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Immer mehr Pferde leiden heutzutage an Sommerekzem, wodurch die Weidesaison vielmehr zu einer Herausforderung für Pferd und Besitzer wird. Teilweise kratzen sich Pferde bis aufs Blut und nicht selten sind schlimme Entzündungen die Folge. Wie genau das Sommerekzem entsteht, welche Rassen besonders betroffen sind und was du tun kannst, damit dein Pferd möglichst vom Ausbruch und den schweren Folgen des Sommerekzems verschont bleibt, erfährst du in diesem Beitrag! Außerdem gibt es ein paar spannende Antworten von Frederik Wolf, studierter Agrarwissenschaftler, mit dem ich mich zu diesem Thema unterhalten habe.

Sommerekzem beim Pferd: Ursachen, Vorbeugung und Behandlung
– Interview mit Sommerekzem-Experte Frederik Wolf

Was hinter dem Begriff Sommerekzem steckt

Das Sommerekzem ist eine chronische Hauterkrankung, die letztendlich auf eine allergische Reaktion in Kombination mit einer Stoffwechselstörung zurückzuführen ist. Hier spielt auch das Immunsystem des Pferdes eine große Rolle, denn häufig liegt dem Sommerekzem ein geschwächtes Immunsystem zugrunde – ähnlich wie bei der Mauke. Heutzutage gehört das Sommerekzem zu den am meisten verbreiteten Hautkrankheiten bei Pferden und plagt jedes Jahr aufs Neue tausende Pferde.

So wird das Sommerekzem beim Pferd ausgelöst

Auslöser ist der Stich einer weiblichen, befruchteten Culicoides-Mücke, auch Gnitze oder Kriebelmücke genannt. Dabei reagiert das Pferd allergisch auf den Speichel dieser Mücke. Dieser enthält ein Sekret, das die Blutgerinnung hemmt und der Mücke so das Saugen erleichtert. Da diese Mückenart besonders in den wärmeren Monaten zwischen Mai und August vorkommt, wird vom sogenannten Sommerekzem gesprochen.

Nach einem Stich bilden sich bei betroffenen Pferden unter der Haut stecknadelgroße, juckende Knoten. Diese jucken teilweise so stark, dass sich Pferde blutig kratzen. Nicht selten sind schlimme Entzündungen die Folge, während sich die Krankheit immer weiter ausbreitet. Bei manchen Pferden geht das sogar so weit, dass sie auf Stiche anderer Insekten reagieren. Besonders betroffen sind der Mähnenkamm, die Kruppe, der Widerrist, die Schweifrübe und die Bauchnaht. Aber auch die Ohren sowie das Gesicht zählen hierzu. Das liegt daran, dass die Pferdehaare hier senkrecht stehen und die Mücken an diesen Stellen am liebsten zustechen.

Ursachen für das Entstehen eines Sommerekzems

Das Sommerekzem ist eine sehr komplexe Erkrankung, weshalb hier gleich mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Ursachen für einen Ausbruch können sowohl exogene als auch endogene Allergene sein. Exogen ist in diesem Fall die allergische Reaktion auf den Speichel der Mücke, während Stoffwechselveränderungen endogene Faktoren darstellen. Diese werden insbesondere durch eine falsche Haltung wie zu wenig Bewegung oder falsches Futter, aber auch durch Stress ausgelöst.

Gerade eine fehlerhafte Fütterung kann einen großen Einfluss auf den Stoffwechsel deines Pferdes nehmen. Wenn dein Pferd zum Beispiel nicht ausreichend mit Mineralien versorgt wird, kann dies sein Immunsystem schwächen. Gleichzeitig ist aber auch eine zu reichhaltige Fütterung schlecht für dein Pferd und kann den Ausbruch des Sommerekzems begünstigen. Aus diesem Grund wird das Sommerekzem manchmal auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet.

Letztendlich kannst du dir das Sommerekzem wie eine Art Neurodermitis beim Menschen vorstellen, bei der das Immunsystem deines Pferd überempfindlich gegen bestimmte Stoffe reagiert. Frederik Wolf erklärt es so:

“Durch den durch schlechte Umwelteinflüsse stark belasteten Organismus kommt es zu einer mangelhaften Immunabwehr und zu einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe (Allergene) oder Schädlichkeiten (Noxen). Es werden Substanzen, die eigentlich über den Darm ausgeschieden werden, nun über die Haut abgegeben, weshalb das Sommerekzem eine chronische Ausleitungsschwäche darstellt. Häufig wird die Erkrankung deshalb mit der Neurodermitis des Menschen verglichen.”

