatz (innerer Fuß) nach unten ab

Merke Dir also, diese häufigen Fehler zu vermeiden:
– aktiv mit der Hüfte “mitzuschieben”
– in der Hüfte abzuknicken
– deine Beine hochzuziehen
– deinen Oberkörper nicht mittig zu halten
– deine Hände unterschiedlich hoch zu halten
– mit der inneren Hand nicht nachzugeben
– unregelmäßig zu atmen und so zu verkrampfen
– deine Bauchmuskeln nicht zu benutzen!

Lesetipp: Auch bei Herzenspferd gibt es ein paar tolle Tipps, wie Du im Galopp besser sitzen bleiben kannst!

So parierst Du Dein Pferd richtig zum Trab durch

Um vom Galopp wieder in den Trab durchzuparieren, musst Du Dein Pferd zunächst mit einer halben Parade vorbereiten. So verkürzt Dein Pferd den Galoppsprung und nutzt seine Hinterhand aktiv für den Übergang. Dein äußeres Bein nimmst Du aus der verwahrenden Position wieder zurück nach vorne, treibst und sitzt tief im Sattel ein. Mach Dich “schwer”. Du musst Dich kurz ein wenig steif machen und den Galoppsprung eben nicht mehr nachahmen.

Am besten stellst Du Dir dabei bereits die Trabbewegung Deines Pferdes vor. So machst Du mit Deiner Hüfte ganz automatisch die richtige Bewegung. Wichtig ist auch, dass Du nicht vergisst, fleißig zu treiben sobald Dein Pferd im Trab ist. Ansonsten kann es passieren, dass es seine Hinterhand nicht mehr aktiv nutzt, vermehrt die Vorhand belastet und auch die Anlehnung verschwindet.

Tipp: Am besten klappt das Durchparieren vom Galopp in den Trab, wenn Du Deine Parade am Ende des Galoppsprungs gibst. Denn Dein Pferd kann leichter vom Galopp in den Trab wechseln, wenn es gerade drei Beine am Boden hat.

Lesetipp: In diesem Beitrag bekommst Du super Tipps, wie Du Übergänge ganz fein reiten kannst!

Ein korrekt galoppierendes Pferd

So löst Du gängige Probleme und verbesserst den Galopp Deines Pferdes!

Häufige Probleme beim Galoppieren

Gerade im Galopp kann es schnell zu Fehlern kommen, da der Galopp von Deinem Pferd eine gute Balance und eine aktive Hinterhand fordert. Viele Pferde springen zum Beispiel falsch an, rennen entweder im Galopp davon oder parieren nach wenigen Galoppsprüngen selbstständig zurück in den Trab.

Wie bei allen Fehlern, die Dein Pferd macht, solltest Du Dich zunächst fragen, ob Du Deine Hilfen auch richtig und vor allem präzise genug einsetzt. Zudem musst Du sicher sein, dass Dein Pferd keine Schmerzen hat und sowohl der Sattel als auch die Trense passen. Erst wenn Du Dir sicher bist, dass die Probleme im Galopp nicht an äußeren Umständen liegen, kannst Du mit der verbessernden Galopparbeit beginnen.

Dein Pferd springt falsch an oder springt im Kreuzgalopp

Es gibt Pferde, die häufig falsch angaloppieren, also nicht in den gewünschten Handgalopp, sondern in den Außengalopp springen. Zudem galoppieren einige Pferde im Kreuzgalopp. Das heißt, sie springen vorne im Handgalopp und hinten im Außengalopp oder umgekehrt.

Das hat oftmals folgende Gründe: die natürliche Schiefe des Pferdes und das noch fehlende Gleichgewicht. Die natürliche Schiefe führt zum Beispiel dazu, dass Dein Pferd auf der einen Seite schlichtweg lieber (an)galoppiert als auf der anderen. Sie ist auch der Grund, warum Dein Pferd auf der einen Seite verspannt ist oder nicht genügend Kraft hat, um sauber anzuspringen.

