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Jeder will nur das Beste für sein Pferd und das gilt insbesondere für das Futter. Doch wie fütterst du dein Pferd richtig? Was kannst du bedenkenlos in den Trog legen und was solltest du lieber vermeiden? Macht das Füttern von Öl Sinn und wie gut sind Heunetze wirklich? All das sind wichtige Fragen zur Pferdefütterung, schließlich kannst du mit der Wahl deiner Futtermittel und der Art der Fütterung das Wohlbefinden deines Pferdes direkt beeinflussen. Nicht nur das: Viele Pferde werden aufgrund von falschem oder schlechtem Futter sogar krank.

Welche unterschiedlichen Futterarten es gibt, was auf einen ausgewogenen Pferdeernährungsplan gehört und wie du dein Pferd zu jeder Jahreszeit richtig fütterst, erfährst du in diesem ausführlichen Beitrag!

Pferdefütterung

Alles, was du über die richtige Fütterung deines Pferdes wissen musst!

Das ursprüngliche Fressverhalten deines Pferdes in der Natur vs. in der heutigen Haltung

Um dein Pferd so artgerecht und gut wie möglich zu füttern, musst du dir erst einmal anschauen, wie und was es in der Natur frisst. In der freien Wildbahn legen Pferde mit ihren Herden tagtäglich viele Kilometer zurück und nehmen dabei fast ununterbrochen Nahrung auf. Das Futter in der Natur besteht dabei größtenteils aus Pflanzenfasern und Kräutern. Bei den europäischen Urpferden standen vor allem Blätter, Gräser, Knospen und Knollen auf dem Ernährungsplan.

Viel Bewegung und permanentes Fressen

Das Pferd ist seit jeher ein Lauftier, das bis zu 18 Stunden am Tag damit verbringt, sich zu bewegen und dabei Nahrung aufzunehmen. Genau auf dieses permanente Fressen ist auch der gesamte Organismus deines Pferdes ausgelegt: Zum einen ist der Magen deines Pferdes im Vergleich zu seinem langen Verdauungstrakt relativ kurz und somit perfekt für kleinere Mengen Futter, die kontinuierlich aufgenommen und an die Verdauung weitergegeben werden. Zum Anderen wird ununterbrochen Magensäure produziert und freigesetzt, so wird sichergestellt, dass der Magen die vielen Knabbereien verarbeiten kann. Da auch der Darm zu jeder Zeit mit Verdauungssäften versorgt werden muss, besitzt das Pferd außerdem keine Gallenblasen, was bedeutet, dass die Galle direkt und kontinuierlich in den Darm abgegeben wird.

Nun ist es in vielen Ställen heutzutage so, dass Pferde drei Hauptmahlzeiten am Tag erhalten. Fast wie wir Menschen also: ein Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Allerdings konnte mittlerweile belegt werden, dass sich die Produktion der Verdauungssäfte des Pferdes diesen Fütterungsintervallen nicht anpasst. Schon regelmäßige Fresspausen von drei Stunden können bei deinem Pferd zu ernsthaften Problemen, wie Magengeschwüren, Verdauungsproblemen und sogar in der Folge zu Verhaltensauffälligkeiten wie dem Koppen führen.

Neben der Grundfütterung und ausreichend Heu sollte dein Pferd idealerweise das ganze Jahr über die Möglichkeit haben, zu jeder Zeit artenreiches Weidegras zu fressen. Im besten Fall steht ihm dafür eine nicht zu feuchte Wiese zur Verfügung. Manche Wiesen sind allerdings voll von Giftpflanzen und daher nicht für dein Pferd geeignet. Achte außerdem darauf, dass sich auf der Weide deines Pferdes keine Giftpflanzen wie zum Beispiel Ampfer, Jakobs-Kreuzkraut und Hahnenfußgewächs oder zu viel Klee befinden.

Die natürliche Körperhaltung beim Fressen

Auch die Körperhaltung beim Fressen spielt eine ganz wesentliche Rolle: Von Natur aus frisst das Pferd sein Futter aus bodennaher Höhe, mit einem nach vorne unten gesenkten Kopf. Moderne Tröge auf Tisch- oder Hüfthöhe sind zwar für dich bei der Fütterung praktisch, führen aber dazu, dass dein Pferd mit einem abgewinkelten Hals schluckt, was auf die Dauer nicht nur den Rachen, sondern auch die Speiseröhre deines Pferdes belasten kann. Zudem ist das Pferdegebiss so angelegt, dass die oberen und unteren Zähne bei der natürlichen Fresshaltung genau aufeinander liegen. Was wiederum für eine gute Zermahlung beim Fressen sorgt. Schließlich wird dem Futter im Maul beim Kauen Bikarbonat zugesetzt. Dieses ist für ein gutes Gleichgewicht des Säurehaushalts und eine gesunde Verdauung wichtig.

Rau-, Kraft- Saftfutter und Co.

Die unterschiedlichen Futterarten

Im Fachhandel gibt es heutzutage ein unglaublich breites Angebot an verschiedenen Futtermitteln für Pferde. Generell wird Pferdefutter in fünf verschiedenen Kategorien unterteilt:

1. Raufutter in der Pferdefütterung

Raufutter ist das Grundfutter in der Pferdefütterung und der Sammelbegriff für Heu, Stroh, Heulage und Silage. Allerdings eignet sich nicht jedes dieser Futtermittel für dein Pferd, weshalb du besser nur auf Heu zurückgreifen solltest. Dabei sollte das getrocknete Grünfutter neben verschiedenen Gräsern auch Legominosen, Kräuter und mindestens mehr als 20% Rohfaser enthalten. Gutes Heu kannst du ganz einfach an seinem aromatischen Geruch und seiner hellgrünen Farbe erkennen.

Qualitatives Heu

Für die Heuqualität ist unter anderem auch die Erntezeit verantwortlich. Das Heu, welches zu Anfang der Gräserblüte geerntet wird, enthält noch Reste der Samen, die dafür Sorgen, dass das getrocknete Gras voller Pflanzenstoffen und Spurenelementen steckt. Je später die Ernte stattfindet, desto höher ist die Chance, dass das Heu durch die angehende Verwitterung des Grases bereits Schimmelpilze enthält, auf die dein Pferd allergisch reagieren könnte. Um ein besonders nährstoffreiches Heu zu gewinnen, sollte das abgemähte Gras ziemlich schnell getrocknet werden.

Heulage und Silage

Gerne wird bei Pferden mit Atemwegsproblemen als Alternative zu Heu auf Heulage oder Silage zurückgegriffen. Diese Futtermittel sind zwar staubarm, werden allerdings mithilfe von Milchsäuregärung mit Milchsäurebaktieren hergestellt. Dadurch kommt es zu einem höheren Säure-, Histamin- und Eiweißgehalt. Die Milchsäurebaktieren sammeln sich außerdem im Dünn- und Dickdarm an und können die Darmflora deines Pferdes stören. Das kann wiederum zu diversen Krankheiten führen, wie zum Beispiel zu Durchfall, Kotwasser oder sogar Koliken sowie zu verschiedenen Haut- und Hufproblemen. Deshalb solltest du auf die Fütterung von Heulage und Silage bei deinem Pferd besser verzichten und wenn dein Pferd an Atemwegsproblemen leidet alternativ nasses bzw. bedampftes Heu füttern.

Stroh

Ein weiteres Raufutter, das aber gerne vergessen wird, ist Stroh. Früher wurde fast jede Pferdebox mit Stroh eingestreut, was die Aufnahme von ausreichend Raufutter ganz automatisch sicherte. Da mittlerweile aber häufig auf andere Materialien zurückgegriffen wird, solltest du Stroh als einen weiteren Punkt auf den Ernährungsplan deines Pferdes setzen. Denn Stroh beschäftigt dein Pferd nicht nur länger, da es nur langsam gegessen werden kann, sondern wirkt sich durch die hohe Menge an Ballaststoffen und die wenigen Nährstoffe vor allem positiv auf die Verdauung aus.

