Die Arbeit mit Pferden macht unheimlich viel Spaß! Doch damit sie Deinem Pferd genauso viel Spaß macht, solltest Du immer auf zwei sehr wichtige Dinge achten: Deine innere Ruhe und Konsequenz. In diesem Beitrag verrate ich Dir, warum diese beiden Punkte bei der Arbeit mit Pferden so wichtig sind und gebe Dir ein paar Tipps, damit der Umgang mit Deinem Pferd besser klappt.

Mit Pferden Arbeiten: Die wichtigsten Eigenschaften

Innere Ruhe und Konsequenz

1. Innere Ruhe

Die wohlmöglich wichtigste Eigenschaft, die Du bei der Arbeit mit Pferden benötigst, ist die Fähigkeit zur inneren Ruhe. Das bedeutet, dass Du im Umgang mit Pferden immer ruhig und geduldig sein solltest. Denn Geduld ist das A und O beim Umgang mit Pferden! Du solltest also nicht dazu neigen, Dich schnell aufzuregen oder gar genervt zu sein.

Falsche Reaktion

Denn das führt erstens dazu, dass Du unbedachte Entscheidungen triffst und falsch reagierst, und das ist meisten nicht sehr fair Deinem Pferd gegenüber. Wenn Du mit Pferden arbeitest, musst Du jederzeit einen klaren Kopf behalten, und solltest Dich nicht ärgern oder gar aggressiv reagieren.

Schlechte Beziehung

Zweitens sind Pferde sehr sensible Tiere, die sehr schnell gestresst sind, wenn es um ihnen herum irgendwie unruhig wird. Und mit einer genervten Art sorgst Du für Stress, was Dein Pferd schnell unglücklich macht. Außerdem herrscht so keine gute Stimmung zwischen Dir und Deinem Pferd und Eure Beziehung wird darunter sehr leiden.

Konzentration und Bewusstsein

Zur inneren Ruhe und Geduld gehört natürlich auch die Konzentration und das Bewusstsein. Diese beiden Punkte sind mindestens genauso wichtig, denn innere Ruhe und Geduld funktionieren nicht ohne Konzentration und Bewusstsein, und genauso funktionieren auch die Konzentration und das Bewusstsein nicht ohne die innere Ruhe und Geduld!

Wie auch beim Reiten, solltest Du Dich entsprechend jederzeit voll und ganz konzentrieren und alles ganz genau wahrnehmen. Sei Dir der Situation immer ganz genau bewusst. Du solltest Dich immer auf Dein Pferd, seine Körpersprache und Signale konzentrieren, und natürlich gleichzeitig auch auf Deine eigene Körperhaltung. Wenn Du also mit Pferden arbeitest, dann immer mit vollem Bewusstsein über jede Kleinigkeit, die gerade passiert!

Mehr Gelassenheit

Nicht nur Deinem Pferd tut diese innere Ruhe und Geduld gut, auch Dir wird sie gut tun: Du regst Dich nicht auf, Du gibst keinem die Schuld und Du gehst prinzipiell entspannter Probleme an. Und das nicht nur bei der Arbeit mit Pferden, sondern auch im Alltag, zu Hause, in Deinem Job, bei Terminen oder im Supermarkt. Diese Gelassenheit, die Du durch die Arbeit mit Pferden mehr und mehr bekommst, und auch bekommen musst, wird Dich zu einem zufriedeneren Menschen machen. Genau deshalb ist die Arbeit mit Pferden auch so toll – wir lernen durch sie gelassener zu werden!

Kontrolle in schwierigen Situationen

Vor allem bei der Arbeit mit temperamentvollen Pferden ist es wichtig, stets innere Ruhe zu bewahren und diese Ruhe auch nach außen auszustrahlen. Die innere Ruhe hilft Dir dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen und selbst in brenzligen Situation schnell und richtig zu reagieren. Zudem gibst Du Deinem Pferd dadurch Sicherheit und bietest ihm eine Art Anhaltspunkt, um die Situation besser einzuschätzen.

