Es gibt so einige Hausmittel, die sich auch immer öfters in unseren Reitställen wiederfinden: Von Bier über Joghurt bis hin zu Knoblauch ist wirklich alles dabei! Doch welche Hausmittel fürs Pferd wirken tatsächlich und wovon sollte man als Pferdebesitzer lieber die Finger lassen? Darf man seinem Pferd zum Beispiel Öl füttern und wenn ja, in welchen Mengen? Und wie sieht es mit Honig aus?

Auf all diese Fragen findest du in diesem Beitrag Antworten. Außerdem gibt es auch wieder ein praktisches Video in Zusammenarbeit mit Equine Stories und Nicole Lauck. Nicole ist Ernährungsberaterin für Pferde und erklärt nicht nur wie die Verdauung beim Pferd funktioniert, sondern auch wie einzelne Hausmittel auf dein Pferd wirken.

Hausmittel fürs Pferd
– Welche Hausmittel fürs Pferd tatsächlich helfen und wovon du besser die Finger lassen solltest!

Hausmittel fürs Pferd: Ein neuer alter Trend?

Hausmittel wurden schon immer gerne beim Pferd angewendet, denn sie sind im Vergleich meistens günstiger als spezielle Mittel für Pferde und man hat sie oftmals schon zur Hand. Allerdings scheint es in den letzten Jahren regelrecht zum Trend geworden zu sein, das eigene Pferd mit diversen Hausmitteln zu behandeln. Was dem Menschen gut tut, kann dem Pferd schließlich nicht schaden – denken viele. Doch ist das wirklich so? Kann man seinem Pferd bedenkenlos Zwiebeln, Honig und Knoblauch füttern? Hilft Naturjoghurt tatsächlich, wenn das Pferd unter Verdauungsproblemen leidet?

Wie so oft in der Reiterwelt kursieren ganz unterschiedliche Meinungen zu den verschiedenen Hausmitteln: Die einen sprechen von Wundermitteln, die anderen würden es ihrem Pferd niemals geben. Auch was die Mengenangaben – gerade bei Öl – angeht, scheiden sich die Geister und sogar in der Literatur findet man unterschiedliche Angaben.

Es gilt: Immer die Ursachen aus dem Weg schaffen und nicht nur die Symptome behandeln!

Egal welche Probleme dein Pferd hat, ob Husten, stumpfes Fell oder Verdauungsprobleme, du solltest zunächst auf Ursachenforschung gehen und herausfinden, warum dein Pferd unter den Problemen leidet. Viele Reiter tun dies nicht und behandeln schlichtweg die Symptome, schaffen das Problem so aber nicht aus dem Weg.

Warum hustet mein Pferd? Warum hat es Kotwasser? Warum glänzt das Fell nicht?

Statt deinem Pferd bei Husten also nur schleimlösende Mittel zu verabreichen, solltest du außerdem herausfinden, warum dein Pferd überhaupt hustet und neben den Symptomen auch die Ursache angehen. Stimmt die Qualität des Futters? Ist das Heu oder Stroh in der Box staubig? Bekommt es genug Auslauf an der frischen Luft? Du hilfst deinem Pferd mit den richtigen Mitteln zwar beim Abhusten und kannst dafür sorgen, dass sich der Schleim löst, auf Dauer löst du aber nicht das eigentliche Problem.

Gleiches gilt zum Beispiel bei Kotwasser: Hier ist Stress oftmals die Ursache. Spezielles Futter oder die Vergabe von Naturjoghurt bekämpft also auch nur die Symptome, sorgt bei deinem Pferd aber nicht für weniger Stress. Während Öl das Fell deines Pferdes zwar wieder zum Glänzen bringt, es aber nicht die Haltung oder das Wohlbefinden deines Pferdes verbessert. Du merkst also: Du kannst mit Hausmitteln nicht die Ursache bekämpfen, sondern linderst nur die Symptome deines Pferdes.

Es gilt außerdem: Frag immer deinen Tierarzt oder Heilpraktiker!