Rassen, die besonders anfällig fürs Sommerekzem sind

Egal, welcher Rasse dein Pferd angehört, kann es an Sommerekzem leiden. Dennoch gibt es bestimmte Rassen, die besonders häufig vom Sommerekzem betroffen sind. Hierzu zählen vor allem nordische Rassen wie Isländer, Norweger oder Friesen. Das liegt daran, dass Gnitzen in diesen Regionen nur sehr selten oder gar nicht vorkommen und diesen Rassen somit die nötigen Abwehrstoffe fehlen. Aber auch robuste Rassen wie Haflinger oder Criollos leiden häufiger am Sommerekzem als andere Rassen.

Mit rund 18% stellen die Isländer allerdings die am häufigsten betroffene Pferderasse dar. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass das Immunsystem der Islandpferde nach dem Import besonders anfällig ist. Interessant ist auch, dass das Sommerekzem bei Isländern auf Island selbst nahezu nie vorkommt, da die Stechmücke hier nicht anzutreffen ist.

Das Sommerekzem ist erblich

Forscher konnten zudem ein Gen identifizieren, bei dem die homozygoten Träger ein erhöhtes Risiko für das Sommerekzem aufweisen. Es ist also bewiesen, dass die Veranlagung für das Sommerekzem genetisch verankert ist. Bei vielen Pferden ist die Ekzembereitschaft der Haut dementsprechend angeboren. Dabei kommt es nicht zwingend bei jedem Pferd, das dieses Gen in sich trägt, zum Ausbruch des Sommerekzems. Die größte Rolle spielen hier mit 70% immer noch Umwelteinflüsse wie die Haltung und Fütterung, während das Gen nur 30% ausmacht.

Immer mehr Pferde leiden an Sommerekzem

Auffallend ist jedoch, dass heutzutage immer mehr Pferde an Sommerekzem leiden und die Anzahl der betroffenen Pferde anderer Rassen von Jahr zu Jahr steigt. Hier sieht Frederik Wolf vor allem den Trend zur Offenstallhaltung, aber auch die immer mehr werdenden, negativen Umwelteinflüsse als Grund:

“Leider ist in den letzten Jahren ein Anstieg der Erkrankung anderer Rassen zu verzeichnen, was auf die beliebter gewordene artgerechte Offenstallhaltung und damit verstärkter Kontakt mit den allergieauslösenden Insekten zurückzuführen sein kann. Die Zunahme negativer Umwelteinflüsse kann ebenfalls ein Grund dafür sein.”

Wann es letztendlich zum Ausbruch kommt und wie sich die Krankheit entwickelt, ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Auch wenn das Sommerekzem zum größten Teil angeboren ist, sind Späterkrankungen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren keine Seltenheit. Während viele Pferde nach Ausbruch ihr Leben lang an den Folgen der Krankheit leiden, verschwindet das Sommerekzem bei anderen ohne ersichtlichen Grund wieder.

So erkennst du, ob dein Pferd an Sommerekzem leidet und kannst die Behandlung unterstützen!

Die Stadien des Sommerekzems und wie du es rechtzeitig erkennst

Ob dein Pferd an Sommerekzem leidet, merkst du häufig an seinem veränderten Verhalten: es ist unruhig, schlägt viel mit dem Schweif und versucht sich vehement zu kratzen. Die kleinen Pusteln, die unmittelbar nach dem Stich der Mücke entstehen, sind hingegen nur schwer zu erkennen. Viele Pferdebesitzer bemerken das Sommerekzem allerdings erst, wenn es offensichtlich wird und ihr Pferd sich regelrecht blutig gekratzt hat.

Wenn du nicht eingreifst, gehen deinem Pferd mit der Zeit durch das ständige Scheuern die Haare an den betroffenen Stellen aus. Es wird also kahl. Und noch schlimmer:

“…Es bilden sich dickere Blasen, die zusammenfließen und aufgehen, sodass juckende, nässende Stellen mit Krusten entstehen.”, schildert Frederik Wolf.

Im schlimmsten Fall dringen Bakterien und Pilze ein, Entzündungen entstehen und es bilden sich offene und sogar eitrige Stellen. Dies zieht natürlich noch mehr Insekten an – ein böser Teufelskreis entsteht.