Aber Vorsicht: Bei manchen Pferden kann die Aufnahme von zu viel Stroh auch schnell zu Verstopfungskoliken führen!

Generell ist das Raufutter für die Verdauung deines Pferdes unverzichtbar. Durch diese Art von Futter wird nicht nur der Calcium-Phosphor Haushalt ausgeglichen, sondern der besonders hohe Ballaststoffanteil sorgt für eine gesunde Darmflora, was das Allgemeinbefinden deines Pferdes verbessert und gleichzeitig das Risiko einer Kolik mindert.

2. Saftfutter in der Pferdefütterung

Frische Futtermittel mit einem hohen Wasseranteil werden im Allgemeinen als Saftfutter bezeichnet. Zu dieser Gruppe gehört zum Beispiel Gras, Rüben und anderes Obst und Gemüse. Gerade wenn dein Pferd nicht immer Zugang zu frischem Weidegras hat, ist die Zugabe von Saftfutter in Form von Obst und Gemüse oder Rüben empfehlenswert. Um zu vermeiden, dass sich dein Pferd verschluckt oder eine Schlundverstopfung zuzieht, solltest du das Saftfutter immer in längliche Stücke schneiden.

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Obst und Gemüse

Ganz besonders beliebt – bei Mensch und Pferd – sind Karotten. Diese fördern nicht nur die Darmtätigkeit und stärken die Abwehrkräfte, sondern sind auch voller wertvoller Vitamine und natürlich Karotin. Neben Möhren mögen die meisten Pferde auch gerne Äpfel, Futterrüben und manchmal sogar Fenchel sowie Rote Beete. Ebenfalls gerne verfüttert werden Bananen und Birnen. Bei Birnen musst du allerdings aufpassen, dass du diese nicht zu viel verfütterst, da Birnen aufblähend wirken und zu einer Kolik führen können.

Rübenschnitzel

Rübenschnitzel von der Zuckerrübe sind ganz besonders im Winter eine praktische Alternative zu frischem Saftfutter. Sie regen den Appetit an, helfen deinem Pferd bei der Gewichtszunahme und sind voll von energiespendenden und leicht verdaulichen Pektinen. Allerdings solltest du bei der Zubereitung der Rübenschnitzel aufpassen und diese weder zu kurz, noch zu lange quellen lassen. Des weiter diese auch nicht zu viel verfüttern, da sonst ein Phoshpor-Mangel bei deinem Pferd droht.

Lesetipp: Mehr über die richtige Zubereitung von Rübenschnitzel und worauf du bei der Fütterung dieser achten musst, kannst du hier nachlesen!

Gerade weil Frischobst und Gemüse schnell ins Geld gehen können, sind auch die günstigen Runkelrüben eine willkommene Saftfutter-Alternative. Diese beschäftigen dein Pferd außerdem dank ihres dicken Durchmessers ganz gut für einige Zeit. Generell darfst du deinem Pferd alle Obst- und Gemüsesorten anbieten, die es gerne mag. Bedenke jedoch, dass zu große Mengen Saftfutter den Säurehaushalt stören und zu Koliken führen können.

3. Kraftfutter in der Pferdefütterung

Als typisches Kraftfutter gilt vor allem Hafer, Mais und Gerste, aber auch Pellets, Müsli sowie Vitamin- und Mineralfutter gehören zu dieser Futterkategorie. Wie schon erwähnt, ist das Verdauungssystem des Pferdes von Natur aus auf energiearme Kost ausgelegt, die in kleinen Mengen verspeist wird. Für eine ganz normale Haltung, bei der dein Pferd keine größeren Leistungen vollbringen muss, besteht auch nur wenig bis kein Bedarf an einer extra Ration Kraftfutter.

Bei Freizeitpferden reicht es im Normalfall, wenn du etwas Mineralfutter unter das Heu mischst. Für Turnierpferde oder Zuchtstuten macht das Zufüttern von energiereichen Futtermitteln allerdings Sinn, um die kontinuierliche Eiweißzufuhr und somit einen hohen Energiepegel zu gewährleisten. Aber auch in diesen Situationen solltest du darauf achten, nicht zu viel Kraftfutter anzubieten, da es den Dünndarm stark belastet und somit zu Koliken oder anderen Verdauungsstörungen führen kann.

Wie viel Kraftfutter für dein Pferd die richtige Menge ist, kommt ganz auf sein Energiebedarf und Körperbau an. Halte dich daher an die empfohlenen Mengen der Hersteller oder besprich dich mit deinem Tierarzt.

Tipp: Auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer findest du zudem jede Menge Infos und Formeln, wie du die genau Futtermenge für dein Pferd ermitteln kannst.

Welches Kraftfutter ist das richtige für dein Pferd?

Kraftfutter ist nicht gleich Kraftfutter, auch hier gibt es ähnlich wie beim Raufutter unterschiedliche Arten:

Pferdefütterung: Hafer

Hafer ist der Klassiker unter den Kraftfuttermitteln für Pferde. Früher wurde Hafer hauptsächlich an Acker- und andere Arbeitspferde verfüttert, um den recht hohen Energiebedarf schnell und kostengünstig zu decken. Auch heutzutage ist das Getreide in der Pferdefütterung recht beliebt, schließlich ist es viel verträglicher als zum Beispiel Weizen oder Roggen und somit ideal für das empfindliche Verdauungssystem von Pferden.

Gerne wird behauptet, Hafer würde Pferde verrückt machen. Schließlich gibt es auch den Spruch „Den sticht der Hafer“. Dies ist allerdings ein Mythus und konnte bislang nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Wie bei jedem Kraftfutter gilt eben auch bei Hafer: nicht zu viel füttern!

Lesetipp: Mehr über den Mythus, Hafer würde Pferde verrückt machen, und wie gut Hafer eigentlich ist, kannst du hier nachlesen.

Pferdefütterung: Gerste und Mais

Auch wenn Gerste und Mais einen sehr hohen und konzentrierten Energieanteil besitzen, so mindert die enthaltene Stärke die Darmtätigkeit deines Pferdes und ist unbehandelt eher ein ungeeignetes Futtermittel. Aus diesem Grund werden die beiden Getreidearten hydrothermisch vorbehandelt und in einer leicht verträglichen Flockenform gefüttert. Das Gute an diesen Flocken ist, dass du diese ganz einfach unter anderes Futter mischen kannst, um für einen kleinen Energiekick bei deinem Pferd zu sorgen.

Pferdemüsli und Pellets

Bei Müsli und Pellets handelt es sich immer um eine Mischung aus verschiedenen energiereichen und verdauungsfördernden Futtermitteln. Beispielsweise werden verschiedene Getreidearten gerne mit Leinschrot kombiniert. Ob du nun lieber Pellets oder Pferdemüsli verfütterst, bleibt dir überlassen. Generell ist es so, dass dein Pferd am Müsli länger kauen muss als an den Pellets, was natürlich besser für seine Verdauung ist.

Futtertipp: Ein wirklich tolles Müsli ist das Strukturmüsli von Wiesenkraft. Dieses ist stärkearm sowie getreide- und melassefrei und enthält neben Leinöl unter anderem auch Rote Beete und Karottenchips. Du kannst aber auch das gewöhnliche Müsli von Wiesenkraft verwenden, dieses besteht ebenfalls aus guten Inhaltsstoffen wie Leinöl und Leinsamen, Dinkel und Haferflocken sowie Karottenchips und Bierhefe.

Pferdefütterung
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4. Vitamin- und Mineralfutter in der Pferdefütterung

Wie der Name es bereits verrät, handelt es sich bei Vitamin- und Mineralfutter um Futterbeigaben, die Vitamine, Spurenelemente und Mengenelemente enthalten. Ein Versorgungsmangel an Vitaminen oder Spurenelementen kann sich schnell negativ auf den Allgemeinzustand deines Pferdes auswirken und beispielsweise ein Sommerekzem, schlechtes Hufwachstum oder Mauke zur Folge haben.

