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Seit Ende Oktober ist APASSIONATA wieder auf Tour und verzaubert Pferdemenschen mit einer einzigartigen Show. Gleichzeitig kritisieren Tierliebhaber allerdings, APASSIONATA sei nicht pferdegerecht. Ich bin dieser Kritik auf die Spur gegangen und habe mich mit der Equine Managerin Mariette über die Versorgung der Pferde während der Tour unterhalten. In diesem Beitrag erfährst Du, was alles getan wird, damit es den Pferden während der Tour gut geht und warum die meiste Kritik schlichtweg nicht berechtigt ist.

Hinter den Kulissen von APASSIONATA
So geht es den Pferden der Show wirklich: Interview mit Equine Managerin Mariette

Die APASSIONATA

APASSIONATA ist die einzige Show in Deutschland und Europa, die Pferde und Menschen auf wunderbare Weise zusammenbringt. Von der Freiarbeit und schönen Voltigier-Kunststücken, über wilde Stunts, bis hin zur Tradition der Doma Vaquera und hohen Dressurlektionen – diese Show beeindruckt sowohl Reiter, als auch Nicht-Reiter gleichermaßen. Im Verlauf der Show wird eine Geschichte erzählt, die sich aus den einzelnen Auftritten zusammensetzt. Begleitet werden diese von Musik und Licht, aber auch von anderen Effekten wie Nebel.

Die diesjährige Show trägt den Namen “Im Bann des Spiegels” und erzählt von den Geschwistern Amy und Tracy, die sich in einem bizarren Spiegelkabinett aus den Augen verlieren und sich nach und nach den Weg aus den Wirren des magischen Kabinetts suchen. Dabei begeben sie sich auf eine Reise durch unterschiedliche Welten, treffen auf dunkle, aber ebenso gutmütige Wesen.

Insgesamt nehmen 50 Pferde und Ponys sowie ein Esel an der Show teil. Darunter Lusitanos und PREs, aber auch Friesen und imposante Shire Horses. Die Pferde und Reiter sind knapp 8 Monate unterwegs und halten in den verschiedensten Städten Deutschlands, aber auch in anderen europäischen Ländern wie Österreich, der Schweiz, den Niederlanden sowie Schweden und Finnland.

Die Kritik an APASSIONATA

Kritisiert wird APASSIONATA vor allem dafür, dass eine solche Show mit Musik und anderen Effekten zu stressig für die sensiblen Pferde sei. Ein Pferd ist schließlich ein Fluchttier, das auf äußere Reize empfindlich reagiert und lieber davonrennt, als sich diesen Reizen freiwillig auszusetzen. Diese Argumente sind natürlich handfest, allerdings wird behauptet, die Pferde würden ihre Auftritte aus diesem Grund nur unter Zwang bewältigen. Das ist schon keine Kritik mehr, sondern ein recht böser Vorwurf, der APASSIONATA im gleichen Zug Tierquälerei unterstellt.

Zudem ist das Pferd ein Gewohnheitstier, und bevorzugt aus diesem Grund Routine. Und genau hier setzt der zweite Kritikpunkt an: Der ständige Ortswechsel und die immer neue Umgebung bedeutet für das Pferd ebenfalls Stress. Ebenso stressig sind die, teilweise langen, Transportwege, die die Pferde der APASSIONATA zurücklegen müssen, um von einem Show-Ort zum Nächsten zu gelangen. Ein solcher Stress führt letztendlich zu psychischen, aber auch zu physischen Störungen und Problemen beim Pferd. Tierschützer behaupten auch hier, dass dieser Stress Tierquälerei gleicht, und fordern daher das Ende der Tour.

Warum APASSIONATA nichts mit Tierquälerei zu tun hat

Doch sind diese Kritiken und Vorwürfe wirklich berechtigt? Wie geht es den Pferden tatsächlich, und was tut APASSIONATA fürs Wohlbefinden der Tiere?

