Nur wenige Reiter trainieren mit ihrem Pferd im Galopp. Dabei bietet die Galopparbeit viele Möglichkeiten, um das Pferd zu gymnastizieren und gleichzeitig seine Kraft und Ausdauer zu stärken. Von Übergängen und einfachen Galoppwechseln, über Seitengänge bis hin zur Galopppirouette – im Galopp kannst Du Dein Pferd ganz unterschiedlich gymnastizieren und sorgst so für mehr Abwechslung und Spaß im Training!

Welche Übungen du im Galopp reiten kannst und wie diese Dein Pferd jeweils trainieren, lernst Du in diesem ausführlichen Beitrag über Galopparbeit. Erfahre außerdem, welche Hufschlagfiguren sich anfangs am besten eignen und wie Du Deine Hilfen noch mehr verfeinern kannst.

Gymnastizierende Galopparbeit

Mit diesen Übungen kannst Du Dein Pferd im Galopp trainieren und gymnastizieren!

Der Galopp: eine unterschätze Gangart

Der Galopp bietet Dir eine Vielfalt an Trainingsmöglichkeiten und eignet sich besonders, um die Hinterhand und die Bauchmuskeln Deines Pferdes zu stärken. Denn für einen guten Galopp muss Dein Pferd besonders die Schub- und Schnellkraft seiner Hinterhand nutzen. Allerdings bedeutet dies auch, dass der Galopp für Dein Pferd sehr anstrengend ist und es viel Kraft und Ausdauer benötigt.

Du solltest mit der Galopparbeit also nur langsam beginnen und das Training nach und nach steigern. Wie immer gilt: Überfordere Dein Pferd nicht und verlange nicht zu viel auf einmal! Kleine Fortschritte solltest Du immer als großen Erfolg feiern und Dein Pferd entsprechend dafür loben.

Aber auch an Dich als Reiter fordert der Galopp einiges an Ausdauer und Feingefühl. Gerade im Galopp kannst Du den empfindlichen Takt und die Balance Deines Pferdes leicht durch Sitzfehler oder falsche Hilfen stören. Bevor Du also mit der Galopparbeit beginnst, sollten Du und Dein Pferd im Trab bereits ein eingespieltes Team abgeben und sämtliche Übungen einwandfrei beherrschen.

Lesetipp: Wie Du richtig angaloppierst, im Galopp ruhig sitzen bleibst und den Galopp Deines Pferdes verbessern kannst, erfährst Du in diesem Kultreiter-Beitrag übers Galoppieren!

Sobald das Fundament aber steht, kann es losgehen und Du kannst den Galopp mehr und mehr in Euer Training einbauen. Und versprochen: Du wirst die Galopparbeit mit all ihren Möglichkeiten lieben!

Hier kommen nun die besten Übungen im Galopp samt Tipps, wie Du sie richtig reitest. Los geht’s!

Die besten Übungen für eine gymnastizierende Galopparbeit

1. Übergänge und Tempowechsel

Warum Du Übergänge reiten solltest:

Übergänge vom Galopp nach unten in den Trab oder Schritt sind eine gute Übung, um Dein Pferd vermehrt zu versammeln. Übergänge nach oben in den Galopp hingegen aktivieren die Hinterhand Deines Pferdes und Du solltest nach und nach eine stärkere Aufwärtstendenz bei jedem Galoppsprung spüren. Des Weiteren verbessern Übergänge die Durchlässigkeit.

Galopp-Trab-Übergänge

Mithilfe von Galopp-Trab-Übergängen kannst Du den Galoppsprung immer wieder erneut abrufen und den Galopp Deines Pferdes allgemein verbessern. Außerdem kannst Du so Deine Hilfen zum Angaloppieren und natürlich auch zum Durchparieren verfeinern. Für diese Übergänge eignet sich besonders der Zirkel: Reite zunächst eine halbe Zirkellänge im Trab, dann eine halbe im Galopp und dann wieder eine halbe im Trab bis Du drei volle Zirkel geritten bist. Sollten diese Übergänge gut klappen, kannst Du die Länge auf eine viertel Zirkellänge kürzen.