Auch wenn dein Pferd das ganze Jahr über auf der Weide steht, ist sein Vitamin- beziehungsweise Mineralbedarf nicht unbedingt gedeckt. Das liegt daran, dass auf den meisten Weiden nicht mehr ausreichend natürliche Nährstoffträger wachsen. Also, egal ob dein Pferd ganzjährige auf der Weide oder teilweise im Stall gehalten wird, mit der Zufütterung von Vitaminen und Mineralien bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Achte allerdings darauf, dass die Spurenelemente im Futter dabei möglichst natürlichen Ursprungs sind und nicht künstlich hergestellt wurden. Zudem ist es wichtig zu bedenken, dass jedes Spurenelement ein bestimmtes Vitamin benötigt, um vom Pferdekörper ideal aufgenommen zu werden. Vitamin E wird beispielsweise in Kombination mit Selen gefüttert, Selen benötigt Kupfer und Zink und so weiter.

Lesetipp: Eine gute Übersicht inklusive Bedarfstabelle findest du hier!

5. Zusatzfutter in der Pferdefütterung

Als Zusatzfutter wird alles bezeichnet, was du deinem Pferd zu besonderen Anlässen zufütterst. Gerade bei Mangelerscheinungen (siehe auch Vitamin- und Mineralfutter), nach einer Erkrankung oder einem anstrengenden Tag, wird die Gabe von Zusatzfutter empfohlen.

Pferdemasch

Besonders beliebt ist das Pferdemash, das gerne an kalten Wintertagen oder an kränkliche Pferde verfüttert wird. Dieser Brei aus Weizenkleie wird mit warmem Wasser angerührt und kann beliebig mit verschiedenen Zusätzen, wie zum Beispiel Karottenraspeln, Leinsamen und Rote Beete Stücken ergänzt werden. Mash ist ganz besonders verträglich und somit ein ideales Zusatzfutter, wenn dein Pferd unter Verdauungsstörung leidet. Allerdings sollte es das Grundfutter deines Pferdes niemals ersetzen und auch nicht öfter als ein bis zweimal die Woche verfüttert werden.

Gutes Pferdefutter

So erkennst du gutes Futter für dein Pferd

Mittlerweile gibt es im Fachhandel und online ein richtig großes Angebot an verschiedenen Pferdefuttermitteln. Das ist auf der einen Seite natürlich super – immerhin hast du so die Möglichkeit, genau das zu bekommen, was dein Pferd benötigt – auf der anderen Seite kann es aber auch sehr schwierig werden bei dieser Vielfalt den Überblick zu behalten und die Spreu buchstäblich vom Weizen zu trennen. Um gutes und qualitativ hochwertiges Futter für dein Pferd zu erkennen, solltest du insbesondere auf die folgenden Punkte achten:

1. Frisches, grünes und aromatisch duftendes Heu

Gerade das Grundfutter deines Pferdes sollte immer von allerbester Qualität sein, die du auch ganz einfach und schnell erkennen kannst: Gutes und frisches Heu ist grün, duftet aromatisch und fasst sich griffig an. Wenn dein Heu eine blassgelbe Farbe hat, dann ist es vermutlich schon älter oder sehr verregnet und du solltest es nicht mehr an dein Pferd verfüttern. Besondere Vorsicht ist vor einer gräulichen Verfärbung, schwarzen Flecken und staubigem Heu geboten, denn das sind Anzeichen für Schimmelpilze im Heu, die deinem Pferd schaden können. Natürlich hat auch weder Dreck noch Stroh oder Mist etwas im Heu deines Pferdes verloren. Zudem ist gutes Heu besonders artenreich, das heißt, es besteht nicht nur aus Gras, sondern auch aus anderen Pflanzen und vor allem aus Kräutern.

2. Pferdefütterung ohne künstliche Zusatzstoffe

Bevor du Pferdefutter kaufst, schau dir auf jeden Fall immer kurz die Inhaltsstoffe auf der Verpackung an, denn Hinweise wie „Bio“, „Ohne Konservierungsstoffe“ oder „Frei von Zusatzstoffen“ müssen nicht immer der Wahrheit entsprechen. Gerade in getreidefreiem Futter wird immer wieder Pseudogetreide wie Reis oder auch verschiedene synthetische Zusatzstoffe nachgewiesen.

Damit beim Kauf von Pferdefutter nichts mehr schief gehen kann, solltest du also auf die folgenden Punkten achten:
– Natürliche Inhaltsstoffe, möglichst Bioqualität
– Keine Zusatzstoffe (Melasse, Geschmacksverstärker und so weiter)
– Keine Abfallstoffe aus anderen Industrien (zum Beispiel die Schalen von Sonnenblumenkernen oder Obstreste)
– Achte auf die Typangabe des Futters, die dir verrät, ob die Zusammensetzung zum Beispiel eher für den Bedarf von Turnier- oder Freizeitpferden geeignet ist

Futtertipp: Wirklich gutes Futter findest du bei Wiesenkraft. Dieses ist nicht nur melassefrei, sondern auch stärkearm. Als Alternative verwendet die Firma Topinambur, eine Pflanze, die die Darmgesundheit deines Pferdes verbessert, sowie Tapioka, getrocknete Maniokwurzel, die als Kohlenhydrat-Lieferant dient und Deverra Scoparia, eine Pflanze, die die Verdauung erleichtert und gleichzeitig leistungsfördernd wirkt. Mehr erfährst du hier!

Artgerechte Pferdefütterung

So fütterst du dein Pferd richtig

Bei der artgerechten Pferdefütterung geht es aber nicht nur darum, dass du das richtige und beste Futter für dein Pferd findest, sondern auch die Art der Fütterung spielt eine große Rolle.

Grundregeln der Pferdefütterung

Dabei ist es wichtig, dass du dich an ein paar Grundregeln hältst, die nahezu bei jedem Pferd anwendbar sind:

1. Raufutter über Kraftfutter

Wie bereits erwähnt, ist das Raufutter – und hier insbesondere Heu – das Grundfutter für dein Pferd. Die empfindliche Verdauung deines Pferdes ist auf die vielen Ballaststoffe im Heu angewiesen. Bei Pferden, die nur wenig geritten oder wenig beansprucht werden, reicht das Heu als Futter oft aus. Generell kannst du pro Tag etwa 1-2 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht deines Pferdes veranschlagen. Für ausreichend Energie sorgt artenreiches oder mit Kräutern angereichertes Heu sowie andere Futtermittel, die aus Rohfaser bestehen.

2. Kleine Portionen, mehrmals am Tag

Da dein Pferd von Natur aus einen vergleichsweise kleinen Magen hat, ist es wichtig, dass es auch dementsprechend kleine Futtermengen erhält. Drei große Mahlzeiten am Tag, so wie wir Menschen es kennen, überfordern den Verdauungstrakt ganz schnell – was zu Koliken und ähnlichen Problemen führen kann.

3. Frisches Wasser

Wie bei uns Menschen heißt es auch bei deinem Pferd: ausreichend trinken! Dafür sollte dein Pferd zu jeder Zeit Zugang zu sauberem und frischem Wasser haben. Hat dein Stall keine automatische Wasserversorgung, dann solltest du es drei (Winter) bis sechs (Sommer) Mal am Tag tränken und die Tränkbehälter regelmäßig säubern.

4. Pferdefütterung richtig rationieren

Neben einer guten Qualität deines Pferdefutters ist auch die richtige Menge entscheidend. Halte dich bei Kraft-, Mineral- und Vitaminfutter immer an die Herstellerangaben oder halte Rücksprache mit deinem Tierarzt, wie viel du deinem Pferd bedenkenlos füttern kannst. Außerdem ist es wichtig, dass du wirklich Waage und Messbecher zur Hand nimmst, denn allein nach Augenmaß erhalten die meisten Pferde zu wenig Heu, aber dafür zu viel anderes Futter.

Diskussionspunkte

Häufig diskutierte Fragen in der Pferdefütterung

Heu ad Libitum – ja oder nein?