Dein Pferd wird Dich in jeder Situation als einen wichtigen Partner sehen und schauen, wie Du Dich verhältst, was Du machst und wie Du reagierst. Sollte eine Situation also mal sehr brenzlig werden und Du selbst reagierst panisch, wird auch Dein Pferd Panik bekommen. Denn wenn es merkt, dass Du die Situation als beängstigend einschätzt, wird Dein Pferd erst Recht Angst bekommen und alles mögliche tun wollen, um dieser Situation zu entkommen!

Dein Pferd beruhigt sich schneller

Egal, was also ist, bleib ruhig und gelassen. Denn wenn Du Dich selbst nicht aufregst und Ruhe bewahrst, wird sich auch Dein Pferd schneller beruhigen. So kommt es gar nicht erst dazu, dass Dein Pferd Angst bekommt und sich bis ins Unermessliche aufregt. Es ist also eigentlich ganz einfach: entspanne Dich und auch Dein Pferd wird sich entspannen.

Merke Dir: Umso mehr Du Dich selbst aufregst, nervös wirst und panisch reagierst, umso mehr wird auch Dein Pferd dieses Verhalten ausüben!

Wichtiges Indiz

Sollte Dein Pferd nicht auf Dich achten und Dein Verhalten werten, um die Situation besser einzuschätzen, musst Du grundlegend an Eurer Beziehung arbeiten. Denn das bedeutet, dass Dein Pferd Dich nicht anerkennt, Deine Meinung und Anwesenheit nicht schätzt, und Dir entsprechend auch nicht vertraut. Hier hilft es nur, ganz von vorne zu beginnen und am Grundvertrauen zwischen Dir und Deinem Pferd zu arbeiten. Ein gutes Mittel ist hier die Arbeit im Roundpen sowie viel Bodenarbeit.

Lesetipp: Auch Daniela von Fair Riding Corp schreibt in diesem Beitrag, wie wichtig die innere Ruhe ist und erzählt von ihrem Erfahrungen.

2. Konsequenz

Auch wenn es bei der Arbeit mit Pferden darum geht, ein Team und eine Einheit mit dem Pferd zu werden, ist dennoch Konsequenz und ein wenig Strenge nötig. Ein Pferd, dass Dich ständig umrennt, am Strick zieht, nicht sofort stehen bleibt, wenn Du stehen bleibst, und Dir sogar Drohgebärden signalisiert, ist nicht Dein Partner – und noch weniger seid Ihr ein Team.

Was Konsequenz bedeutet

Bei der Arbeit mit Pferden konsequent zu sein, bedeutet, dass Du Dein Pferd erziehst. Die richtige Erziehung funktioniert mit viel Lob und Motivation, doch manchmal muss auch angemessen bestraft werden, um ein für Pferd und Reiter eventuell gefährliches Verhalten abzutrainieren, oder um dem Pferd zu zeigen, wo die Grenzen sind.

Konsequente Erziehung

Wichtig dabei ist jedoch, dass diese Erziehungsmaßnahmen nicht unwillkürlich stattfinden, sondern eben konsequent. Dass bedeutet, dass Du Dir bei der Arbeit mit Pferden im Klaren sein musst, wie Du in welcher Situation am besten und richtig reagierst, und diese Reaktion so gut es geht immer zeigst.

Fürs Pferd verständlich

Dein Pferd wird sonst nicht verstehen, was Du von ihm möchtest, was es richtig, und was es aus Menschen-Sicht falsch macht. Denn Dein Pferd ist nunmal ein Tier und reagiert so, wie es selbst es für richtig hält. Der Mensch zeigt ihm dann, welches Verhalten in bestimmten Situation vielleicht besser wäre und Gefahren vermeiden könnte.