Sollte dies auf beiden Händen gut klappen, kannst Du noch einen Stellungswechsel einbauen. Reite dazu wieder auf dem Zirkel, aber Wechsel diesmal aus dem Zirkel. Reite zum Beispiel auf der rechten Hand im Trab und galoppier an der langen Seite bei F an, parier dann bei K in den Trab durch und wende zur Mittellinie ab. Auf Höhe der Mittellinie bei X kannst Du Dein Pferd dann im Trab nach links stellen und galoppierst bei M in den Linksgalopp an. Bei H kannst Du Dein Pferd wieder zum Trab durchparieren, in Richtung Mittellinie reiten, Dein Pferd bei X wieder nach rechts umstellen und die Übungen von der anderen Seite aus wiederholen.

Wenn diese Übung klappt, kannst Du das Training noch ein wenig anspruchsvoller gestalten. Nutze dafür wieder den ganzen Platz und reite drei Schlangenlinien durch die Bahn. So machst Du die Wendungen noch etwas enger und Dein Pferd muss sich noch mehr biegen. Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, dass Du Dein Pferd nach jedem Übergang in den Trab fleißig weiter treibst, damit das Vorwärts nicht verloren geht. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Galopp!

Galopp-Schritt-Übergänge

Sobald die Galopp-Trab-Übergänge klappen, kannst Du einen Schritt weiter gehen und Dich an Übergänge vom Galopp in den Schritt und wieder zurück in den Galopp wagen. Um vom Schritt in den Galopp anzugaloppieren, muss Dein Pferd noch mehr Kraft in der Hinterhand anwenden und somit intensivierst Du das Training.

Aber denk dran: Gerade beim Übergang vom Galopp in den Schritt ist von Dir und Deinem Pferd viel Koordination und Balancegefühl gefragt. Hier werden Reit- und Ausbildungsfehler also auf beiden Seiten schnell erkennbar!

Für diese Art von Übergängen kannst Du die gleichen Bahnfiguren reiten wie bei den Galopp-Trab-Übergängen und den Schwierigkeitsgrad der Übung so nach und nach erhöhen. Nutze zudem die ganze Bahn: Pariere Dein Pferd dazu zum Beispiel bei K vom Galopp in den Schritt durch, reite im Schritt bis E, galoppier wieder an und parier gleich wieder bei H durch. Mache genau so weiter und reite bei jedem Bahnpunkt einen Übergang bis Du wieder bei K angelangt bist.

Auch hier ist es wichtig, dass Du Dein Pferd im Schritt weitertreibst und die Hinterhand weiterhin aktiv hältst. Galopp-Schritt-Übergänge sind übrigens die erste Vorbereitung für einfache Galoppwechsel und sollten sitzen, bevor Du Dich an die Wechsel rantraust!

Halt-Galopp-Halt

Sollten die Übergänge in allen Gangarten einwandfrei klappen, kannst Du auch vom Halt angaloppieren und vom Galopp in den Halt wechseln. Allerdings ist für diesen Übergang vom Galopp in den Halt ein hohes Maß an Versammlung von Deinem Pferd gefragt und auch Du musst Deine Hilfen präzise geben können. Zudem solltest Du diese Lektion natürlich erst reiten, wenn Halt-Trab-Übergänge einwandfrei klappen!

Um Dein Pferd aus dem Galopp in den Halten zu bekommen, musst Du es im Galopp zunächst mit halben Paraden auf den Übergang vorbereiten. Nehme Deinen inneren Hüftknochen wieder zurück, belaste beide Gesäßknochen gleichzeitig und lege beide Schenkel treibend an den Gurt. Wie bei jedem Übergang nach unten musst Du tief im Sattel einsitzen und zusätzlich eine aushaltende Zügelhilfe geben. Dadurch tritt Dein Pferd vermehrt unter und bleibt stehen. In der Sekunde des Haltens musst Du bereits mit Deinen Händen nachgeben, ansonsten fällt Dein Pferd auf die Vorhand!