Da die andauernd produzierte Magensäure deines Pferdes auch kontinuierliche Arbeit braucht, erscheint es das einfachste zu sein, Heu als Grundnahrungsmittel ad Libitum (24 Stunden zur freien Verfügung) anzubieten. Auf den ersten Blick sind damit alle Probleme gelöst: Der Magen und die Verdauung werden optimal und in der richtigen Menge mit Nahrung versorgt und das hohe Kaubedürfnis deines Pferdes wird gedeckt.

Doch leider birgt auch diese Art der Heufütterung einige Nachteile, die du bedenken solltest, bevor du deinem Pferd das Heu rund um die Uhr zur Verfügung stellst.

Das solltest du bei Heu ad Libitum beachten:
– Wer viel frisst, braucht auch viel Bewegung. Wenn dein Pferd also nicht viel Möglichkeit zur freien Bewegung hat, ist ein unrationierter Zugang zu Heu vielleicht nicht das Beste.
– Die Qualität des Heus ist mittlerweile leider für Pferde oft nicht optimal. Es beinhaltet meistens nur noch eine kleine Auswahl an Gräsern und Kräutern und enthält zudem zu viel Zucker. Das ist für Kühe ideal, doch bei deinem Pferd kann es dadurch unter Umständen zur Verfettung und sogar zu Stoffwechselkrankheiten kommen.

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Der gesunde Mittelweg: Rationierte 24 Stunden Pferdefütterung

Mithilfe von Heunetzen, Raufen oder anderen Fütterungsgeräten hast du ganz einfach die Möglichkeit, deinem Pferd eine 24-Stunden-Ration Heu zur Verfügung zu stellen. So hat dein Pferd jederzeit die Möglichkeit zu knabbern, ohne dabei Gefahr zu laufen zu viel zu erwischen.

Wie sinnvoll sind Kräuter in der Pferdefütterung?

Kräuter wurden schon ein paar Mal erwähnt: Die wenigen Kräuter, die natürlich auf der Weide deines Pferdes vorkommen, sind absolut unbedenklich, schon allein, weil dein Pferd selbst entscheidet, ob es diese „braucht“ und isst oder eben nicht. Aber Kräuter werden auch als Futterzusatz immer beliebter und das aus gutem Grund. Bevor du deinem Pferd aber verschiedene Kräuter verfütterst, solltest du dich zuerst mit deren Wirkung auseinandersetzen. So kannst du sicherstellen, dass die Gesundheit deines Pferdes optimal unterstützt wird.

Generell gilt für die Kräuterfütterung:
– Verfüttere die Kräuter immer nur über einen begrenzten Zeitraum von vier bis sechs Wochen.
– Nach jeder dieser Kräuterkuren solltest du deinem Pferd eine 14-tägige Kräuterpause gönnen.
– Dauergabe von Kräutern sollten immer mit deinem Tierarzt abgesprochen werden.

Futtertipp: Ein paar tolle Kräutermischungen findest du hier auf der Seite von Wiesenkraft!

Welche Kräuter helfen bei was?

Ackerschachtelhalm
Fördert die Gesundheit der Blase und Lungen und hilft bei Blutungen, Rheuma und Wassersucht.

Bärlauch
Wirkt entzündungshemmend, blutreinigend, krampf- und schleimlösend, harntreibend, anregend und antibiotisch.

Beinwell
Unterstütz vor allem die Gelenke, die Lungen und die Magenschleimhaut ältere Pferde und wirkt reizlindernd, wundheilend, entzündungshemmend und auswurffördernd.

Birkenblätter
Wird besonders bei schwachen und alten Pferden gefüttert, hilft bei Wasseransammlungen und reinigt das Blut.

Bockshornkleesamen
Gut fürs Fell, reizlindern, milchtreibend, schleimlösend, nahrhaft und abführend.

Brennnessel
Hilft bei Rheuma und Ekzemen, wirkt blutreinigend und stärkt die Leber.

Ehrenpreis
Wirkt schweißtreibend, blutreinigend, schleimlösend, harntreibend und beruhigend.

Engelwurz
Regt den Appetit an, hilft bei Blähungen und wirkt kräftigend und antiseptisch.

Huflattich
Wirkt entzündungshemmend und schleimlösend und wird vorwiegend bei Verstauchungen und Husten eingesetzt.

Isländisch Moos
Hilft bei Bronchitis, da es reizlindernd, schleimlösend, kräftigend und krampflösend ist.

Kamillenblüten
Sind besonders beruhigend, entzündungshemmend, blähungstreibend, schmerz- und krampflindernd und gefäßerweiternd.

Klette
Fördert die Verdauung, reinigt das Blut und wirkt harntreibend.

Kümmel
Löst Krämpfe im Magen- und Darmtrakt und hilft bei Blähungen und Völlegefühl.

Löwenzahn
Hilft bei chronischer Arthrose, ist gut für den Magen und die Leber und reinigt das Blut.

Malve
Verschafft Abhilfe bei Durchfall, Bronchitis und Krampfkoliken.

Mariendistel
Schützt die Leber, regt deren Funktion gleichzeitig an und wirkt reizlindernd.

Quecke
Tötet Keime und wirkt harntreibend, abführend und reizlindernd.

Ringelblume
Bekämpft Keime und Pilze, fördert die Wundheilung und wirkt entzündungshemmend, galletreibend und zusammenziehend.

Rosmarinblätter
Lindert Entzündungen, reinigt das Blut und wirkt keimtötend, kräftigend, anregend, krampflösend und blähungstreibend.

Schafgarbe
Stillt Blutungen, fördert die Wundheilung, bekämpft Entzündungen und wirkt antiseptisch, krampflösend und entzündunghemmend.

Spitzwegerich
Stärkt den Magen, fördert die Wundheilung, hilft bei Atemwegserkrankungen und wirkt blutreinigend, krampflösend und harntreibend.

Stiefmütterchen
Hilft bei Erschöpfung, Nervosität, Blasenkatarrh, Harnsäureüberschuss, Durchfall und wirkt harn- und schweißtreibend, blutreinigend, leicht abführend und schleimlösend.

Öl in der Pferdefütterung – ja oder nein?

Verschiedene Öle werden als Futterzusatz immer beliebter, gleichzeitig gibt es aber auch immer lauter werdende Stimmen, die behaupten, dass dein Pferd das Öl aufgrund der fehlenden Gallenblase gar nicht verarbeiten kann. Fakt ist allerdings, dass dein Pferd Öle durchaus verdauen kann, schließlich werden auch mit dem natürlich vorkommenden Futter, wie frischem Gras verschiedene Öle und Fettsäuren aufgenommen und auch Getreide, wie zum Beispiel Hafer enthält jede Menge Öl.

Diese natürlichen Öle sind auch wirklich wichtig, denn schließlich dienen sie deinem Pferd als Energielieferant. Zudem wirkt sich der Zusatz von Öl positiv auf den Insulinhaushalt deines Pferdes aus und fördert die Fell-, Haut- und Hufgesundheit.

Dennoch gibt es auch bei der Zugabe von Ölen ein paar Punkte, die du beachten solltest:
-Achte auf die Qualität der Öle. Diese sollten kaltgepresst und ungefiltert sein. Das kannst du daran erkennen, dass das Öl vollkommen klar ist.
– Dein Pferd sollte Medikamente nie in Kombination mit Ölen fressen, dadurch kann die Wirkung der Arznei verringert werden.
– Die Öle für dein Pferd sollten an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden, andernfalls verderben sie recht schnell.

Welches Öl ist gut für dein Pferd?

Lein- und Fischöl

Lein- und Fischöl enthalten jede Menge Omega-3 Fettsäuren und sind somit wie gemacht für die Verdauung deines Pferdes. Ganz besonders, weil sie die sonst eher Omega-6 lastige Ernährung von Pferden perfekt ausgleichen. Leinöl* wird im Gegensatz zu Fischöl von vielen Pferden bevorzugt, ist allerdings auch leichter verderblich. Achte deshalb darauf, dass du eine angebrochene Packung kühl und lichtgeschützt lagerst und innerhalb von sechs bis acht Wochen aufbrauchst.