Viele Pferde reagieren von Jahr zu Jahr immer schlimmer auf den Stich der Mücke. Bei Pferden, die über Jahre hinweg an Sommerekzem leiden, entstehen am Widerrist und Mähnenkamm dicke Falten und diese können sogar verhornen. Während bei Pferden, die nur leicht an Sommerekzem leiden, das Langhaar auf Dauer dünn und brüchig wird. Zudem kannst du häufig beobachten, dass der Mähnenkamm warm und angeschwollen ist. In extremen Fällen werden Pferde aufgrund des ständigen Juckreizes so unruhig, dass sie unreitbar sind. Sie schütteln sich ständig und versuchen sich überall zu reiben.

So kannst du dem Sommerekzem vorbeugen und die Behandlung unterstützen

Das Wichtigste zuerst: Handel schnell!

Sobald du die ersten Anzeichen eines Sommerekzems erkennst und auch nur die Vermutung hast, dass dein Pferd an Sommerekzem leidet, solltest du schnell eingreifen. Denn nur wenn du deinem Pferd rechtzeitig hilfst, kann es von dem oftmals schlimmen Leidensprozess, den das Sommerekzem mit sich bringt, verschont bleiben.

Ein Bluttest schafft Klarheit
Sollte dein Pferd die typischen Symptome zeigen, solltest du um Klarheit zu haben einen Bluttest machen. Wenn dieser positiv ausfällt, leidet dein Pferd tatsächlich an Sommerekzem.

Das A und O: Mückenabwehr!

Da das Sommerekzem durch den Stich einer Mücke ausgelöst wird, ist das Allerwichtigste zunächst, dass du dich um eine gute Mückenabwehr kümmerst. Du solltest also dein Bestmögliches tun, damit dein Pferd nicht von den Mücken geplagt wird!

Mückensprays

Um Mücken, aber auch nervige Fliegen oder gar Bremsen von deinem Pferd fernzuhalten, kannst du sogenannte Mücken- oder Fliegensprays verwenden. Diese halten Insekten durch ihren Geruch ab und werden oftmals auf Basis ätherischer Öle hergestellt oder sind wahre Chemiebomben – auf diese solltest du besser verzichten! Ein tolles Insektenspray ist InsectShock von Speed, das aus Niemextrakt und ätherischen Ölen besteht und auch noch wirkt, wenn dein Pferd stark schwitzt.

Lesetipps: Mehr über die richtige Mückenabwehr und Fliegensprays erfährst du in diesem detaillierten Kultreiter-Beitrag! Und in diesem hilfreichen Beitrag von Ponyliebe lernst du, wie du dein Pferd sanft an das Einsprühen gewöhnst.

Ekzemerdecken

Für Pferde, die an Sommerekzem leiden, wurden spezielle Ekzemerdecken entwickelt. Diese decken neben der Bauchnaht und der Rückenlinie auch die betroffenen Stellen zwischen den Ohren sowie am Schweif ab. Manche Modelle bestehen nur aus einem Halsteil und schützen so den Mähnenkamm deines Pferdes, während andere dein Pferd sogar bis auf die Beine verhüllen – so hat die Gnitze natürlich keine Chance!

Allerdings solltest du hier besonders auf die Qualität der Decke achten und auf keinen Fall das preiswerteste Modell wählen. Die Decke muss deinem Pferd wirklich gut passen, denn ansonsten können unangenehme Scheuerstellen entstehen, die das Leiden deines Pferdes nur noch verschlimmern.

Tipp: Eine gute Auswahl an Ekzemerdecken findest du hier!

Pflege das Fell deines Pferdes und nutze passende Pflegemittel

Wichtig neben der rein mechanischen Abwehr über eine Ekzemerdecke ist zudem, dass du das Fell deines Pferdes ausreichend pflegst. Tägliches putzen sorgt nicht nur dafür, dass alte Hautschuppen und kaputte Haare entfernt werden, sondern stärkt gleichzeitig die Bindung und das Vertrauen zwischen dir und deinem Pferd. Sollte dein Pferd allerdings schon stark an Sommerekzem leiden und diverse, krustige Stellen haben, solltest du es eher nicht bürsten. Das führt nur dazu, dass du betroffene Stellen zusätzlich reizt oder sogar aufkratzt und den Juckreiz gegebenenfalls verschlimmerst.