Wichtig ist nicht nur, dass du Ursachenforschung und gleichzeitig auch -beseitigung betreibst, sondern dich auch immer mit deinem Tierarzt oder Heilpraktiker besprichst. Nur weil das eine Pferd in deinem Stall etwas gut vertragen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch deinem Pferd dank des Hausmittels besser gehen wird. Gerade was die Verträglichkeit und die richtige Dosierung angeht, solltest du immer erst deinen Tierarzt zu Rate ziehen – insbesondere wenn dein Pferd starke Symptome zeigt oder bereits länger unter den selben Symptomen leidet und keine Besserung in Sicht ist.

9 Hausmittel unter der Lupe
– darauf musst du bei deinem Pferd achten!

Schauen wir uns nun einmal an, welche Hausmittel es gibt und welche du tatsächlich auch bei deinem Pferd anwenden kannst und von welchen du eher die Finger lassen solltest.

Hausmittel fürs Pferd Nr. 1: Kamillen- oder Ringelblumentee

Wer hat ihn nicht zuhause: Kamillentee! Kamille, aber auch Ringelblume kann bei Entzündungen angewendet werden, da die Kräuter entzündungshemmend wirken. Allerdings reicht ein einzelner Teebeutel von der Menge her bei einem großen Pferd nicht aus. Besser ist es, wenn du die Kräuter gleich lose in der Apotheke kaufst. Man nennt diese auch “Arzneitee” oder “Arzneidroge”. Diese losen Blätter kannst du anschließend über das Futter deines Pferdes bröseln. Hier rät Nicole allerdings: Bei Entzündung besser mit einem Heilpraktiker oder dem Tierarzt sprechen und ein effektiveres Heilmittel finden.

Du kannst Kamillen- oder Ringelblumentee aber auch äußerlich bei deinem Pferd anwenden. Insbesondere Ringelblumen kannst du als Kompresse auf Verletzungen oder kleinere Wunden legen. Das wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern auch wundheilend und schmerzstillend.

Hausmittel fürs Pferd Nr. 2: Malzbier

Bier? Ja, Bier! Es gibt einige Reiter, die ihren Pferden Bier geben und die meisten Pferde nehmen dies auch sehr gerne an. Bier schmeckt süßlich und auch der Duft nach Hefe ist für dein Pferd lecker. Insbesondere Malzbier soll das Fell deines Pferdes zum Glänzen bringen. Aber macht es wirklich Sinn, Pferden Bier zu geben?

Eher nicht. Denn Pferde reagieren schon auf kleine Mengen Alkohol empfindlich, da sie es schlichtweg nicht gewohnt sind. So sollen 1 Liter Bier pro Tag schon negative Auswirkungen haben und gerade die Leber deines Pferdes schädigen.

Dennoch hat Bier auch etwas Gutes: Hopfen! Denn auch der Hopfen ist eine alte Arzneipflanze und statt deinem Pferd Bier übers Futter zu kippen, solltest du besser reinen Hopfen verwenden. Der Hopfen hat kleine Zapfen, die du getrocknet in der Apotheke bekommst. Anschließend kannst du diese wie einen Tee zubereiten und übers Futter gießen. Die Bitterstoffe im Hopfen stimulieren die Produktion von Gallensekret. Hopfen wirkt beruhigend und du findest ihn in vielen Futtermischungen, die speziell für nervöse Pferde zusammengemischt wurden.

Auch Bierhefe ist gesund, da sie viele B-Vitamine und Biotin enthält und so den Stoffwechsel deines Pferdes ankurbeln kann. Sie regt außerdem die Verdauung an, stärkt die Darmflora und sorgt für gesunde Hufe und gesundes Fell. Gerade wenn du ein dünnes Pferd hast, kann Bierhefe helfen. Aber auch hier musst du nicht gleich zur Bierflasche greifen: Auch Bierhefe kannst du pur kaufen, zum Beispiel von AniForte* oder bei der Kräuterie*.