Wenn Du Dein Pferd das eine Mal ermahnst, wenn es nicht direkt hinter oder auf der Höhe Deiner Schulter stehen bleibt, sobald Du stehen bleibst, das nächste Mal dann aber nicht mehr ermahnst, und das dritte Mal dann wieder doch, kann es keine Logik in Deinem Verhalten erkennen. Und versteht entsprechend auch nicht, warum es gelobt oder bestraft wird. Gerade Bestrafungen sind so gegenüber Deinem Pferd nicht fair, auch wenn sie in der Situation vielleicht absolut angemessen waren.

Merke Dir: Nicht konsequent zu sein,
bedeutet Deinem Pferd gegenüber nicht fair zu sein!

Lesetipp: In diesem Beitrag erfährst Du, wie Du Dein Pferd richtig lobst und so für mehr Motivation sorgst!

Konsequenz bedeutet Routine und Sicherheit

Denn Konsequenz bedeutet für Dein Pferd Routine, und Pferde mögen Routine. Neue Situationen und ungewohnte Abläufe wirken auf Dein Pferd zunächst anstrengend. Denn Dein Pferd muss dieses Neue zuerst abschätzen, um zu erkennen, dass es keine Gefahr bedeutet und es weiterhin sicher ist. Neues bedeutet für Dein Pferd zuallererst Stress. Durch ein konsequentes Verhalten bietest Du Deinem Pferd Routine und gibst ihm Sicherheit.

Mehr Vertrauen

Dadurch, dass Du innere Ruhe ausstrahlst, Dich konsequent verhältst und Deinem Pferd somit gleichzeitig Sicherheit gibst, vergrößert sich auch das Vertrauen Deines Pferdes in Dir. Dadurch, dass Du stets ruhig, bedacht und konsequent handelst, kann sich Dein Pferd sicher sein, dass Du die Situation voll und ganz unter Kontrolle hast, Bescheid weißt, und keinen Grund zur Panik siehst. So wird Dir Dein Pferd mehr vertrauen und Dir auf Schritt und Tritt folgen.

Fazit:

Mit Pferden arbeiten setzt zunächst vor allem Ansprüche an Dich, und nicht an Dein Pferd. Wenn Du mit Pferden arbeitest, solltest Du stets Deine innere Ruhe bewahren und immer konsequent handeln. Nur so fühlt sich Dein Pferd in Deiner Gegenwart sicher, vertraut und folgt Dir.

Was sind Deine Tipps für die Arbeit mit Pferden? Was meinst Du sind die wichtigsten Eigenschaften, die man zur Arbeit mit Pferden benötigt?

Bild: www.depositphoto.com – osons163

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4 Kommentare

  1. Hallo ihr Lieben,
    ich finde ganz wichtig ist auch die Eigenschaft der Liebe. Ich gehe mit meinen Pferden in Liebe, lasse sie spüren, dass ich sie aus tiefestem Herzen liebe. Ein Pferd ist quasi wie ein Kind und Kinder hat man ja auch lieb, egal was sie machen. Ich habe mal versucht ein Pferd aufzuhalftern, nach „altem“ Prinzip (d.h. ich bin viel Energie und evtl. auch Druck in die Box gegangen und er hat mir direkt gespiegelt „ne ne so bitte nicht“). Am nächsten Tag habe ich in mich rein gespürt, die Liebe in mir gespürt und so bin ich ruhig, offen und geduldig in die Box gegangen und siehe da. Das Vertrauen wurde mehr und mehr.

    • Hallo liebe Sabrina,

      Liebe ist wirklich unheimlich wichtig, genauso wie Vertrauen! Das geht beides einher und ist für mich eigentlich selbstverständlich, wenn man mit Pferden arbeitet 🙂 Dein Vergleich mit dem Kind finde ich super, und dass die Pferde uns spiegeln, ist absolut wahr! Deshalb können wir auch unheimlich viel von ihnen lernen, was ich auch so sehr am Zusammensein mit Pferden mag 🙂

      Danke für Deine tollen Worte und alles Liebe,

      Line / Kultreiter

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