Zudem kannst du dein Pferd präventiv alle paar Wochen mit speziellem Shampoo waschen. Wichtig ist hier, dass du auf den pH-Wert des Shampoos achtest. Ein gutes Shampoo ist zum Beispiel das pH-hautneutrale Sprühshampoo von Speed, das das Fell deines Pferdes mild reinigt und dennoch festsitzenden Schmutz entfernt. So kann die Widerstandskraft der Haut gestärkt werden und das Haut- und Haarbild deines Pferdes sieht rundum gesunder aus.

Verwende fetthaltige Lotionen oder Öle

Du kannst dein Pferd außerdem mit Ölen oder fetthaltigen Lotionen einreiben. Diese bilden einen Fettfilm auf der Haut deines Pferdes und können so den Stich der Mücke verhindern. Gut ist zum Beispiel Kokosöl, das die lästigen Mücken fernhält und gleichzeitig die Haut deines Pferdes pflegt. Du kannst solche Öle oder Lotionen ein- bis zweimal täglich auftragen – übertreibe es aber nicht mit der Menge. Wie immer bei der Pferdepflege gilt: weniger ist mehr!

Pflegemittel speziell für Sommerekzemer

Mittlerweile gibt es auch spezielle Pflegemittel für Sommerekzemer auf dem Markt, die die Haut geschmeidigt halten und gleichzeitig Fliegen fernhalten und den Juckreiz mindern sollen. Ein Pflegemittel, das sich in den letzten Jahren gut bewährt hat, ist das Ekzemgel OceanGreen von Speed. Es besteht aus hautberuhigenden Substanzen, spendet Feuchtigkeit und hilft das natürliche Gleichgewicht der Haut wieder herzustellen. So kannst du den Juckreiz bei deinem Pferd auf natürliche Weise lindern und sorgst dafür, dass es sich in seiner Haut wieder etwas wohler fühlt. Das Gute ist zudem, dass es schnell einzieht, nicht nachfettet und bereits nach der ersten Anwendung wirkt. Frederik Wolf beschreibt die Wirkung des Mittels wie folgt:

“Der natürliche Schutzmantel der Haut wird durch die hautberuhigenden Substanzen wie die Laminaria-Alge, Hamameliswasser und D-Panthenol aufrechterhalten und dadurch der Feuchtigkeitsverlust minimiert, weshalb die nicht mehr gereizte Haut wesentlich schneller abheilen kann.”

Tipp: Mehr Infos über das Ekzemgel und die Inhaltsstoffe findest du hier.

Passe die Haltung und Fütterung deines Pferdes an

Die richtige Haltung und Fütterung

Da Stoffwechselstörungen vor allem auf eine falsche Haltung und Fütterung zurückzuführen sind, solltest du diese bei deinem Pferd optimieren. Diese Faktoren werden von vielen Pferdebesitzern oftmals unterschätz, da das Sommerekzem zunächst mit dem Stich der Mücke in Verbindung gebracht wird. Um das Sommerekzem bei deinem Pferd allerdings erfolgreich zu behandeln, musst du es ganzheitlich betrachten und das Immunsystem deines Pferdes stärken. Dazu gehört auch, dass du überprüfst, ob dein Pferd gestresst ist und eventuelle Stressfaktoren beseitigst.

Lesetipp: Mehr über den ganzheitlichen Behandlungsansatz und wie du das Immunsystem deines Pferdes auf natürliche Weise stärken kannst, erfährst du in diesem Kultreiter-Beitrag!

Achte auf eine gute Stallhygiene und genügend Unterstände

Dieser Punkt ist nicht nur für Sommerekzemer, sondern generell für alle Pferde wichtig: die richtige Stallhygiene. Dazu gehört unter anderem, dass die Weide und das Paddock regelmäßig abgeäppelt werden. Zudem sollte sich der Misthaufen nicht zu nah neben den Pferden befinden, denn hier halten sich Insekten besonders gerne auf.

Vermeide frühe Stunden am Morgen und die Abenddämmerung

Gnitzen sind besonders während der Dämmerung sowie nachts und bei hoher Luftfeuchtigkeit aktiv. Deshalb solltest du die frühen Morgenstunden, aber auch den frühen Abend vermeiden und dein Pferd während dieser Zeit besser nicht auf die Weide stellen und in dieser Zeit auch nicht mit ihm arbeiten. Auch wenn Boxenhaltung nicht artgerecht ist, macht es Sinn, dein Pferd solange in eine abgedunkelte Box zu stellen. Wenn möglich, solltest du dein Pferd also je nach Jahreszeit nur zwischen 9-16 Uhr rausstellen.

