Übergänge reiten ist nicht immer ein Zuckerschlecken…Geht Dir das auch so? Du gibst die richtigen Hilfen, dein Pferd galoppiert an und an sich klappt alles auch ganz gut, nur irgendwie dann auch wieder nicht. Übergänge reiten ist nicht immer ganz einfach, aber viele Probleme bei Übergängen lassen sich recht einfach lösen. Und in diesem Beitrag verrate ich Dir, wie Du Wechsel in andere Gangarten besser reiten kannst, damit sie Dir und Deinem Pferd gelingen!

Übergänge reiten: So klappen Wechsel in andere Gangarten besser

Übergänge sehen bei einigen Reitern und Pferden so leicht und einfach aus, als ob gar nicht viel dahinter steht. Doch das stimmt nicht. Ein gelungener Übergang, ein wirklich perfekter Übergang, erfordert sehr viel Konzentration, Feingefühl und Bewusstsein – gerade wenn die Anlehnung dabei erhalten bleiben soll. Viele Reiter vergessen das oftmals und reiten Übergänge ohne sich sonderlich anzustrengen und genau das ist, wie oftmals beim Reiten, das Problem.

Das Problem

Wenn Übergänge reiten auch bei Dir nicht so recht gelingen will, sei es von einer höheren Gangart in eine Niedrigere oder umgekehrt, dann liegt es wahrscheinlich auch bei Dir daran, dass Du Dich nicht gut genug konzentrierst. Und auch wenn Du nun denkst, das stimmt gar nicht, und Du konzentrierst Dich eben doch, dann stimmt das wahrscheinlich auch.

Fehlende Konzentration auf das, was kommt

Denn ich spreche nicht von der Konzentration, die Hilfen im richtigen Moment korrekt zu geben, und sich dabei voll und ganz auf den eigenen sowie den Körper des Pferdes zu konzentrieren. Ich spreche nicht von der Konzentration auf den Moment und das Hier und Jetzt. Nein, ich spreche von der Konzentration auf das, was kommt. Und diese Konzentration fehlt oftmals beim Übergänge Reiten.

Fehlendes Bewusstsein über das, was kommt

Natürlich musst Du Dich auch bei Übergängen wie jederzeit beim Reiten voll und ganz auf den Moment konzentrieren. Du musst feinfühlig sein und Dir sowohl über Deinen Körper und seine Bewegungen als auch über den Körper Deines Pferdes und dessen Bewegungen bewusst sein. Und genau darum geht es, um das Bewusstsein. Das Bewusstsein über das was ist, UND das was kommt. Denn viele sind sich beim Übergänge Reiten nicht darüber bewusst, was kommt.

Die Lösung

Dabei ist die Lösung für Probleme beim Übergänge Reiten ganz einfach: konzentriere Dich auf das, was kommt, und sei Dir dessen bewusst! Das mag sich nun vielleicht nicht nach der größten Offenbarung anhören, aber dennoch ist es eine sehr wichtige Erkenntnis. Damit Deine Wechsel in andere Gangarten also besser gelingen, solltest Du beim Übergänge Reiten Folgendes tun:

Stelle Dir die kommende Bewegung Deines Pferdes bereits vor

Sobald Du mit dem Übergänge Reiten beginnst und damit, die Hilfen für die nächste Gangart zu geben, solltest Du bereits über die kommende Bewegung Deines Pferdes, und darüber, wie sich diese anfühlt, nachdenken. So wirst Du Dir über das, was kommt bewusst, und kannst Dich darauf konzentrieren.

Bewege Dich so, als ob Du bereits in der neuen Bewegung bist

Noch während Du die Hilfen zum Übergang gibst, solltest Du beginnen, Dich bereits so zu bewegen, als ob Dein Pferd in der neuen Gangart ist. Wenn Du also vorhast, vom Trab in den Schritt zu wechseln, sollte Dein Becken bereits die Bewegung und den Takt des Schritts nachahmen. Wenn Du vom Schritt in den Galopp wechseln willst, sollte sich Deine Beckenbewegung also schonmal nach vorne öffnen und den Galloppsprung nachahmen und somit gleichzeitig vorgeben.

Egal welcher Wechsel

Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Wechsel beim Übergänge Reiten, ob sie nun in nur eine oder gleich in zwei höhere oder niedrigere Gangarten ist, sowie für den Übergang in den Halt, oder für ein Zulegen an Tempo. Stelle Dir also immer die neue Gangart und das neue Tempo, das Du reiten möchtest vor, und gebe es mit Deinen eigenen Beckenbewegungen und Deiner eigenen Körperhaltung vor.

Eine Sache von Sekunden

Natürlich ist das Ganze eine Sache von Sekunden, wenn nicht gar Millisekunden. Zwar muss Du beim Reiten immer vieles ganz schnell auf einmal oder kurz hintereinander machen, doch beim Übergänge Reiten wird fast noch mehr in so kurzer Zeit gefordert. Denn wie geschrieben, musst Du nicht nur alles im Jetzt machen, sondern fast gleichzeitig schon im Gleich sein. Das macht Übergänge oft so schwierig.

Warum Du öfters Übergänge reiten solltest

Aber genau aus diesem Grund solltest Du öfters Übergänge reiten. Denn durch das Reiten von Übergängen lernst Du Dich noch viel besser zu konzentrieren und noch bewusster zu reiten. Und vor allem lernst Du, Deinen Körper richtig zu bewegen und somit Deinem Pferd rechtzeitig und nur mit Hilfe Deiner eigenen Bewegungen zu zeigen, was Du von ihm möchtest.