Hausmittel fürs Pferd Nr. 3: Naturjoghurt

Immer mehr Pferdebesitzer greifen zudem zu Joghurt. Angeblich soll dieser bei Verdauungsproblemen helfen und das Darmmilieu positiv beeinflussen. Hier wird oft empfohlen, einen Becher pro Tag ins Futter zuzugeben, also 250ml Joghurt. Allerdings ist Joghurt kein natürliches Nahrungsmittel des Pferdes und auch Nicole rät, von Joghurt besser die Finger zu lassen: „Pferde nehmen nur im Fohlenalter Milchprodukte über die Muttermilch auf. In dieser Zeit kann es Milchzucker verdauen, denn es hat noch das entsprechende Enzym, das es dafür benötigt. Bereits nach einem Drei­vier­tel­jahr verliert das Pferd allerdings die Fähigkeit, Milchzucker zu verarbeiten und mit den Jahren wird es laktoseintolerant“ – erklärt Nicole.

Ob Naturjoghurt positive Auswirkungen auf das Darmmilieu des Pferdes hat, ist wissenschaftlich zudem nicht erwiesen. Im Gegenteil: Solltest du deinem Pferd zu viel Joghurt füttern, kann es bösen Durchfall bekommen. In diesem Video erklärt Nicole, wie die Verdauung beim Pferd funktioniert und wie ein Pferd Milchzucker verarbeitet:

Hausmittel fürs Pferd Nr. 4: Honig

Honig ist nicht nur lecker, sondern auch gesund! Honig enthält neben Antioxidantien auch entzündungshemmende Enzyme und bioaktive Stoffe. Im Futter soll es als Energiespender dienen und nicht nur das Immunsystem stärken, sondern auch den Stoffwechsel anregen. Dennoch solltest du Honig bei deinem Pferd besser nur äußerlich anwenden. Denn Honig ist letztendlich nichts anderes als Zucker und deshalb nicht gut für dein Pferd.

Äußerlich angewendet hilft Honig bei Verletzungen der Haut und kleineren Wunden. Durch die antibakterielle Wirkung wird die Bildung neuer Hautzellen gefördert und Wunderreger gleichzeitig abgetötet. Am besten besorgst du dir allerdings medizinischen Honig aus der Apotheke.

Hausmittel fürs Pferd Nr. 5: Zwiebelsud

Ebenfalls sehr beliebt ist Zwiebelsud, denn auch Zwiebeln sind ein altes Hausmittel. Zwiebelsud soll schleimlösend und antibakteriell bei Erkältungen wirken, weshalb es gerne Pferden mit Husten gefüttert wird. Um den Sud herzustellen, musst du zunächst Zwiebeln kleinschneiden und in eine Schüssel geben. Anschließend bedeckst du diese mit Honig und lässt das Gemisch über Nacht stehen. Am nächsten Tag ist der Sud durchgezogen und du kannst ihn verfüttern.

Aber auch hier hat Pferde-Ernährungsberaterin Nicole einen Einwand: der Honig. Stattdessen gibt Nicole den Tipp, Meerrettich zu verwenden. Du kannst diesen einfach klein reiben und zum Beispiel in eigeweichte Heucops rühren – Pferde fressen das sehr gerne! Aber: Zu viel Meerrettich kann zu einem Dopingverdacht führen, achte also immer auf die Menge und darauf, dass du ADMR-konform bist.

Extra-Tipp: Inhalieren

Statt auf Hausmittel zurückzugreifen, solltest du dein Pferd bei Husten inhalieren lassen und beispielsweise eine Kochsalzlösung verwenden. Durch die Inhalation kommen lindernde Dämpfe in die Atemwege und Bronchien. Du kannst so die Schleimhaut deines Pferdes anfeuchten und es kann anschließend leichter abhusten.

Dazu bekommt dein Pferd eine Atemmaske über die Nüstern. Mittlerweile gibt es sogar Inhalationsgeräte speziell für Pferde. Alternativ kannst du auch extra Aufsätze für Pferde verwenden, die an ein Inhaliergerät für den Menschen aufgesetzt werden können.