Am besten übst Du den Halt aus dem Galopp zunächst bei A oder C, weil Du so besser den genauen Haltepunkt einschätzen kannst. Dein Pferd sollte bereits schön versammelt galoppieren, bevor Du die Hilfen zum Halten gibst. Am besten solltest Du deshalb mindestens eine lange Seite im Galopp geritten sein, bevor Du Dein Pferd zum Halten durchparierst. Später kannst Du es dann auch bei E und B sowie auf der Mittellinie bei X üben. Nutze bei dieser Lektion am besten die ganze Bahn wie Du es auch beim Reiten der Galopp-Schritt-Übergänge gemacht hast.

Reittipp: Atme beim Halten tief aus! So entspannst Du und überträgst diese Entspannung auch auf Dein Pferd. Dadurch klappt der Übergang vom Galopp in den Halt meistens besser!

Tempowechsel

Warum Du Tempowechsel reiten solltest:

Neben Übergängen kannst Du auch Tempowechsel vom versammelten Galopp in den starken Galopp reiten. Diese sind zum einen super, um zu testen, wie leicht sich Dein Pferd von Dir kontrollieren lässt. Zum anderen kannst Du so auch kontrollieren, wie fein Deine Hilfen sind. Zudem sorgen Tempowechsel dafür, dass Dein Pferd sich im Galopp unterschiedlich anstrengen und seine Hinterhand mehr oder weniger stark aktivieren muss.

So reitest Du Tempowechsel richtig

Allerdings sind solche Tempowechsel für Dein Pferd sehr belastend, weshalb Du anfangs nur wenige Galoppsprünge verlängern solltest. Wichtig ist, dass Dein Pferd dabei nicht einfach schneller wird, sondern raumgreifender springt. Treibe dazu vermehrt im versammelten Galopp und gib mit Deinen Händen leicht nach, um die nötige Rahmenerweiterung zu ermöglichen. Um die Galoppsprünge wieder zu verkürzen, musst Du weiterhin treiben, fängst dieses Vorwärtstreiben aber gleichzeitig mit weichen Paraden auf. So versammelst Du Dein Pferd wieder vermehrt und bringst es vom starken Galopp zurück in den versammelten.

Am besten reitest Du die Tempowechsel im Galopp auf der ganzen Bahn. Lege dazu an der langen Seite an Tempo zu und verkürze den Galopp an der kurzen Seite. Ebenfalls bietet sich hier die Diagonale der ganzen Bahn sowie die Mittel- und Viertellinie an. Zudem kannst Du Tempowechsel auch auf gebogenen Linien auf dem Zirkel reiten: Lege dazu an der offenen Zirkelseite zu und verkürze das Tempo wieder an der geschlossenen.

2. Außengalopp

Was Außengalopp bedeutet und warum Du ihn reiten solltest:

Während beim Handgalopp das zum Bahninneren innere Beinpaar weiter vorgreift, greift beim Außengalopp das äußere Beinpaar weiter vor. Um beim Außengalopp nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, muss Dein Pferd bei dieser Übung automatisch mehr Last mit seiner Hinterhand aufnehmen. Deshalb ist der Außengalopp eine super Übung, um den Versammlungsgrad Deines Pferdes im Galopp zu fördern. Zudem hilft der Außengalopp sehr gut dabei, Dein Pferd gerade zu richten. Denn durch die Begrenzung der Bande kann es mit seinem inneren Hinterbein nur schwer nach innen ausweichen.

So reitest Du den Außengalopp richtig

Um im Außengalopp reiten zu können, muss Dein Pferd bereits sehr fein auf Deine Galopphilfen reagieren. Du solltest daher in der Lage sein, an jeder beliebigen Stelle angaloppieren zu können. Fang mit den ersten Übungen im Außengalopp am besten erst auf freien Linien an und lass Dein Pferd anfangs nicht zu lange im Außengalopp springen, denn dieser ist sehr anstrengend für Dein Pferd. Erhöhe die Anzahl an Sprüngen im Außengalopp langsam von einer Trainingsstunde zur nächsten.