Wirkung von Lein- und Fischöl:
– Unterstützt die Magenschleimhaut
– Reguliert die Trägerstoffe im Nervensystem
– Wirkt entzündungshemmend, besonders in den Gelenken und Atemwegen
– Regt den Stoffwechsel an
Stärkt das Immunsystem
– Beugt Sommerekzem vor

Empfohlene Dosierung: 50 Milliliter täglich

Schwarzkümmelöl

Das Schwarzkümmelöl* ist schon seit mehr als 2000 Jahren als Heilmittel für Mensch und Tier bekannt und bewährt. Auch in der Pferdewelt wird es immer beliebter. So kann Schwarzkümmelöl sowohl von außen als auch innen angewendet werden und bietet eine Vielzahl an Vorteilen.

Wirkung von Schwarzkümmelöl:
Stärkt das Immunsystem und die eigene körperliche Abwehr
– Tut dem Magen und Darm deines Pferdes gut
– Hilft bei Allergien und Hautekzemen
– Wirkt hustenlösend und hält die Atemwege frei
– Sorgt für gesundes Fell und gesunde Haut

Empfohlene Dosierung: Nicht mehr als 15 Milliliter täglich. Zu viel Schwarzkümmelöl kann bei deinem Pferd zu Verdauungsstörung führen. Du kannst die Wirkung außerdem verbessern, indem du das Schwarzkümmelöl gemeinsam mit Lein- oder Fischöl verabreichst.

Lesetipp: Mehr über die Vorteile von Schwarzkümmel und die richtige Fütterung von Schwarzkümmelöl, kannst du hier nachlesen!

Reiskeimöl

Für die Pferdefütterung wurde Reiskeimöl hauptsächlich wegen seines hohen Gamma-Oryzonal Anteils entdeckt. Dieser Stoff kurbelt den Stoffwechsel deines Pferdes an und fördert so die Muskelbildung.

Wirkung von Reiskeimöl:
– Regt den Stoffwechsel an
– Fördert die Muskelbildung
– Senkt den Cholesterinspiegel

Empfohlene Dosierung: Nicht mehr als 15 Milliliter täglich. Falls dein Pferd an Turnieren teilnimmt, musst du es 48 Stunden vorher absetzen, da es sonst als Doping gilt.

Andere Öle in der Pferdefütterung

Es gibt noch ein paar weitere Öle, die immer wieder mit richtiger Pferdefütterung in Verbindung gebracht werden, allerdings im Vergleich zu den schon genannten Ölen eher wenig Vorteile für dein Pferd haben. Ganz im Gegenteil, bei Hanf-, Distel-, Raps-, Palm-, und Kokosöl kommt es häufiger zu Verdauungsproblemen und darauf verzichtest du sicherlich gerne.

Die richtige Selenversorgung – Selenmangel vs. Vergiftung

Selen ist für dein Pferd ein lebenswichtiges Spurenelement. Es spielt nicht nur eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel, sondern auch in der Immunabwehr und Hormonproduktion deines Pferdes. Ursprünglich wurde Selen über die pflanzliche Nahrung von Pferden ganz automatisch aufgenommen. Allerdings sind unsere europäischen Böden mittlerweile selenarm. Das heißt, dein Pferd wird über den natürlichen Weg nicht mehr ausreichend mit Selen versorgt, weswegen das Spurenelement mittlerweile in so gut wie jedem Mineral- und Mischfutter enthalten ist.

Ein Selenmangel kann sich bei deinem Pferd durch Müdigkeit, allgemeine Schwäche, kolikartige Muskelkrämpfe, Steifheit der Hinterhand, Zellschäden an der Skelett- und Herzmuskulatur, erhöhte Infektionsanfälligkeit und Haarbruch äußern. Wenn du solche Symptome bei deinem Pferd beobachtest, kannst du deinen Tierarzt nach einem Blutbild fragen, über das sich ein Selenmangel ganz leicht bestimmen und dementsprechend behandeln lässt. Du solltest auf keinen Fall auf gut Glück besonders selenhaltiges Futter geben, denn auch zu viel Selen ist nicht gut für dein Pferd und kann zu schweren gesundheitlichen Problemen oder in Extremfällen sogar zum Tod führen.

Der Selenbedarf deines Pferdes hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab: Viel Vitamin E und schwefelhaltige Aminosäuren im Pferdefutter senken den Bedarf, während ausgiebige Weidegänge und energiereiche Kost den Bedarf drastisch erhöhen können. Am besten hältst du hier genaue Rücksprache mit deinem Tierarzt, der dir auch eine ganz individuelle und auf dein Pferd abgestimmte Mengenempfehlung geben kann.

Weitere wichtige Spurenelemente und Mengenelemente für dein Pferd

Neben Selen sind natürlich auch noch andere Spurenelemente wichtig für die optimale Ernährung deines Pferdes.

Zink

Zink unterstütz vor allem den Eiweiß-, Zucker- und Fettstoffwechsel und wird oft zur Entgiftung verwendet. Außerdem hilft Zink bei folgenden Symptomen:
– Haut-, Haar und Hufproblemen
Mauke
– Ekzeme, besonders Sommerekzem
– Allergie- und Infektanfälligkeit
– Fruchtbarkeitsprobleme
– Appetitlosigkeit

Eisen

Wie auch beim Menschen bindet Eisen den Sauerstoff im Blut deines Pferdes und ist dadurch ein wirklich wichtiges Spurenelement. Parasiten, Immunschwäche, Blutarmut und Leistungsschwäche können Anzeichen für einen Eisenmangel sein.

Magnesium

Gerade wenn dein Pferd unter Stress steht, wie zum Beispiel bei Transporten oder vor Turnieren und Wettkämpfen einer starken Belastung standhalten muss, kann sich der Magnesiumbedarf drastisch erhöhen. Bei folgenden Symptomen kann die Gabe von Magnesium deinem Pferd helfen:
– Verkrampfungen und Verspannungen
– Verdauungsprobleme, wiederkehrende Koliken
– Nervosität und Schreckhaftigkeit
– Mattigkeit und Abgeschlagenheit
– Kreislaufschwäche und Schweratmigkeit
– Starkes Schwitzen nach Belastungen

Mangan

Für das gesunde Wachstum deines Pferdes ist Mangan ganz besonders wichtig. Das Spurenelement ist aber auch am Stoffwechsel und bei Zuchtstuten an der Eierstocktätigkeit beteiligt. Wenn dein Pferd unter Knochenproblemen, Verspannungen oder einer Übersäuerung der Muskeln leidet, dann hat es womöglich einen Manganmangel.

Kupfer

Das Spurenelement Kupfer ist nicht nur an der Bildung von roten Blutkörperchen, sondern auch an der Knochenbildung beteiligt. Ein Mangel an Kupfer kann sich durch Allergien, Haut- und Fellstörungen (Sommerekzem, Pigmentstörungen und so weiter), Nervosität, Fruchtbarkeitsstörungen, Hufrehe oder Knochenbildungsstörungen, wie Arthrose oder Osteoporose bemerkbar machen.

Salzleckstein – ja oder nein?

Damit der Natriumchloridbedarf deines Pferdes gedeckt wird, solltest du ihm einen Salzeckstein anbieten. Besonders beliebt und gerne verkauft werden Himalaya-Steine, dabei reicht ein gewöhnlicher Salzleckstein völlig aus und schont noch dazu deinen Geldbeutel. In der Regel geht dein Pferd von selbst an den Leckstein, wenn es Bedarf hat. Sollte dein Pferd allerdings viel auf Turniere gehen oder im Sommer extrem viel schwitzen, solltest du deinem Pferd zusätzlich Salz übers Futter streuen, um die notwendige Salzversorgung sicher zu stellen. Hier solltest du aber wirklich nur geringe Mengen verwenden und darauf achten, immer genügend frisches Wasser zur Verfügung zu stellen.