Hausmittel fürs Pferd Nr. 6: Öl

Gerade die Fütterung von Öl hat schon für viel Diskussionsstoff in der Pferdewelt gesorgt. Manche behaupten, dass Pferde Öl aufgrund der fehlenden Gallenblase nicht verarbeiten können. Jedoch nehmen Pferde auch übers Futter wie zum Beispiel über frisches Gras oder über Samen verschiedene Öle und Fettsäuren auf. Zudem enthält auch Getreide wie beispielsweise Hafer jede Menge Öl. Wichtig zu wissen ist, dass Öl vor allem als Energielieferant dient. Denn Öl ist ein hochkalorisches Lebensmittel. So haben 100 Milliliter Öl bereits 3,4 Megajoule! Zu viel Öl kann dein Pferd also schnell dick machen und dafür sorgen, dass es unruhig wird, da es nicht weiß, wohin es mit seiner ganzen Energie soll.

Sollte dein Pferd nicht genügend Energie aus seinem Futter ziehen können, da es zum Beispiel alt oder krank ist, kannst du Öl zufüttern. Die Mengenangaben sind hier teilweise ganz unterschiedlich: von zweimal 80 Gramm pro Tag bis hin zu 1 Gramm Öl pro 1 Kilogramm Körpergewicht – das sind bei einem 500 Killogramm schweren Pferd ein halber Liter Öl. Generell gilt aber auch hier wieder: Fütter lieber weniger Öl, als zu viel! Nicole rät zum Bespiel, ein kleines Schnappsglas mit in den Stall zu nehmen und einmal morgens sowie einmal abends ein volles Schnappsglas Öl übers Pferdefutter zu kippen. In diesem Video erklärt sie es nochmals genauer:

Diese Öle sind gut fürs Pferd

Du kannst deinem Pferd allerdings nicht jedes Öl ins Futter kippen. So kommt es bei Hanf-, Distel-, Raps-, Palm-, und Kokosöl beispielsweise häufig zu Verdauungsproblemen, weshalb du von diesen Ölen besser die Finger lässt. Stattdessen solltest du auf Leinöl* oder Fischöl* zurückgreifen. Ebenfalls gut sind Schwarzkümmelöl* und Reiskeimöl*.

Lesetipp: Mehr über die Fütterung von Ölen und ganz viele Tipps zur richtigen Pferdefütterung findest du übrigens in diesem Beitrag!

Hausmittel fürs Pferd Nr. 7: Heilerde

Heilerde kannst du bei deinem Pferd sowohl innerlich, als auch äußerlich anwenden. Heilerde ist letztendlich ein Gesteinsmehl, hat eine ganz feine Substanz und kann dadurch Schad- und Giftstoffe in großen Mengen aufnehmen und binden. So kannst du nicht nur das Verdauungssystem deines Pferdes reinigen, sondern auch seinen Organismus entgiften.

Allerdings solltest du Heilerde nicht einfach so über das Futter deines Pferdes streuen. Da Heilerde so feinstaubig ist, besteht die Gefahr, dass dein Pferd es einatmet, riecht und gegebenenfalls das Futter verweigert. Besser ist es, wenn du die Heilerde mit Wasser oder Kräutertee anrührst und anschließend ins Futter mischst. Allerdings ist auch hier die Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen. Was die Dosierung angeht, werden 30 Gramm pro Pferd empfohlen – das sind ungefähr drei Messlöffelchen.

Außerdem kannst du die angerührte Heilerde auch gut auf Verletzungen oder kleine Wunden schmieren, aber wirklich nur, wenn diese oberflächlich sind. Achte zudem darauf, dass du diese vorher reinigst. Auch bei Insektenstichen hilft Heilerde, da sie Fliegen fernhält. Sollte dein Pferd unter Gelenkschmerzen leiden oder Sehnenprobleme haben, kannst du ebenfalls Heilerde an den betroffenen Stellen verwenden. Am besten schmierst du eine dicke Schicht drauf, lässt diese über Nacht wirken und spülst sie am nächsten Tag vorsichtig mit lauwarmen Wasser ab.