Um den Außengalopp richtig zu reiten, solltest Du Dein Pferd zum Beispiel beim Außengalopp auf der linken Seite auch links gestellt lassen, während Dein rechter Schenkel verwahrend hinterm Gurt liegt. Versuche dabei nicht zu verkrampfen oder Dein Pferd zu sehr am Umspringen zu hindern, denn dadurch blockierst Du es nur und Dein Pferd wird schief! Am besten ist es, dass Du Dich voll und ganz auf den eigentliche Galopp, also in diesem Fall den Linksgalopp konzentrierst und nicht zu viel nachdenkst. Konzentriere Dich darauf, den gewünschten Galopp zu erhalten und setze Deine Hilfe für den Linksgalopp einfach fort – mehr nicht!

Zu Beginn kannst Du zum Beispiel einfache Schlangenlinien an der langen Seite reiten und den Bogen langsam immer weiter ausreiten. So lässt sich der Außengalopp gut einführen, ohne dass Du die Hand wechseln musst. Das macht es Deinem Pferd, aber auch Dir ein wenig einfacher. Wenn dies klappt, und um den Schwierigkeitsgrad zu steigen, kannst Du durch die halbe Bahn wechseln, dann durch den Zirkel und später durch die ganze Bahn. Am Ende steht dann aus der Ecke kehrt an. Hier hast Du nach der Kehrtvolte noch einen großen Teil der langen Seite zur Verfügung, um Dein Pferd auf gerader Linie im Außengalopp zu reiten.

Sobald der Handwechsel mit anschließendem Außengalopp auf gerader Linie bei Euch problemlos klappt, kannst Du damit anfangen, Dein Pferd auch durch die Ecken im Außengalopp zu reiten. Allerdings solltest Du die Ecken hier anfangs deutlich abrunden, da Dein Pferd hier ein hohes Maß an Balance aufbringen muss und es zu Beginn eine entsprechend anspruchsvolle Übung ist.

Wenn diese Übungen gut klappen und Dein Pferd bereits gut im Außengalopp trainiert ist, kannst Du das Training noch weiter intensivieren. Nutze dafür anspruchsvollere Hufschlagfiguren und lasse Dein Pferd zum Beispiel ohne Galoppwechsel aus dem Zirkel wechseln oder reite Schlangenlinien durch die Bahn.

Des Weiteren ist der Außengalopp eine eine super Übung, um fliegende Galoppwechsel zu erarbeiten. Dank Außengalopp-Schritt-Außengalopp-Übergänge kannst Du die Balance Deines Pferdes verbessern, es gerade richten und seine Hinterhand vermehrt aktivieren!

Lesetipp: Mehr Tipps zum Außengalopp, wie Du ihn richtig reitest und gängige Probleme löst, erfährst Du in diesem tollen Artikel!

3. Galoppwechsel

Wie Galoppwechsel aussehen:

Eine Übung, die Du nur im Galopp reiten kannst, ist der Galoppwechsel. Dabei wechselst Du von der einen Hand auf die andere, sprich vom Rechts- in den Linksgalopp und umgekehrt. Während zwischen dem „einfachen Galoppwechsel“ und dem „fliegenden Galoppwechsel“ unterschieden wird. Beim einfachen Galoppwechsel parierst Du Dein Pferd durch und galoppierst es ein paar Schritte später wieder auf der anderen Hand an. Der fliegende Galoppwechsel ist deutlich schwieriger: Hier wechselt Dein Pferd in der Schwebephase des Galopps von der einen Hand auf die andere.

Am besten beginnst Du das Galoppwechsel-Training indem Du Dein Pferd zunächst von seiner schlechten auf die gute Seite wechseln lässt. Den meisten Pferden fällt es so einfacher, diese Übung zu lernen.

Der einfache Galoppwechsel

Der einfache Galoppwechsel ist eine super Übung, um Dein Pferd zu gymnastizieren, seine Hinterbeine zu stärken und die Durchlässigkeit zu verbessern. Wichtig ist, dass Dein Pferd halbe Paraden bereits durchlässig annimmt und dass es im Galopp losgelassen und geradegerichtet ist. Außerdem sollten Schritt-Galopp-Übergänge sowie das Angaloppieren aus dem Schritt schon problemlos klappen. Denn letztendlich werden diese beiden Übungen beim einfachen Galoppwechsel aneinandergereiht.