Um dieses Problem zu beheben, kannst Du zunächst vermehrt Vorhangwendungen und Schenkelweichen reiten. So übst und verbessert Du die Durchlässigkeit der einseitigen Hilfegebung, die Du auch zum Galoppieren benötigst. Reite Dein Pferd mithilfe von Biegungen zudem genügend locker. Verkleinere zum Beispiel den Zirkel und galoppier dann beim Vergrößern an. Vielen Pferden fällt es bei dieser Übung leichter auf der richtigen Hand anzugaloppieren. Du kannst auch aus dem Schulterherein im Trab angaloppieren oder aus der Kehrtvolte heraus.

Sollten diese Übungen nicht helfen, kannst Du es mit einem anderen Trick versuchen: Anstatt Dein Pferd wie gewohnt beim Angaloppieren nach innen zu stellen, stelle es leicht nach außen. So kann Dein Pferd das Gleichgewicht einfacher halten und hat die Schulter frei. Vielen Pferden fällt das richtige Angaloppieren so leichter.

Tipp: Übe das richtige Angaloppieren an der Doppellonge. Auch hierbei kannst Du Dein Pferd leicht nach außen stellen und störst es nicht mit Deinem eigenen Reitergewicht.

Lesetipp: Mehr darüber, wie Du den richtigen Galopp erfühlen und den Kreuzgalopp korrigieren kannst, erfährst Du in diesem Beitrag!

Dein Pferd rennt davon

Sollte Dein Pferd im Galopp wegrennen, ist dies meistens ein Zeichen dafür, dass es sich der Arbeit entziehen will. Raumgreifend und mit einer Aufwärtstendenz zu galoppieren ist für Dein Pferd sehr anstrengend, da es seine Hinterhand dafür aktiv einsetzen muss. Diesem Davonrennen kannst Du am besten entgegenwirken, indem Du den schnellen Galopp für Dein Pferd anstrengender machst und den ruhigen, gesetzten Galopp gleichzeitig angenehmer.

Reite zum Beispiel viele Biegungen im Galopp und nutze dazu die beiden Zirkel und den Mittelzirkel. Verkleinere und vergrößere den Zirkel und reite auch mal eine Volte. Baue zudem viele Übergänge ein, parier vom Galopp in den Trab durch und galoppier wieder an. All das bedeutet für Dein Pferd mehr Arbeit und sorgt außerdem dafür, dass es sich mehr auf Dich konzentrieren muss.

Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass Du Dein Pferd für einen ruhigen Galopp viel lobst. Halte die Galoppphase gerade am Anfang eher kurz und lobe es danach sofort. Lass Dein Pferd zum Beispiel geradeaus laufen oder lass die Zügel nach dem Durchparieren lang. So machst Du Deinem Pferd den eigentlich anstrengenden Galopp schmackhaft und das Wegrennen nicht.

Tipp: Manche Pferde rennen zu Beginn eilig davon, weil sie schlichtweg zu viel Energie haben. Lass Dein Pferd in diesem Fall am besten kontrolliert rennen und es sich ein wenig auspowern. Galoppiere dazu im leichten Sitz und am hingegebenen Zügel bis Dein Pferd ruhiger wird. Wie bereits erwähnt, kann Dein Pferd im Galopp viel Spannung entladen und sich so leichter entspannen.

Kein schönes Durchspringen im Galopp

Sollte Dein Pferd generell keinen guten Galopp zeigen und nicht schön durchspringen, musst Du an seiner Kraft in der Hinterhand arbeiten. Du musst also nicht wirklich das Galoppieren an sich, sondern viel mehr das Anspringen in den Galopp trainieren.

Dafür kannst Du zum Beispiel Cavaletti-Gymnastik ins Galopptraining einbauen. Durch das Springen über kleine Cavalettis muss Dein Pferd seine Hinterhand stärker nutzen und verbessert seinen Galoppsprung. Allerdings solltest Du es mit der Cavaletti-Arbeit nicht übertreiben – ein bis zweimal die Woche reicht völlig aus.

Genauso helfen Übergänge, bei denen Du Dein Pferd nur ein paar Galoppsprünge durchspringen lässt und dann gleich wieder in den Trab durchparierst. Achte aber darauf, dass Dein Pferd diese paar Sprünge fleißig und korrekt ausübt. Viele Reiter neigen dazu, ihr Pferd ewig lang galoppieren zu lassen, in der Hoffnung, so den Galopp zu verbessern. Das fördert allerdings nur die Kondition Deines Pferdes, verbessert aber nicht seine Kraft.