Um herauszufinden, wie es den Pferden auf der Tournee wirklich geht, und ob diese Kritik berechtigt ist oder nicht, habe ich mich mit Mariette unterhalten. Sie ist sogenannte Equine Managerin bei APASSIONATA und unter anderem für das Wohlbefinden der Pferde zuständig, aber auch für die Einteilung der Stallzelte und das Erarbeiten der Choreographien. Ihr Arbeitsalltag sieht ungefähr so aus:

“Was natürlich immer anfällt, sind Futterbestellungen, Veterinär-Check-Ups oder auch die Traces für die Reisen der Pferde zu organisieren. Wichtig ist es auch, den Reitern nach jeder Show Feedback zu geben, da sie sich selbst nicht reiten sehen und daher manchmal keine Vorstellung haben, wie einige Dinge wirken oder nicht wirken.”

 APASSIONATA_Equine_Managerin
Mariette – Equine Managerin bei APASSIONATA

Was alles getan wird, damit es den Pferden gut geht

Veterinärärzte überprüfen die Tiere und Stallungen

Selbstverständlich wird APASSIONATA von externen Instanzen kontrolliert, wie zum Beispiel von den Amtstierärzten der jeweiligen Stadt, in der eine Show vorgeführt wird. Vor der ersten Show werden alle Tiere sowie die Stallungen von Veterinärärzten kontrolliert. Dazu gehört eine komplette Untersuchung der Pferde, samt diverser Bluttest. So wird geprüft, ob es den Pferden gut geht und sie auch tatsächlich gesund und fit sind.

Ein eigener Tierarzt oder Hufschmied begleitet die APASSIONATA aus diesem Grund allerdings nicht, da Mariette für jede Stadt eine Liste mit den wichtigsten Kontakten dabei hat:

“Wir brauchen tatsächlich keinen eigenen Tierarzt, der uns begleitet, da unsere Pferde in jeder Stadt einmal von einem ansässigen Veterinär durchgecheckt werden. Sollte in einem akuten Fall aber doch mal ein Arzt oder Hufschmied von Nöten sein, haben wir eine Kontaktliste für alle Städte, um für schnelle Hilfe zu sorgen. Teilweise kennen die Ärzte unsere Pferde schon von vorangegangenen Touren und wissen genau, dass es sich um Hochleistungssportler handelt, die optimal und im Zweifel schnell versorgt werden müssen, da wir ja immer nur ein Wochenende in einer Stadt sind.”

Equipen kümmern sich alle selbst um ihre Pferde

Zudem ist es so geregelt, dass sich die Equipen, also die Reiter, Trainer und Besitzer der Pferde, selbst um ihre Tiere kümmern. Sie putzen, pflegen und satteln ihre Pferde selbst, machen sie selbst für die nächste Show, oder auch den nächsten Transport fertig. So müssen sich die Pferde nicht immer an neues Pflegepersonal gewöhnen, sondern sind immer von ihrer Vertrauensperson umgeben.

“Die Equipen kümmern sich alle selbst um das Wohlergehen ihrer vierbeinigen Teamkollegen. Somit ist auch gewährleistet, dass die Pferde immer so gepflegt und umsorgt werden, wie sie es von zu Hause gewohnt sind. Unseren Reitern ist der tägliche Umgang mit ihren Tieren generell sehr wichtig, denn in einer so großen Show wie APASSIONATA aufzutreten, erfordert großes Vertrauen und ein inniges Verhältnis zwischen Mensch und Pferd.”

Wohlfühl-Stallungen und die selben Boxennachbarn

Etwas, was ich vorher auch nicht wusste, aber richtig toll finde, ist, dass die Pferde während der Tour immer neben den selben Boxennachbarn stehen. Das bedeutet, die Pferde müssen sich nicht immer an neue, andere Pferde gewöhnen, sondern stehen quasi immer neben ihren Freunden. Das vermindert den Stressfaktor natürlich deutlich und sorgt für eine vertraute Umgebung, auch während der Tour.