Beim Reiten von einfachen Galoppwechseln kannst Du das Zusammenspiel Deiner Hilfen sehr gut verfeinern. Du muss allerdings ausbalanciert sitzen können, um Dein Pferd beim einfachen Galoppwechsel und der damit verbundenen Balanceveränderung nicht zu stören. Wie bei jeder Lektion gilt: Reite den Übergang aktiv und zwar sowohl die Parade, als auch den Schritt!

Am besten lässt sich der einfache Galoppwechsel übrigens in der Übergangsphase von der Lösungs- zur Arbeitsphase einbauen: Mithilfe von einfachen Galoppwechseln kannst Du nämlich wunderbar die Versammlung erarbeiten und Dein Pferd so auf schwierigere Lektionen in der Arbeitsphase vorbereiten.

Um den einfachen Galoppwechsel zu üben, reite zunächst zum Beispiel im Rechtsgalopp auf dem Zirkel und parier Dein Pferd bei M in den Schritt durch. Reite dann fleißig weiter im Schritt, stell Dein Pferd um und galoppier bei X in den Linksgalopp an. Sollte der einfache Wechsel bereits gut beim Wechseln aus dem Zirkel klappen, kannst Du ihn auch beim Wechseln durch die Länge der Bahn reiten.

Etwas schwieriger wird es dann schon beim Reiten von Kehrtvolten. Reite zum Beispiel bei B auf der langen Seite im Rechtsgalopp, wende Dein Pferd nach der Ecke vor A ab, pariere kurz danach in den Schritt und galoppier dann bei B wieder in den Linksgalopp an. Baue zudem noch den Außensalopp ein und reite einfache Wechsel auf der ganzen Bahn.

Lesetipp: In diesem Beitrag wird Dir Schritt für Schritt erklärt, wie Du den einfachen Galoppwechsel reitest und erarbeiten kannst.

Der fliegende Galoppwechsel

Diese Lektion verlangt von Dir unheimlich viel Feingefühl und Du musst den Galopp Deines Pferdes sehr gut erfühlen können. Versuche bei dieser Übung gar nicht erst nachzudenken: Der fliegende Galoppwechsel muss nach Gefühl erfolgen, ansonsten wirst Du die Hilfen garantiert zu spät geben!

Bevor Du Dich an diese Lektion herantraust, sollten Tempowechsel im Galopp bereits sehr gut klappen und Du solltest diese nur aus Deinem Sitz heraus reiten können. Natürlich sollte auch der einfache Galoppwechsel sowie der Außengalopp bei Dir und Deinem Pferd bereits einwandfrei klappen. Und wie auch beim einfachen Galoppwechsel ist es wichtig, dass Dein Pferd sich mühelos biegen und wieder geraderichten lässt. Dein Pferd muss versammelt und mit einer deutlichen Aufwärtstendenz galoppieren können. Der Galopp Deines Pferdes muss also sehr gut ausgebildet sein, denn ansonsten wirst Du bei fliegenden Galoppwechseln immer Probleme haben!

Außerdem solltest Du fliegende Galoppwechsel am besten zusammen mit Deinem Reitlehrer trainieren, sonst schleichen sich schnell Fehler ein. Gut ist es auch, wenn Du fliegende Galoppwechsel zunächst selbst auf einem erfahrenen Pferd lernst. Diese gemeinsam mit Deinem Pferd zu erlernen, könnte sich als schwierig herausstellen und gelingt oftmals nur sehr talentierten Pferd-Reiter-Paaren.

Übe zunächst am besten auf dem zweiten Hufschlag an der langen Seite. So hast Du genügend Zeit, den richtigen Moment zu erfühlen und Dein Pferd wird dank der Bande daran gehindert nach dem Umspringen wegzurennen. Lass Dein Pferd dabei vom Hand- in den Außengalopp springen. Alternativ kannst Du Dein Pferd auch auf der einfachen Schlangenlinie bei B oder E umspringen lassen oder lässt es beim Reiten einer Kehrtvolte wechseln.