Gut für Dich

Umso öfter und gewissenhafter Du Übergänge reitest, umso bewusster wirst Du reiten. Deine Hilfehebungen werden immer feiner und Du bekommst ein viel besseres Gefühl für die Bewegungen Deines Pferdes. Dadurch lernst Du nicht nur Dich selbst richtig und besser auf Deinem Pferd zu bewegen, sondern erkennst auch schneller, wenn sich Dein Pferd einmal nicht richtig bewegt oder taktunrein läuft.

Gut für Dein Pferd

Für Dein Pferd ist es natürlich immer besser, wenn Du feinfühliger und bewusster reitest! Noch dazu fördern Übergänge auch die Konzentration Deines Pferdes und können bei vielem helfen. Korrekt ausgeführte Übergänge sorgen zum Beispiel dafür, dass Dein Pferd vermehr Gewicht auf der Hinterhand aufnimmt und sich letztendlich besser versammelt, besonders bei Übergängen vom Schritt in den Galopp.

Gut für Euch!

Und genau deshalb sind Übergänge gut für Euch beide: durch sie werdet ihr zu einem noch besseren Team und zu einer Einheit. Denn Übergänge funktionieren nur richtig gut, wenn Du und Dein Pferd eins werden. Nur wenn Du ganz und gar die Bewegungen Deines Pferdes mit Deinem eigenem Körper, Deinem Becken, nachahmst, verschmelzt Ihr zu einem einzigen Körper. Durch das vermehrte Üben von Übergängen kommt ihr diesem hohen Ziel der Reiterei einem Stückchen näher!

Lesetipps: Cavallo erklärt ebenfalls wie wichtig Übergänge sind und gibt ein paar hilfreiche Tipps. Und hier noch ein paar grundlegende Tipps, wie Du besser reitest und die größten Reitfehler vermeidest.

Übergänge reiten leicht gemacht!

Übergänge reiten mag sich einfach und leicht anhören und sieht bei einigen Reitern und Pferden auch federleicht aus. Doch Übergänge erfordern fast noch mehr Konzentration und Bewusstsein als andere Übungen: sie fordern, dass Du Dich als Reiter sowohl auf das Jetzt als auch auf das Gleich konzentrierst.

Wenn Du Dir der kommenden Bewegung der neuen Gangart voll und ganz bewusst bist, und diese bereits leicht mit Deiner eigenen Körperbewegung nachahmst, sollten Übergänge bald besser gelingen. Zudem solltest Du Übergänge öfters reiten, denn sie machen Dich zu einem besseren Reiter, helfen auch Deinem Pferd dabei sich besser zu tragen, und lassen euch zu einem besseren Team, einer Einheit werden!

Hast Du auch Tipps, wie Übergänge besser klappen? Dann teile Deine Tipps in den Kommentaren!

Bild: www.istockphotos.com – CMOgilvie
* Bildhinweis: Der Sinn und Einsatz von Sperriemen wird viel diskutiert. Zwar wird der Sperriemen auf diesem Bild nur leicht verschnallt und bedeutet keine allzu große Einschränkung fürs Pferd, dennoch spricht mehr gegen den Gebrauch von Sperriemen als für. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

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4 Kommentare

  1. Super Artikel 🙂 Mir hat es vor allem geholfen, sich z.B. das durchparieren vom Trab zum Schritt nicht als „Beenden des Trabes“ sondern als “ Beginn des Schritts“ vorzustellen.
    Ganz liebe Grüße 😉

    • Danke liebe Vivian! 🙂
      Genau darum geht es: bereits in der Zukunft zu sein und nicht an das Ende einer Lektion, sondern an den Anfang der Neuen zu denken. Das klappt auch bei allen anderen Reitübungen super, auch wenn es genau das ist, was gutes Reiten so anspruchsvoll macht. Man muss gleichzeitig im Jetzt aber auch im Gleich sein 😉 Aber sobald man den Trick raus hat, klappt es auf einmal super gut 🙂
      Xxx line

  2. Hallo Line,
    sehr schöner Artikel! Ich habe eben zwei Reitstunden gegeben und mir genau diese Themen zur Brust genommen, ohne dass ich deinen Artikel vorher gelesen habe. Besonders gefällt mir dein Ansatz auf das zu schauen, was kommt – nicht das, was gerade ist. So habe ich eben erklärt, sich den Trab schon vorzustellen, während man ihn vorbereitet – und siehe da, es klappte wieder ein kleines bisschen besser! Die fehlende oder eben „fehlfokussierte“ Konzentration ist bei den meisten Reitern glaube ich das Hauptproblem. Deshalb mag ich auch das Töttern und Quasseln im Schritt nicht so gerne – es versaut die Königsdisziplin! 😀 Liebe Grüße!! 🙂

    • Hallo Miri,
      danke! Mir viel es echt schwer, die richtigen Worte zu finden und zu beschreiben, was ich genau meine. Aber es freut mich, dass ich mich wohl halbwegs verständlich ausgedrückt habe 😉 Und ich finde Deine Beschreibung auch super: die “fehlfokussierte” Konzentration – das ist sehr treffend!
      Danke für Deinen Einblick und alles Liebe!
      line / Kultreiter

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