“Alle Tiere haben stets denselben Boxennachbarn – für das Pferd als Gewohnheitstier sind solche Kleinigkeiten sehr wichtig und tragen unwahrscheinlich zu ihrem Wohlbefinden bei.”

Da die Show nur am Wochenende stattfindet, sind die Pferde auch nur dann in den Zeltboxen untergebracht. Diese haben die Maße einer normalen Box. Es wird ausschließlich qualitativ hochwertiges Futter und Einstreu für die Pferde bereitgestellt, um Unwohlsein aufgrund von schlechtem Futter oder Einstreu zu vermeiden. Zudem werden die Stallzelte beheizt und es gibt eine Stallwache für die Nächte. Wenn ein Pferd, oder gleich Mehrere, sich nachts auffällig verhalten sollten, ist jemand vor Ort und kann sofort den Besitzer oder den Tierarzt alarmieren.

“Um sicher zu stellen, dass auch alles ruhig ist, wenn die Reiter nicht vor Ort sind, haben wir eine geschulte Stallwache, die die gesamte Nacht im Stall für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Pferde sorgt. Sollte ein Notfall eintreten, würden die Betroffenen innerhalb kürzester Zeit informiert werden.“

Zwischenställe

Was ich ebenfalls nicht wusste, ist, dass APASSIONATA über zwei sogenannte Zwischenställe verfügt. Hier kommen die Pferde unter der Woche, sprich zwischen den eigentlichen Show-Terminen unter. Hier hat jedes Pferd seine eigene, große Box und kommt natürlich auch auf die Koppel. Die Ställe sind zudem so gelegen, dass sie zentral erreichbar sind, um die jeweiligen Transportwege zur und von der Show kurz zu halten.

“Diese Ställe befinden sich relativ zentral in Deutschland, nämlich in Kassel und in Korschenbroich nahe Düsseldorf. So gewährleisten wir, dass die Wege in die Städte immer so kurz wie irgend möglich sind.”

APASSIONATA_Zwischenstall
APASSIONATA Zwischenstall.

Transport in geräumigen LKWs

Um alle Pferde so stressfrei wie möglich zum nächsten Show-Ort zu transportieren, nutzt das Team von APASSIONATA vier große LKWs und einen Pferdeanhänger. Diese LKWs sind sehr geräumig und hell, und jedes Pferd steht sichtgeschützt zu seinem Nachbarn, hat sein eigenes Fenster und seine eigene Heuraufe. Natürlich werden bei längeren Transporten regelmäßig Pausen eingelegt, um den Pferden ein wenig Ruhe und eine Verschnaufpause zu gönnen. Mariette schildert das so:

“Bei längeren Transporten werden selbstverständlich Pausen eingehalten, anders ist das gar nicht möglich. Dann werden die Fenster an den LKWs geöffnet, das Futter wird gecheckt und gegebenenfalls nachgefüllt usw…”

APASSIONATA Transport
Eins der APASSIONATA Show-Pferde wird gerade aus dem LKW geholt.

Pferde kommen nur aus guter Haltung

Natürlich kontrolliert APASSIONATA auch, woher die Pferde kommen, und wie sie außerhalb der Tour-Zeit gehalten werden. Die meisten Equipen sind schon seit längerer Zeit bei der Show dabei, und das gesamte Team ist mittlerweile wie eine kleine Familie. Fairer Umgang mit den Pferden ist hier das A und O, und Mariette war auch schon bei allen mindestens einmal zuhause:

“Wir arbeiten mit den meisten unserer Equipen schon seit sehr vielen Jahren zusammen. Ich habe alle zu Hause besucht und weiß, wie die Pferde dort gehalten werden. Wir würden niemals jemanden anstellen, der seine Tiere nicht artgerecht hält und sie nicht gut behandelt. Wenn neue Equipen dazukommen, suchen wir diese nicht nur nach ihrem Können aus, sondern natürlich auch nach dem Umgang mit den Pferden.“