Tipp: Bei vielen Pferden hilft es auch, für den fliegenden Wechsel anfänglich immer den selben Bahnpunkt zu nutzen. Aber Achtung: Dein Pferd darf dabei natürlich nicht so konditioniert werden, dass es den Wechsel bereits von sich aus vorwegnimmt!

Die Hilfen für den fliegenden Galoppwechsel

Gib die Hilfen für den fliegenden Galoppwechsel direkt vor der Schwebephase: Bereite Dein Pferd dafür mit halben Paraden vor und setz Dich um, ohne die Haltung Deines Oberkörpers zu verändern. Dein verwahrender äußerer Schenkel gleitet dabei nach vorne zurück zum Gurt, während Dein innerer Schenkel in die verwahrende Position hinter den Gurt wandert. Dadurch sollte sich Deine neue innere Hüfte automatisch nach vorne schieben. Stell Dein Pferd vorm Wechsel zudem ganz leicht um, ohne dabei die Anlehnung zum Pferdemaul zu verlieren. Gib dazu einfach leicht mit Deinem neuen inneren Zügel nach. Nur so kann Dein Pferd mit seinem inneren Hinterbein ausreichend durchspringen.

Lesetipp: Hier gibt es noch mehr Tipps fürs Reiten und Erarbeiten des fliegenden Galoppwechsels, samt Lösungsvorschlägen für gängige Probleme.

4. Seitengänge im Galopp

Wie im Schritt und Trab kannst Du auch im Galopp Seitengänge reiten – die Hilfen bleiben jeweils die selben. Bei der Galopparbeit solltest Du ebenfalls mit dem Schulterherein beginnen. Diese Übung verhilft Deinem Pferd zu einem gesetzteren Galopp, fördert seine Biegsamkeit sowie die Aktivität seiner Hinterbeine.

Danach kannst Du Travers üben, der eine gute Vorbereitung für Galopppirouetten und Galopptraversalen ist. Galopptraversalen werden grundsätzlich im versammelten Galopp geritten und damit Du Richtungsänderungen zwischen zwei Galopptraversalen reiten kannst, musst Du bereits den fliegenden Galoppwechsel beherrschen.

Am besten eignet sich hier zunächst die ganze Galopptraversale bei der Du Dein Pferd von der einen langen Seite zur anderen reitest. Dann kannst Du Dich an die halbe Galopptraversale wagen und Dein Pferd von der langen Seite zur Mittellinie und wieder zurück zur langen Seite reiten. Ebenfalls geeignet für die Galopparbeit ist die doppelte halbe Traversale bei der Du Dein Pferd nach der ersten Ecke bei A in die andere Ecke auf der gleichen Seite Richtung M (oder H) reitest oder von C Richtung K (oder F).

5. Galopppirouette

Bei der Galopppirouette macht Dein Pferd eine kreisförmige Wendung um seine Hinterhand, was die Galopppirouette zu einer der anspruchsvollsten und schwersten Dressur-Lektionen macht. Dein Pferd sollte für diese Übung sehr durchlässig und natürlich bis zur Versammlung ausgebildet sein. Zudem sollten Galopptraversalen sowie das Einfangen in den versammelten Galopp bereits sehr gut klappen.

Am besten übst Du die Galopppirouette auf dem Zirkel. Reite die Galoppsprünge zum Beispiel traversartig auf einem großen Zirkel und verkleinere diesen dabei. So nimmt die Hinterhand Deines Pferdes vermehrt Last auf. Vergrößere den Zirkel dann wieder schulterhereinartig. Sollte dies gut klappen, kannst Du mithilfe einer Kehrtvolte weiter üben. Verkleinere dabei nach und nach das Abwenden bis es zur Pirouette führt.