Lesetipp: Mehr über Salzlecksteine samt einem spannenden Test kannst du hier nachlesen!

Futtertipp: Einen guten Leckstein aus Meersalz mit dem richtigen Natriumanteil findest du ebenfalls hier bei Wiesenkraft!

Zu dick, zu dünn

Das kannst du tun, wenn dein Pferd zu dick oder zu dünn ist

Festzustellen, ob dein Pferd zu dick oder zu dünn ist, hat weniger mit Modellvorstellungen und mehr mit der Gesundheit und optimalen Leistungsfähigkeit zu tun. Manchmal ist es allerdings gar nicht so einfach, sein eigenes Pferd richtig einzuschätzen.

Hilfe, mein Pferd ist zu dünn!

Ist dein Pferd untergewichtig, solltest du zunächst nicht in Panik geraten und nicht von heute auf morgen zu fettreicher Kost wechseln. Versuche stattdessen als Erstes die Ursache für das Untergewicht zu finden. Vielleicht hat dein Pferd Probleme mit den Zähnen oder dem Darm, bekommt eine zu geringe Menge an Raufutter oder wird beim Essen schnell nervös und verweigert es deshalb lieber?

Je nachdem, was der Grund ist, kannst du deinem Pferd nun helfen, in Ruhe die richtige Menge an Nahrung zu sich zu nehmen. Solltest du dich dazu entscheiden auf Kraftfutter oder auch öl- und zuckerhaltige Futterzusätze zurückzugreifen, denke daran diese Umstellung langsam zu tun, um die Verdauung deines Tieres nicht zu überfordern.

Daran erkennst du, ob dein Pferd zu dünn ist:
– Der Mähnenkamm ist eingefallen und du kannst die Halswirbel erkennen
– Die Rippen stehen deutlich hervor
– An der Wirbelsäule und am Widerrist sind die einzelnen Wirbel sichtbar
– Die Schulterblattkante und das Buggelenk stehen deutlich unter dem Fell hervor
– Die Sitzbeinhöcker sind sichtbar
– Die Hüfthöcker stehen heraus und darunter hat sich eine Hungergrube gebildet
– Von hinten sieht die Kruppe wie ein Dreieck aus
– Die Augen sind eingefallen und das Gesicht wirkt allgemein schmächtig
– Der Gesamteindruck deines Pferdes ist mager und schlecht bemuskelt

Pferdefütterung
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Hilfe, mein Pferd ist zu dick!

Dein Pferd auf eine radikale Diät zu setzen, um sein Gewicht zu reduzieren, ist generell keine gute Idee. Stattdessen solltest du genau kontrollieren, was dein Pferd über den Tag verteilt zu sich nimmt. Am besten erstellst du dir dazu eine Liste von allen Futtermitteln, die du deinem Pferd täglich zur Verfügung stellst, und kannst so ganz einfach und gezielt Abstriche machen. Zum Beispiel kannst du dein Pferd anstatt auf Stroh, auf Sägespäne stellen und den Zugang zu frischem Weidegras rationieren. Kraftfutter kannst du bei deinem Freizeitpferd zum Beispiel getrost ganz aus dem Ernährungsplan streichen und lieber viele kleine Portionen an Raufutter geben, sodass Hunger gar nicht erst entsteht. Außerdem gilt auch bei Pferden: Viel Bewegung ist das A und O beim Abnehmen!

Bei starken und vor allem häufigen Gewichtsschwankungen solltest du dein Pferd regelmäßig auf die Waage stellen. Auf diesem Weg kannst du das Auf und Ab im Gewicht schneller auf bestimmte Begebenheiten, wie stressige Situationen, Krankheiten, Medikamenteneinnahme oder ähnliches zurückführen und diese in Zukunft vermeiden.

Daran erkennst du, ob dein Pferd zu dick ist:
– Der Mähnenkamm ist durch hohe Fettpolster schwabbelig
– Der Übergang vom Hals zu den Schultern ist nicht definiert
– Du kannst den Hüfthöcker nicht mehr erkennen
– Fettpolster auf der Kruppe
– Vor dem Sattel bilden sich Speckrollen
– Wenn dein Pferd in die Anlehnung geht, bilden sich Fettrollen an den Ganaschen

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Die richtige Pferdefütterung zu jeder Jahreszeit

Es gibt viele Dinge, die den Futterbedarf deines Pferdes beeinflussen. Unter anderem nehmen auch die verschiedenen Jahreszeiten mit ihren Eigenheiten Einfluss darauf, was dein Pferd zu fressen braucht und wie du es ihm richtig anbietest.

Frühling und Sommer

Sobald der Winter vorbei ist, möchtest du dein Pferd am liebsten gleich mit den ersten Sonnenstrahlen auf die Weide lassen, schließlich musst es den ganzen Winter auf dem Paddock und in der Box. Allerdings ist ein langsames Anweiden im Frühjahr für die Verdauung deines Pferdes besser, denn diese ist schnell überfordert mit der ungewohnten Kost. Durch das frische Gras kannst du im Frühling und im Sommer auch weitestgehend auf die Gabe von Saft- oder anderem Zusatzfutter verzichten. Gerade dann, wenn die Temperaturen steigen, ist es wichtig, deinem Pferd ausreichend frisches und sauberes Wasser auf der Weide zur Verfügung zu stellen.

Herbst und Winter

Der Herbst und Winter bedeutet nicht nur Fellwechsel, sondern auch das Ende der Weidezeit. Da dein Pferd jetzt vermehrt auf dem Paddock und im Stall steht, und dadurch kaum noch die Chance hat an frisches Gras inklusive der Gräser und Kräuter zu kommen, solltest du in der dunklen Jahreszeit ausreichend Kräuter unters Heu mischen. Auch Öl schadet nicht, gerade weil dieses die Abwehrkräfte stärkt. Obst und Gemüse versorgen dein Pferd zwar ebenfalls mit Vitaminen und Flüssigkeit, sollten aber niemals in zu großen Mengen verfüttert werden. Achte darauf, dass du zusätzlich zur Tränke immer einen Eimer Wasser anbietest, da das Wasser in den Leitungen zur Tränke im Winter oft zufriert.

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Weitere Tipps zur richtigen Pferdefütterung

Futtertrog und Wassertränke

Wie schon erwähnt, sollte dein Pferd die Möglichkeit haben, wann immer es geht, in seiner natürlichen Fresshaltung aus einem Trog oder Eimer auf Bodenhöhe zu fressen und zu trinken. In jedem Fall sollte aber der Futtertrog und die Tränke in der Box oder im Offenstall täglich kontrolliert und regelmäßig gesäubert werden. Es ist gar nicht selten, dass sich zum Beispiel Mäusekot in der Tränke oder auch im Trog befindet, der dein Pferd ernsthaft krankmachen kann. Aber auch, wenn der Futtertrog und die Tränke auf den ersten Blick nicht dreckig erscheinen, schadet es nicht, wenn du sie all paar Tage einmal kurz mit frischem Wasser ausspülst. Mindestens einmal im Monat solltest du den Futtertrog und die Tränke deines Pferdes richtig sauber schrubben, am besten sogar alle zwei Wochen.

Das richtige Heunetz

Durch den Einsatz eines Heunetzes hast du die Möglichkeit deinem Pferd rund um die Uhr frisches Heu zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig kannst du so Einfluss auf die Tagesration nehmen und so eine Überfütterung verhindern. Ein Heunetz kann sowohl draußen als auch in der Box und sogar im Hänger verwendet werden. Besonders praktisch ist es aber in der Box, denn dadurch fliegt das Heu nicht mehr auf dem Boden zwischen den Pferdeäpfeln und der Einstreu herum. Mit einem eher kleinmaschigen Netz sorgst du dafür, dass sich dein Pferd ein bisschen länger damit beschäftigen muss – das beugt Langeweile vor und sorgt für gute Laune!