So geht APASSIONATA mit der Kritik um

Du siehst, APASSIONATA tut so Einiges, um den Stress während der Tour für die Pferde so gut es geht zu vermeiden. Zudem gehen sie offen mit der Kritik um und kommunizieren transparent über den Umgang mit den Tieren, und die Maßnahmen, die sie unternehmen, um das Wohlbefinden der Pferde zu gewährleisten. Auch Du kannst jederzeit hinter die Kulissen von APASSIONATA blicken, und zum Beispiel an einer Stallführung teilnehmen.

Leider gibt es weiterhin Kritiker und Tierschutzorganisationen, die gegen APASSIONATA arbeiten und mit den Vorwürfen nicht aufhören. Für die Mitarbeiter ist das natürlich nicht immer leicht, gerade wenn einige Kritiker einfach nicht mit sich reden lassen, oder jedes Argument verwehren, erzählt Mariette:

“Ich gebe aber auch zu, dass es Kritiker gibt, die sich gegen die Pferdehaltung und das Reiten an sich aussprechen, da sie der Meinung sind, dass Pferde in keiner Form domestiziert werden sollten. In solchen Fällen läuft man leider häufig gegen eine Wand. So haben wir beispielsweise den Tierschützern von PETA, die uns Jahr für Jahr in Form einer Pressemitteilung kritisieren, mehrfach angeboten, uns abseits der Show zu besuchen. Auf diese Angebote wurde nicht reagiert, so dass wir niemals die Chance bekamen, zu zeigen, wie es bei uns wirklich läuft und aussieht.”

Fazit: Unter Zwang und Qual würden Pferde niemals eine solche Leistung erbringen!

Für mich ist klar, dass APASSIONATA keine Tierquälerei ist. Zugegeben, der ständige Ortswechsel und die Show an sich mit all ihren Effekten mag für die Pferde stressig sein, aber nicht in diesem Maße, als dass es Quälerei ist. Zudem sorgt das Team von APASSIONATA dafür, den Stress so gering wie möglich zu halten. So stehen die Pferde immer neben den selben Boxennachbarn, kommen unter der Wochen in einen ganz normalen Stall samt Koppeln, werden in geräumigen LKWs transportiert und stets von ihren Vertrauenspersonen betreut.

Und um ein abschließendes Argument zu bringen: Ich bin der Meinung, dass Pferde unter Zwang niemals solche Leistungen erbringen könnten. Ein gequältes Pferd hätte niemals die Ausstrahlung, die die Pferde bei APASSIONATA zeigen. Es würde nicht so fein reagieren, nicht so fein zu reiten sein und sich früher oder später wehren. Die einzelnen Auftritte zeigen Pferde und Menschen, die in Harmonie mit einander arbeiten, die ein Team sind, die Freunde sind und sich gegenseitig Vertrauen. Und ein solches Vertrauen könnte unter Zwang und Qualen niemals entstehen. Oder wie es auch Mariette sieht:

“Wenn man ein Pferd längere Zeit dazu zwingt, etwas zu tun, was es nicht will, dann wird es sich gegen dich wenden. Es kann dir nicht vertrauen, wird dir nicht folgen und wird niemals so mit dir kooperieren, dass eine schöne und harmonische Zusammenarbeit entsteht. Ich beobachte sowohl die Pferde als auch die Reiter bei APASSIONATA viel, auch während des Trainings abseits der Shows. Und es gibt kein einziges Pferd, das Angst oder Unwillen gegenüber seinem Besitzer oder Reiter zeigt. Diese Pferde arbeiten gerne mit ihren Menschen und es ist sehr viel Vertrauen seitens der Tiere notwendig, um bei einer so großen Show mit Musik, Licht, Nebel und Publikum die Nerven zu behalten. Meiner Meinung nach kann man Vertrauen und Spaß an der Arbeit nicht erzwingen, das muss man sich als Reiter verdienen. Wäre dem nicht so, könnte keiner unserer Reiter auch nur ansatzweise eine solche Leistung zeigen, wie es in jeder einzelnen Show geschieht.”