Alternativ kannst Du die Galopppirouette auch auf der Diagonalen und mithilfe von Volten üben: Reite im versammelten Galopp eine möglichst kleine Volte auf der Diagonalen, reite wieder weiter auf der Diagonalen und setze rund 10 Meter später zur Pirouette an. Wichtig ist, dass Du bei der Galopppirouette jeden einzelnen Galoppsprung aktiv wie beim Angaloppieren reitest. Reite zudem erst Viertelpirouetten und halbe Pirouetten, bevor Du von Deinem Pferd eine ganze Galopppirouette forderst.

Der Galopp bietet eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten!

Wenn Du Dein Pferd bereits richtig im Schritt reitest und Ihr im Trab ein eingespieltes Team seid, dann ist es an der Zeit, mehr und mehr Galopp in Euer Training einzubauen! Mit ihren gymnastizierenden Übungen bietet Dir die Galopparbeit eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten, fördert die Kraft und Ausdauer Deines Pferdes, stärkt seine Hinterhand und Buchmuskeln, verbessert seine Balance und lässt es noch versammelter laufen.

Nutz Du die Galopparbeit bereits in Eurem Training? Was sind Deine Lieblingsübungen im Galopp und Deine besten Tipps? Teile Dein Wissen und Deine Erfahrung mit anderen Kultreitern in den Kommentaren!

Titelbild: www.depositphotos.com – virgonira

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7 Kommentare

  1. Hey,
    ich bin so froh deine Seite durch Zufall gefunden zu haben! Endlich mal Erklärungen (leicht und verständlich für Doofe) wie ich sie schon ewig gesucht habe! Danke! 🙂

  2. Hallo!
    Ich finde den Artikel klasse, da er sachlich geschrieben und leicht zu verstehen ist und zusätzlich noch viele Anregungen mit sich bringt. Ich habe im Moment leider keinen Platz zur Verfügung, da ich unter 18 bin. Deshalb reite ich im Schritt oft zu einer großen Wiese und Stelle dort 10 Kegel in Form eines Dressurvierecks auf. Die Wiese darf ich natürlich benutzen… Das Pferd, das ich reite ist etwa 1,75m groß und eigentlich recht brav (allerdings etwas schreckhaft). Auf dem „imaginären“ Platz arbeiten wir im schritt, Trab und Galopp. Ich habe jetzt mit den Seitengängen im Galopp begonnen. Das klappt auch alles super und sobald mein Pflegepferd galoppiert klappt alles super. Mein Problem ist das angaloppieren. Da buckelt mein Pferd immer und zwar für eine ganze Weile. In den anderen Gangarten und beim longieren tut es dies nicht und wenn ich erstmal galoppiere klappt alles gut, auch im Gelände. Doch das angaloppieren ist egal wo ein Problem. Hast du einen Tipp?

    MfG, Anna

  3. Hallo Anna,

    kann es sein, dass du das Pferd beim angaloppieren unbewusst blockierst? Da es das beim longieren nicht macht, hört es sich so an. Gibst du die Hand genügend vor, um den Galoppsprung nach vorne herauszulassen? Ist es evtl vorher im Trab nicht richtig über den Rücken „da“? Dann solltest du mal probieren, es im leichttraben auf den Galopp vorzubereiten und nur 2 Tritte auszusitzen, bevor du angaloppieren möchtest. Das ersetzt natürlich nicht das Ziel, dass das Pferd auch im ausgesessenen Trab den Rücken hergibt, aber das ordentliche Anspringen scheint erstmal eine größere Baustelle.

    LG Ramona

  4. Hallo, durch Zufall bin ich auf deinen Blog gestoßen. Ich finde es super wie schön und einfach du es erklärst und das so, dass auch jeder es verstehen kann. Galopparbeit finde ich sehr wichtig. Ich nehme sehr gerne Stangen und Cavalettis mit dazu. Diese werden auch mit in die Übergänge oder Tempowechsel mit eingebaut. Ein paar Wege zum fliegenden Galoppwechsel haben wir auch schon in unseren Blog bearbeitet.
    In Zukunft werde ich öfters deinen Blog besuchen. Immer wieder neue Tipps und Ideen für das tägliche Training kann jeder gebrauchen 🙂
    Liebe Grüße
    Tanita von Pferdewiese

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