Hausmittel fürs Pferd Nr. 8: Flohsamen

Flohsamen sollen helfen, den Magen des Pferdes zu reinigen. Sie kleiden den Darm aus, binden sandige Ablagen und transportieren diese aus dem Magen raus. Oftmals werden sie als eine Art Kur über einen ganzen Monat hinweg verfüttert und zum Beispiel von bekannten Herstellern wie AniForte* angeboten. Das Problem ist allerdings, dass Flohsamen – ähnlich wie Leinsamen – im Darm deines Pferdes aufquellen und Wasser binden. Solltest du zu viel füttern, kann es passieren, dass der Nahrungsbrei andickt. Flohsamen haben in großer Menge also eher einen negativen Effekt und können sogar eine Schleimhautreizung bei deinem Pferd auslösen. Auch wenn eine solche Flohsamen-Kur tatsächlich funktioniert, rät Nicole lieber die Ursachen zu beseitigen und zum Beispiel dafür zu sorgen, dass das Pferd keinen Dreck mehr frisst.

Hausmittel fürs Pferd Nr. 9: Knoblauch

Gerade wenn es wieder wärmer wird, kommt Knoblauch gerne zum Einsatz, denn viele Pferdebesitzer schwören auf die Wirkung von Knoblauch als Abwehr von Mücken, Fliegen und Bremsen. Du kannst deinem Pferd Knoblauch in kleinen Mengen als Pulver* ins Futter mischen oder sogar frischgepresste Knoblauchzehen verwenden. Es gibt aber auch Knoblauchdragees oder sogar knoblauchhaltiges Müsli, das du verfüttern kannst.

Nachdem dein Pferd den Knoblauch übers Futter aufgenommen hat, scheidet es den Knoblauchgeruch durchs Schwitzen wieder aus. Letztendlich ist die individuelle Ausdünstung von Pferd zu Pferd allerdings verschieden und wissenschaftlich belegt ist die Wirkung ebenfalls nicht. Dafür gibt es jedoch eine kleine Studie, die herausgefunden hat, dass zu viel Knoblauch fürs Pferd schädlich sein kann. Knoblauch wirkt nämlich blutverdünnend und kann bei großen Mengen sogar zu Blutmangel führen.

Nicht jedes Hausmittel ist gut für dein Pferd!

Es ist fast schon erschreckend, wieviele Mythen und wieviel Unwissen in der Pferdewelt umherkreisen und das insbesondere was die Fütterung von Hausmitteln angeht. Es gibt Pferdebesitzer, die kippen ihren Tieren Bier in den Futtertrog oder füttern täglich einen Becher Joghurt – dabei vertragen Pferde weder Alkohol noch können sie den Milchzucker, der im Joghurt vorhanden ist, verarbeiten. Von den meisten Hausmitteln solltest du deshalb lieber die Finger lassen, gerade was die innere Anwendung angeht.

Es gibt aber auch Hausmittel wie Ringelblumentee, Honig oder Heilerde, die bei äußeren Verletzungen und kleineren Wunden helfen können. Generell gilt aber immer: Statt die Symptome zu behandeln, solltest du immer die Ursachen ergründen und bekämpfen. Außerdem gilt auch immer: Ziehe deinen Tierarzt oder Heilpraktiker zu Rate!

Noch mehr Tipps und tolle Erklärungen von Nicole zur Anwendung von Hausmitteln bei deinem Pferd findest du übrigens in diesem Video von Equine Stories:

Welche Hausmittel fürs Pferd kennst du noch und kannst anderen Kultreitern empfehlen?