Ebenfalls wichtig ist, dass die Weide oder das Paddock genügend Unterstände bietet, in denen dein Pferd Schutz vor Insekten findet. Am besten sollten diese an allen Seiten geschlossen sein, während die Ein- und Ausgänge über einen Vorhang aus PVC-Lamellen verfügen sollten. So kann das Eindringen von Insekten so gut es geht vermieden werden.

Windige Weiden weit weg von fließenden Gewässern

Da Gnitzen Luftbewegungen nicht mögen, ist es außerdem von Vorteil, wenn dein Pferd auf einer möglichst windigen Koppel steht. Während Weiden, die sich in der Nähe von fließenden Gewässern befinden, eher von Nachteil sind. Diese bieten nämlich eine ideale Brutstätte für Insekten, die sogar bis zu 10 Kilometer weit fliegen können!

Unterstütze dein Pferd mit der richtigen Fütterung

Um den Stoffwechsel deines Pferdes positiv zu unterstützen, kannst du Kräuter zufüttern. Besonders wirksam sind unter anderem Brennnessel oder Löwenzahn. Diese Kräuter wirken zudem entgiftend und können dabei helfen, Schadstoffe im Körper deines Pferdes zu beseitigen.

Eine gute Kräutermischung sind beispielsweise die Kräuter für Haut und Fell von Speed. Neben Brennnessel sind auch Anteile der Ringelblume sowie Knoblauch in der Mischung enthalten. Diese können die hauteigene Abwehr unterstützen und helfen bei Hautirritationen auf natürliche Art und Weise. Die ätherischen Öle des Knoblauchs, die über die Haut entfaltet werden, halten zudem Mücken fern.

Außerdem solltest du deinem Pferd möglichst eiweißarmes Futter geben, dessen Eiweißgehalt nicht über 10% liegt. Durch einen Eiweißüberschuss ist dein Pferd nämlich anfälliger für allergische Reaktionen! Wichtig ist auch, dass dein Pferd mit genügend Mineralien versorgt wird. Frederik Wolf hat folgende Tipps zur Fütterung:

”Zur Optimierung der Ernährung empfiehlt sich eine Umstellung auf möglichst karges Futter. Der Eiweißgehalt der Futtermittel sollte die 10%-Marke nicht überschreiten, da ein Eiweißüberschuss oder starke Verfettung die Allergiebereitschaft fördern. Außerdem sollte die Kraftfuttergabe der Belastung des Pferdes angepasst werden und die Tiere mit ausreichend Mineralstoffen, Vitaminen, Aminosäuren und Spurenelementen versorgt werden, da Mangelerscheinungen im Stoffwechselkreislauf ein Grund für Hauterkrankungen sind.”

Weitere Diskussionspunkte rund um die Behandlung des Sommerekzems

Scheuermöglichkeiten in Form von Bürsten oder Besenköpfen

Viele Pferdebesitzer bieten ihren Pferden Scheuermöglichkeiten in Form von Bürsten oder Besenköpfen an. Dies soll vermeiden, dass sich Pferde an scharfen Kanten kratzen und sich so womöglich stark verletzen. Allerdings ist umstritten, ob das Anbieten zusätzlicher Scheuermöglichkeiten Sinn macht, da dem Pferd so nur ein neuer Anreiz gegeben wird, sich zu scheuern. Stattdessen sollte das Scheuern an sich so gut es geht vermieden werden, um möglichen Infektionen und Entzündungen vorzubeugen.

Auch wenn du nicht vermeiden kannst, dass sich dein Pferd wälzt, sich am Weidezaun scheuert oder mit dem Hinterhuf kratzt, ist es wichtig, dass du es vom Scheuern abhältst. Denn umso weniger sich dein Pferd scheuert und die Entstehung von Wunden vermieden wird, umso schneller können betroffene Stellen heilen und das Sommerekzem erfolgreich gemindert oder gar eingedämmt werden.

Kortison – ja oder nein?