Damit die Fütterung mit dem Heunetz aber auch langfristig Freude macht, gibt es ein paar wenige Punkte zu beachten. Falls dein Pferd Hufeisen trägt, solltest du das Heunetz nie zu weit unten anbringen, um zu verhindern, dass sich die Eisen im Netz verfangen. Besondere Vorsicht ist auch geboten, wenn dein Pferd beim Fressen schnell ungeduldig wird und mit den Hufen scharrt. Aus diesen und anderen Gründen ist es manchmal leider nicht möglich, das Netz auf die Höhe der natürlichen Fresshaltung zu hängen, was dann unter Umständen eher unvorteilhaft ist und bei deinem Pferd zu den bereits erwähnten Komplikationen führen kann. Egal wo und wie hoch das Heunetz deines Pferdes hängt, es ist wichtig, dass du es regelmäßig kontrollierst und Gefahrenquellen in Form von Löchern so früh erkennst.

Heu im Paddock und Offenstall

Bei der Fütterung von Heu im Paddock oder im Offenstall kannst du natürlich auch ein Heunetz verwenden. Eine andere Option ist eine Heuraufe, in die du die tägliche Ration Heu für dein Pferd einfach einfüllen kannst. Das Praktische an einer Raufe im Gegensatz zur Bodenfütterung ohne Hilfsmittel ist natürlich, dass dabei nur ganz wenig Heu durch Matsch und Dreck verunreinigt und verschwendet wird. Außerdem kannst du dein Pferd wieder dazu anhalten langsam zu Fressen, indem du einfach ein Gitter oder ähnliches über der Haufe anbringst. Heuraufen gibt es in vielen verschiedenen Varianten und Größen. Für draußen eignet sich besonders eine Raufe mit Dach, so bleibt das Heu auch bei Regen schön frisch und trocken. In der Box kannst du auch einfach selbst eine kleine Ecke abtrennen – Europaletten sind dafür hervorragend geeignet.

Pferdefütterung
© modfos

Heu nass machen oder bedämpfen

Generell wird Heu meistens trocken verfüttert, doch manchmal kann es von Vorteil sein, das Heu vor der Fütterung zu Wässern oder zu Bedampfen. Vor allem bei Tieren, die leicht auf Staub reagieren und zu Husten und Allergien neigen, wird das immer häufiger gemacht. Zudem wird nassem Heu auch nachgesagt, dass es weniger Zucker enthält.

Aber Achtung: Nasses Heu sollte nicht eingelagert, sondern sofort verfüttert werden. Je länger du das nasse oder feuchte Heu stehen lässt, desto mehr Krankheitserreger können sich darin bilden. Das kann natürlich ernsthafte gesundheitliche Folgen für dein Pferd haben. Bei verschiedenen Tests konnte belegt werden, dass dieses Risiko bei bedampftem Heu geringer ist, als bei gewässertem Heu. Falls es bei deinem Pferd hauptsächlich darum geht, den Staub und die Allergene des Heus in Schach zu halten, dann reicht das Bedämpfen vollkommen aus. Für die Reduzierung des Zuckeranteils im Heu ist jedoch das Wässern die bessere Methode.

So lagerst du Pferdefutter richtig

Von dem Moment, in dem du das Futter kaufst, bis zu dem Moment, in dem du es deinem Pferd verfütterst, solltest du unbedingt auf die richtige Lagerung der Futtermittel achten:
– Das Futter sollte in Behältern gelagert werden, die es vor direkter Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit schützen.
– Gute belüftete Räume sind ideal, um Futter zu lagern.
– Die Futterbehälter sollten unzugänglich für Mäuse, Ratten und andere Schädlinge sein, die das Futter mit ihrem Kot verunreinigen können.

Es gibt zum Beispiel im Baumarkt große Mülltonnen aus festem Plastik, deren Deckel mit zwei Metallbügeln fest verschlossen werden kann. Diese Tonnen sind perfekt, um kleine Mengen Futter für dein Pferd zu lagern. Solltest du auf der Suche nach einem größeren Behälter sein, lohnt es sich bei deinem Futtermittelhändler anzufragen. Denn diese vermieten oft mobile Silos, in denen das Futter für den gesamten Stall Platz hat.

Krank durch Futter

Futterbedingte Krankheiten bei Pferden

Das falsche Futter kann bei deinem Pferd Mangelerscheinungen hervorrufen, die dann wiederum gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Es ist wichtig, dass du den Allgemeinzustand deines Pferdes immer im Auge hast. Oft genügt nur eine kurze Kräuterkur, um einen Mangel auszugleichen und deinem Pferd zu helfen. Achte dabei besonders auf folgende Krankheiten und Symptome, die unter Umständen ein Anzeichen für eine falsche Ernährung deines Pferdes sein können:

Hautkrankheiten und Ekzeme

Einige Pferderassen, wie zum Beispiel Isländer, reagieren auf die nährstoffarme Kost auf den europäischen Weiden sehr empfindlich und entwickeln schnell einen Mangel an Mineralstoffen, der die Gesundheit der Haut beeinträchtigt. Ganz besonders Zink, Kupfer und Selen tragen zu einem starken Immunsystem der Pferdehaut bei und können dein Pferd vor dem Sommerekzem und der Mauke, sowie vielen anderen Hautkrankheiten schützen. Manchmal ist auch die äußere Anwendung von Mineralen in Form von Salben oder Sprays empfehlenswert, gerade bei Mauke beschleunigt Zinksalbe die Heilung.

Chronische Bronchitis

Pferde sind sehr anfällig für Atemwegsbeschwerden, die ein Drittel aller Pferdeerkrankungen ausmachen. Meistens wird ein Husten oder eine Bronchitis durch zu viel Staub, der sich auf die Bronchien legt, ausgelöst. Mit einigen wenigen Änderungen in der Haltung (staubfreies Einstreu, Offenstallhaltung) und der Fütterung, kannst du dein Pferd vor solchen chronischen Atemwegserkrankungen schützen. Achte dafür darauf, dass dein Heu und Stroh von guter Qualität ist. Sobald du eine schimmelige Stelle an einem Ballen entdeckst, muss dieser komplett entsorgt werden. Das Heu kann vor der Fütterung gewässert oder bedampft werden, so wird zu viel Staub beim Fressen verhindert.

Hufrehe

Der Zusammenhang vom Pferdefutter und der Hufrehe ist kein Geheimnis. Auch wenn die genauen Ursachen für diese Erkrankung noch nicht komplett erklärbar sind, so sind mittlerweile schon einige Faktoren bekannt, die dabei definitiv eine Rolle spielen. Ein ganz wesentlicher ist dabei die Ernährung deines Pferdes: Besonders eine kohlenhydrat- , stärke- und zuckerhaltige Kost kann die Darmtätigkeit deines Pferdes schnell überfordern und die Darmflora zerstören. Dadurch gelangen Bakterien in den Blutkreislauf, die dann zu der Entzündung der Huflederhaut führen. Versuche weitestgehend auf Futtermittel mit einem hohen Anteil dieser Bestandteile zu verzichten oder diese nur in den notwendigen Mengen zu füttern.

Allergien bei Pferden

Gerade Heu von schlechter Qualität kann bei deinem Pferd zu allergischen Reaktionen führen. Schuld daran sind Histamine, die durch Schimmelpilze ins Heu geraten und so Allergien hervorrufen können. Dein Heu sollte immer frisch sein, gut riechen und keine dunklen oder schimmeligen Stellen haben.

Schlundverstopfung

Auch die Art und Weise wie du deinem Pferd das Futter zur Verfügung stellst, ist sehr wichtig. Zu große Futterstücke, wie zum Beispiel ganze Äpfel oder große Obst- und Gemüsestücke und eine falsche und unnatürliche Fresshaltung, zum Beispiel durch zu hohe Tröge, können eine Schlundverstopfung verursachen. Dabei blockiert das Futter die Speiseröhre deines Pferdes, was das Schlucken unmöglich macht. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und du solltest bei dem Verdacht auf eine Schlundverstopfung sofort deinen Tierarzt anrufen. Folgende Symptome können auf eine Schlundverstopfung hinweisen:
– Unruhe
– Appetitlosigkeit
– Starker Speichelfluss
– Krampfhaftes Schlucken
– Starkes Schwitzen

Mit bodennaher Fütterung und klein geschnittenem Obst und Gemüse (immer der Länge nach) kannst du eine solche Verstopfung der Speiseröhre verhindern.