APASSIONATA Ausritt
Die APASSIONATA Equipen beim Ausritt.
Was sagst Du zu den Vorwürfen und der Kritik an APASSIONATA? Hast Du schonmal eine der Shows besucht?

* An dieser Stelle herzlichen Dank an APASSIONATA für die Unterstützung dieses Beitrages und die Möglichkeit des Interviews.

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6 Kommentare

  1. Hallo vielen Dank für den Beitrag und die Hintergrundinformationen über Apassionata. Eine Frage bleibt mir jedoch übrig, undzwar sieht man deutlich das die Pferde teils in der schmerzhaften Rollkur geritten werden die ja ziemlich umstritten ist und da diese für die Tiere schmerzhaft ist, parieren sie so natürlich. Haben sie das auch recherchiert und Informationen dazu? Zudem die funkensprüher die während der Show an die Fesseln gebunden werden? Für ein Fluchttier halte ich das auch nicht unbedingt geeignet. Wenn sie hier zu auch entsprechendes Hintergrundwissen liefern können und begründen können weshalb das nciht an Tierquälerei grenzt bin ich auch überzeugt. Doch diese Fragen bleiben leider bisher weiterhin offen.

  2. Auch ich bin gegen Tierquälerei! Aber hier werden keine Tiere geschlagen. Wir sollten lieber dafür sorgen, das keine Tiere zu Weihnachten verschenkt werden, die wir später ausgesetzt am Straßenrand finden! Meine Frau und ich freuen uns auf Apassionata im April 2017 in Bielefeld

  3. Der Artikel ist wohl kaum ausgewogen. Wer ausgerechnet das Management von A Passionata als Referenz für artgerechte und pferdefreundliche Bedingungen in den eigenen Reihen heranzieht, wird keine authentischen Antworten erhalten. Wie naiv kann man sein? Sie fragen ja auch nicht den Inhaber einer Masthuhn-Anlage, ob die Tiere ein glückliches Leben führen.

    • Hi K.,
      schade, dass du das so siehst und mir gleich Naivität vorwirfst. Außerdem habe ich mich nicht mit dem „Management“, sondern mit der Equine Managerin unterhalten, die quasi die oberste Pflegerin dort ist und verantwortlich dafür, dass es den Pferden jederzeit gut geht und alles reibungslos und stressfrei abläuft. Ich habe von APASSIONATA einen sehr guten Eindruck und die Pferde dort werden wirklich gut gehalten und trainiert. Alle Equipen lieben ihre Tiere und sehen sie als Partner und Freund, nicht als Mittel zum Zweck. Ob Tiere generell als Entertainment dienen sollten, ist natürlich eine andere Frage, allerdings habe ich in meinem Leben schon viele Pferde kennen gelernt, die tatsächlich Spaß an solchen Shows haben und sich gerne präsentieren.
      Grüße,
      Line / Kultreiter

      PS: Mit Freundlichkeit kommt man im Leben übrigens weiter, als so liebe/lieber K.! 😉

  4. Meine Eltern haben selbst Freizeit-Reitpferde und ich bin auch grundsätzlich gegen „Tiere für die menschliche Belustigung“, ja sogar gegen das Halten von Pferden als „Sportgerät“ oder in Zoos. Aber die Diskussion ist noch einmal eine ganz andere Ebene.

    Ich habe mir die aktuelle Apassionata-Show in Düsseldorf angesehen (war ein Geschenk) und natürlich stand da eine Handvoll Tierschützer mit ihren Parolen am Eingang. Da ich hierbei wirklich beide Seiten betrachte, hatte ich natürlich ein komisches Gefühl, als ich mich an dem Eingang angestellt habe. Eine Diskussion mit den Tierschützern habe ich nicht gesucht, da (wie Sie schon in Ihrem Artikel sinngemäß schreiben) das meist ziemlich unsinnig ist.