Verkleinere und vergrößere den Zirkel im Galopp. Auch diese Übung hilft dabei, dass Dein Pferd seine Hinterhand aktiver nutzt und mehr Kraft einsetzt. Ebenfalls gute Übungen: Lass Dein Pferd aus dem Konterschulterherein oder aus dem Schritt angaloppieren.

Aber auch mithilfe des Trabs kannst Du den Galopp Deines Pferdes verbessern. Reite zum Beispiel öfters Tempowechsel im Trab, verlängere die Trabtritte und verkürze diese wieder deutlich. Auch bei diesen Übungen muss Dein Pferd vermehrt Kraft in der Hinterhand aufwänden und verbessert so letztendlich auch seinen Galoppsprung.

Richtig galoppieren fordert von Dir viel Feingefühl und von Deinem Pferd genügend Kraft und Balance

Die meisten Fehler im Galopp lassen sich auf den Reiter zurückführen: Entweder gibst Du die Hilfen nicht richtig und unpräzise oder Du hast keinen ausbalancierten Sitz. Es kann aber auch an Deinem Pferd liegen: Viele Pferde haben aufgrund der natürlichen Schiefe und dem noch fehlenden Gleichgewicht Schwierigkeiten richtig anzugaloppieren. Während fehlende Kraft in der Hinterhand dazu führt, dass Dein Pferd im Galopp wegrennt anstatt richtig durchzuspringen.

Lesetipp: Du hast noch nicht genug vom Galoppieren? Dann findest Du in diesem Beitrag die besten Tipps für Übungen, Hufschlagfiguren und feinere Hilfen im Galopp!

Hast Du ebenfalls Probleme richtig zu galoppieren? Was sind Deine besten Tipps und Übungen für einen besseren Galopp?

Titelbild: www.depositphotos.com – labrador

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5 Kommentare

  1. Ich habe heute deine Tipps zum Angaloppieren gleich mal im Gelände ausprobiert. Ich hatte immer das Problem , dass meine Rb in den Galopp eher reingelaufen als gesprungen ist.
    Hab es dann deine Anleitung umgesetzt und ihn nicht reinlaufen lassen. Am Schluss ist er dann tatsächlich sehr schön angesprungen.
    Mein Sitz ist jetzt nicht direkt schlecht, aber mit deinem Tipp saß ich gleich nochmal aufrechter :3

  2. Ein wunderbarer Beitrag, alles auf den Punkt gebracht.
    Das Umsetzen dieser wertvollen Tipps in der Praxis erfordert Übung, Übung und nochmals Übung.
    Leider musste ich auch die Erfahrung machen: auch schon einmal Erworbenes Wissen gut umgesetzt, z.B. Angaloppieren aus dem Schritt, kann ohne laufende Übung wieder „verlorengehen“…Da ist man natürlich erstmal etwas deprimiert, aber es hilft nur wieder üben, üben….

    • Hallo liebe Angelika,

      ja – Übung macht den Meister! Und Reiten lernt man schließlich nie aus! 😉

      Alles Liebe!

      Line / Kultreiter

  3. Ich werde morgen direkt mal versuchen, deine Tipps umzusetzen. Ich finde deine texte sind sehr verständlich und es macht immer wieder Spaß deine Artikel zu lesen 🙂

  4. Ein wirklich sehr guter Artikel mit vielen spannenden Details, einiges zum repetieren und doch habe ich was dazu gelernt. Eine etwas schlechte Reitlehrerin (mehr die Springreiterin als Dressurreiterin) sagte mal, das äussere Bein nehme man nur zum Angaloppieren zurück, nachher sei es wieder in der normalen Position. Meine jetzige (Dressur-) Reitlehrerin sagt jedoch klar, dass jeder Galoppsprung geritten werden soll, wie ein erneutes Angaloppieren, also bleibt das Bein zurück. Natürlich kann man zum Angaloppieren ein wenig deutlicher zurücknehmen und dann anschliessend nur ein bisschen weiter hinter dem Gurt belassen, doch die Stellung im Galopp sollte doch durch das äussere Bein stehts verwahrend erhalten bleiben.

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