Gerade im akutem Stadium, wenn der Juckreiz fürs Pferd unerträglich ist und es sich ständig blutig kratzt, greifen viele Pferdebesitzer und Tierärzte auf Kortison zurück. Zwar wirken solche Medikamente auf Kortisonbasis entzündungshemmend und antiallergisch, allerdings bekämpfen sie nicht die eigentliche Ursache des Sommerekzems, sondern unterdrücken nur seine Symptome. Auch Frederik Wolf steht der Behandlung mit Kortison eher skeptisch gegenüber:

”Natürlich lässt sich eine derartig komplexe Hauterkrankung wie das Sommerekzem durch konventionelle Maßnahmen wie beispielsweise durch die Gabe von Kortison unterdrücken. Ein großer Nachteil ist dabei allerdings, dass das Ekzem an sich nicht geheilt, sondern nur die Immunreaktion unterdrückt und somit der gesamte Stoffwechsel des Tieres negativ beeinflusst wird. Wir empfehlen daher, dem Sommerekzem vorzubeugen, statt nach dem Auftreten der Krankheit diese langwierig zu unterdrücken.”

Machen alternative Behandlungsmethoden Sinn?

Des Weiteren gibt es Tierheilpraktiker, die versuchen das Sommerekzem mithilfe von Eigenblutbehandlungen oder Gegensensibilisierungen zu behandeln. Dabei wird deinem Pferd Blut abgenommen, dann mit homöopathischen Mitteln versetzt und anschließend wieder unter die Haut gespritzt. Die Gegensensiblisierung läuft ähnlich ab, wobei die Antikörper im Blut deines Pferdes hier vor dem Injizieren künstlich verändert werden. So sollen Anti-Antikörper produziert werden, die die Antikörper blockieren sollen. Zudem gibt es Tierheilpraktiker, die versuchen, das Immunsystem deines Pferdes mithilfe von Akupunktur zu unterstützen und das Sommerekzem so zu heilen.

Allerdings sind all diese Methoden stark umstritten und es gibt keinerlei wissenschaftliche Beweise zur Wirksamkeit. Frederik Wolf ist sogar der Meinung, dass solche Behandlungsmethoden eher negative Folgen mit sich bringen:

”Eine Eigenbluttherapie ist aufgrund des allergenen Hintergrundes des Sommerekzems nicht zu empfehlen, weil dadurch das Immunsystem angeregt wird, was bei einer vorhandenen Allergie negative Folgen haben kann.”

Die Behandlung des Sommerekzems ist eine langwierige Angelegenheit

Nur wenn du dein Pferd aktiv bei der Heilung des Sommerekzems unterstützt, kann diese auch zum Erfolg führen. Wichtig ist vor allem, dass du dein Pferd so gut es geht von Mücken fernhältst. Sprüh dein Pferd mit Mückenspray ein oder verwende fettreiche Lotionen und Öle. Besorge deinem Pferd zudem eine passende Ekzemerdecke, die Mückenstiche ebenfalls mechanisch abwehren kann. Wichtig ist außerdem, dass du dein Pferd ausreichend pflegst und für eine gute Stallhygiene sorgst.

Zwar kannst du dein Pferd nicht vollständig vorm Sommerekzem schützen, aber mit diesen Maßnahmen zumindest die natürliche Abwehr gegen das Sommerekzem unterstützen. Oder wie es Frederik Wolf so treffend ausdrückt:

”In erster Linie sollte der Leitsatz „Vorbeugen ist besser als Heilen“ gelten.”

Da es sich beim Sommerekzem um eine Kombination aus einer allergischen Reaktion und Stoffwechselstörungen handelt, solltest du die Haltung und Fütterung deines Pferdes optimieren. Füttere dein Pferd zusätzlich mit Kräutern wie Brennnessel oder Löwenzahn, die den Stoffwechsel deines Pferdes positiv unterstützen. Letztendlich ist es wichtig, dass du einen ganzheitlichen Behandlungsansatz verfolgst und das Immunsystem deines Pferdes stärkst.

Oftmals dauert es mehrere Wochen, bis sich erste Erfolge sehen lassen, während sich die Behandlung des Sommerekzems über Jahre hinweg ziehen kann. Wichtig ist, dass du konsequent bleibst und genügend Geduld mit bringst, denn nur so kannst du deinem Pferd helfen und sein Leiden mindern.

Lesetipp: Noch mehr interessante Infos und tolle Tipps findest du in diesem Erfahrungsbericht von den Pferdefreunden!

* An dieser Stelle vielen Dank an Frederik Wolf und Speed für das Interview und die Unterstützung des Beitrages.

Titelbild: www.depositphotos.com – ttretjakov

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