    In der Show habe ich mal bewusst versucht zu beobachten, wie die Darsteller mit ihren Vierbeinern umgehen. Und doch…man sieht sehr häufig ein Tätscheln und Streicheln hier, eine kleine leckere Belohnung da und einer hat sein Pferd die ganze Zeit abgeknutscht :-). Und das vor allem auch, wenn es mal gerade nicht im Mittelpunkt stand und gerade etwas gut gemacht hat. Reiter haben halt doch ein etwas krankes (im positiven Sinne) Verhältnis zu ihren Pferden. Ob das Pferd das als positiven Reiz wahrnimmt, weiß ich nicht. Aber auf jeden Fall sagt das schonmal etwas über den Stellenwert des Tieres beim Menschen aus, nämlich eben die von Ihnen erwähnte Partnerschaft. Natürlich kann man aus den kleinen Beobachtungen keine vollständige Schlussbewertung ziehen.
    Auch wenn ich aktiv keinen Pferdesport betreibe, bin ich die letzten Jahrzehnten mit den Tieren aufgewachsen und meine doch einschätzen zu können, was die Körpersprache bedeutet. Nach richtigen Stress in der Manege sieht das meiner Meinung nicht aus. Die Ohren gehen aufmerksam in alle Richtungen und die Pferde schauen aufmerksam. Einen Fluchtreflex habe ich nicht erkannt. Manchen war das alles auch komplett egal. Dass hier Beruhigungsmittel gegeben wurden, kann ich mir nicht vorstellen (hatte ich erst gedacht). Vielmehr glaube ich, dass die Tiere es einfach gewohnt sind, vor vielen Menschen zu stehen. Wenn es Gewohnheit ist, ist es auch kein Stress (meiner Meinung nach).

    Einen Kritikpunkt habe ich an dem Artikel:
    Auch wenn Sie nicht mit dem Management gesprochen haben, sondern mit der obersten Pflegerin, so hat diese natürlich die gleiche intrinsische Motivation nur das beste zu sagen. Sonst würde Sie ja sich selbst eingestehen, keinen guten Job zu machen.

    Zwei Fragen:
    1. Was passiert eigentlich mit den Pferden, wenn Sie an der Show nicht mehr teilnehmen können? Wie ist hier gewährleistet, dass diese auch in gute Hände kommen und nicht als „Hundefutter“ enden. Hat Apassionata hier einen eigenen „Rentnerhof“ oder arbeitet es mit Gnadenhöfen zusammen? Gibt es da einen Qualitätsmanagementprozess? Es ist ja auch ein ökonomischer Faktor und wenn ein Tier von der CashCow zum reinen CostCenter wird, ist es auch mal schnell vorbei mit der Tierfreundschaft.

    2. Ein großer Kritikpunkt ist ja, dass die Pferde nicht ihren Bewegungsdrang nachgehen können. Sie schreiben, dass es (wenn keine Tour ist) eigene Apassionata Stallungen gibt. Wie sehen diese aus? Wie groß sind die Koppeln? Dürfen wenigstens in dieser Zeit die Pferde mal Pferde sein?

    Ich für mich werde weiterhin Shows (Zirkus, Zoo, Apassionata etc.) dieser Art meiden. Aber dazu habe ich auch eine andere Einstellung, wie Eingangs erwähnt. Die Kritik der Tierschützer kann ich nachvollziehen und halte sie auch teilweise berechtigt. Dennoch gibt es hierbei noch ganz andere Baustellen. Angefangen von einfachen Bauernhöfen, bis hin zur kranken Schlachtindustrie und „Fleischfarmen“. Apassionata stellt für mich da wirklich das kleinere Übel da.

    VG
    Bastian

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