Koliken

Als Kolik werden alle Arten von Bauchschmerzen bei deinem Pferd bezeichnet. Auch wenn eine Kolik aufgrund des empfindlichen Verdauungssystems der Pferde recht schnell auftreten kann, solltest du sie immer ernst nehmen. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Kolik bei deinem Pferd sogar zu einem Kreislaufversagen und somit zum Tod führen. Anzeichen für eine Kolik sind:
– Unruhe
– Häufiges Scharren und Flehmen
– Aufgeblähter Bauch
– Zittern
– Kalter Schweiß
– Rückenlage oder Hundestellung

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Pferd unter einer Kolik leidet, dann kannst du Folgendes tun:
– Sorge dafür, dass dein Pferd kein Futter mehr frisst
– Den Puls, die Temperatur und das Äpfeln kontrollieren und für den Tierarzt aufschreiben
– Führe dein Pferd langsam im Schritt, um die Darmtätigkeit anzuregen
– Kontrolliere den Kreislauf am Zahnfleisch deines Pferdes. Bei einer weißen oder gelblichen Farbe sollten bei dir die Alarmglocken läuten.
– Homöopathische Mittel wie Bachblüten können deinem Pferd helfen. Medikamente sollten allerdings nur nach Rücksprache mit deinem Tierarzt verabreicht werden.

Kolik Pferd
© mari_art

Mit gutem Futter und der richtigen Fütterung (mehrere kleine Portionen täglich) kannst du Koliken bei deinem Pferd vorbeugen. Sollte dein Pferd dennoch vermehrt an Koliken leiden, empfiehlt es sich einen Futterberater zurate zu ziehen.

Lesetipp: Mehr über Koliken, wie du sie vermeidest, frühzeitig erkennst und richtig behandelst, erfährst du in diesem ausführlichen Beitrag!

Die richtige Pferdefütterung ist wichtig für Gesundheit und das Wohlbefinden deines Pferdes

Gerade weil dein Pferd ein so komplexes und empfindliches Verdauungssystem hat, ist es wichtig, dass du nicht nur auf die Qualität und Zusammensetzung des Futters achtest, sondern dieses auch richtig verfütterst. So verhinderst du, dass der Magen- und Darmtrakt überfordert ist oder gar geschädigt wird. Wichtig ist, dass du deinem Pferd genügend Raufutter in Form von qualitativem Heu zur Verfügung stellst.

Außerhalb der Weidesaison sorgen Kräuter und Saftfutter für eine ausgewogene Ernährung. Mithilfe von Mineralfuttern und Ölen kannst du deinem Pferd zusätzlich helfen und zum Beispiel sein Immunsystem stärken. Du solltest deinem Pferd zudem ausreichend Bewegung und immer frisches Wasser bieten. Behalte dein Pferd außerdem immer gut im Auge und reagiere auf Veränderungen in der Haltung, Leistungserwartung (zum Beispiel vor Turnieren) oder bei Krankheiten auch immer mit dem entsprechenden Futter. Die Devise „Du bist, was du isst!“ gilt nicht nur für dich als Mensch, sondern auch für dein Pferd!

Titelbild: www.depositphotos.com – virgonira

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6 Kommentare

  1. Zum Thema Heumenge:
    Die Empfehlung mit Heu 1kg pro 100kg Pferd würde ich auch unbedingt nach oben korrigieren, der Erhaltungsbedarf liegt bei mindestens 1.5kg pro 100kg Körpermasse Pferd, noch besser sind 2kg, wenn man mit dem Pferd auch arbeitet und sonst nichts dazu füttert. Heu ad Lib füttern mag zwar nicht bei allen Pferderassen gehen, aber mit dem geeigneten Heu und Management ist es fast überall machbar. Da gibt es ja mittlerweile Ideen wie Sand am Meer. Warum es so wichtig ist, dass die Fresspausen so kurz wie möglich sind, habe ich auch einmal auf meinem Blog erklärt (https://www.two-toned.at/blog/2012/08/warum-die-staendige-heuversorgung-so-wichtig-ist/)

    1kg Heu pro 100kg Körpermasse ist viel zu wenig, da müsste mein Warmblut mit 5kg Heu am Tag auskommen und das geht niemals! Mit diesen Mengen kommt man 1. auf zu lange Fresspausen 2. wird das Pferd niemals das Gewicht halten können. Dann greifen die Leute wieder auf Zusatzfutter oder andere Futtermittel zurück, die überhaupt nicht ins Pferd gehören. Das wichtigste ist einfach eine gute Grundversorgung mit Heu! Wenn Pferde bereits zu dick sind, muss man die Situation von Fall zu Fall genau betrachten: ist das Pferd wirklich zu dick, weil es zuviel frisst oder hat es einfach Wasser eingelagert, weil der Stoffwechsel nicht funktioniert (weil man vielleicht Unmengen an Mais und Rübenschnitzel gefüttert hat)? Der Unterschied ist für einen Laien oft nicht zu erkennen. Wenn Pferde wirklich zu dick sind, muss ein Bewegungsprogramm her und die Heumenge dann explizit bei diesem Pferd angepasst werden, Richtwerte allgemein rauszuhauen ist da echt schwierig.

    Liebe Grüße
    Klaudia

  2. Zum Thema Ölfütterung möchte ich jedem den Artikel von Sanoanimal ans Herz legen: http://www.sanoanimal.de/oelfuetterung-was-ist-da-dran/ Lest ihn euch unbedingt gut durch und versucht die biologischen Abläufe im Pferd zu verstehen und entscheidet dann, ob ihr Öl füttern wollt oder lieber einfach ab und zu ein paar Sonnenblumenkerne oder etwas Leinsamen.

    Rübenschnitzel zum auffuttern von dünnen Pferden ist einfach nur kontraproduktiv, was ihr damit erreicht, ist eine Verschiebung der Darmflora im Dickdarm, es siedeln sich immer mehr Protozoen an, die sich über das reichliche Pektinanreicherung freuen. Die eigentlichen Cellulose-abbauenden Mikroorganismen werden zurück gedrängt. Den genauen Vorgang und welche Alternativen ihr habt, könnt ihr hier nachlesen: https://www.facebook.com/sanoanimal/posts/659803077532345 Ihr müsst nicht auf Esparsette zurück greifen, Heu und Heucobs reichen vollkommen aus! Im Endeffekt will man ja Pferde, die Heu ordentlich verdauen können, am besten füttert man dann auch nur Heu.

    Wenn Pferde zu dick erscheinen, muss man immer von Fall zu Fall noch einmal schauen, ob sie wirklich dick sind oder nur Wasser eingelagert haben, weil der Stoffwechsel nicht richtig läuft (weil man vielleicht vorher Maisflocken und Rübenschnitzel gefütter hat 😉 ) – ist das abgeklärt, kann man die richtigen Schritte setzen.

    lg, Klaudia

  3. Hallo Line,

    Ich habe Deinen Beitrag mit regem Interesse gelesen. Du verdeutlichst sehr schön, wie eine durchdachte und abgestimmte Fütterung, Krankheiten vorbeugen kann. Genauso argumentiere ich auch immer, wenn ich um Rat gefragt werde. Weiter so!

    Liebe Grüße,
    Sandra

  4. Sehr sehr schön zu lesen und sehr informativ. Danke!
    Aber irgendwann werden unsere Lieblinge alt und es kommt zu einzelnen Zahnverlusten … und Gewicht zu halten wird sehr schwer.
    Vielleicht wäre das eine Idee für einen weiteren Artikel.

    Liebe Grüße
    Sue

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