Titelbild: www.depositphotos.com – virgonira

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Dann melde dich jetzt für den Kultreiter Newsletter an und erhalte die neuesten Beiträge, besten Tipps und persönliche Infos per E-Mail! ♥

3 Kommentare

  1. Hallo
    ich finde es toll, dass du dich so für die pferde begeisterst und versuchst deren leben mit deinen artikeln zu verbessern bzw. die pferdebesitzer zu informieren und sensibilisieren.

    leider kann ich jedoch mit diesem beitrag nicht ganz übereinstimmen. es ist ein heikles thema. es wird in der pferdefütterung immer wieder auf den menschen geschlossen und verglichen, was beim pferd einfach nicht funktioniert. daz glauben viele sie müssten ihr pferd futtertechnisch unterstützen, was nicht nötig ist. im gegenteil, der organismus wird nur mehr belastet. es findet eine vermenschlichung statt, die dem pferd gut gesonnen ist aber dem pferd eher schadet.

    joghurt:
    die darmflora kann die biotischen mittel nicht entsprechend verdauen und die (milchsäure)bakterien bringen das darmgleichgewicht komplettdurcheinander. sie vertreiben die pferdespezifischen pilze, bakterien, protzonen, etc.. organe und körper müssen mehr arbeiten und es kommt zu durchfall, kotwasser und anderen stoffwechselerkrankungen. joghurt hat überhaupt nichts im pferdekörper zu suchen.

    bierhefe:
    diese wird in aktiver oder inaktiver form angeboten. inaktive bringt gar nichts und belastet nur. aktive macht alkohol – und das ist nicht gut für den darm. auch wenn es augenscheinlich vorteile hat. die industrie vermittelt da ein falsches bild. hier wird wieder von mensch auf tier geschlossen.

    kamille:
    aufpassen bei äußerlicher anwendung auf augen – das kann allergien auslösen.

    öl:
    davon würde ich generell abraten. öl ist ein konversiverungsmittel und legt sich über das darmlumen und verhindert so eine gute aufnahme der futtermittel. dazu kommt, dass öl im pferd immer – im gegensatz zu mensch und u. bzw. hund – ein fremdfett bleibt. somit versucht das pferd dieses – durch großen aufwand – wegzubringen und schiebt es ins gewebe (die abfallkammer des pferds). dort kommt es dann über die talgdrüsen raus und das pferdefell fängt an zu glänzen. menschen glauben dann, dass es gesund ist und dem fell gut tut. jedoch ist genau das gegenteil der fall. früher war das ein alter pferdehändlertrick: gib einem kranken pferd öl, es fängt an zu glänzen und wirkt für den menschen gesund.
    warum ölfütterung, wenn im guten gras bzw. heu noch genug vorhanden ist. 100ml pro 10 kg. und – das wichtigeste. das kann das pferd verstoffwechseln. warum gibt man dem pferd kein schnitzel. dort ist viel energie vorhanden -> weil es das pferd nicht metabolisieren kann.

    mir ist klar, es sind viele dinge umstritten und werden diskutiert. mein genereller ansatz ist, warum, soll ich den organismus mit etwas belasten, was das pferd gar nicht braucht und man vermeintlich meint, es zu unterstützen. wenn die grundnahrung, haltung und die reiterei passen, braucht das pferd heu/gras, gutes wasser und der arbeit angepasstes kraftfutter (also die meisten gar keines).

    stoffwechselproblem kommen nicht von heute auf morgen. manchmal dauert es 3 – 7 jahre. dann bringt der eine tropfen das fass zum überlaufen – und keiner weiß warum. man kommt nicht auf die idee, dass in der fütterung was falsch gelaufen ist, da es ja recht lange funktioniert hat. – und es dauert auch eine zeit, um dann das gesunde gleichgewicht wieder herzustellen.

    sorry, da musste ich jetzt einfach einen kommentar abgeben, da ich in diesem bereich gearbeitet habe und wir genau solche pferde bekommen haben, die unter anderem mit diesen futtermitteln gefüttert wurden. nach weglassen bzw. ausschleichen derer, darmreinigung, etc. und zurückbringen auf das ursprüngliche, wurden die pferde wieder gesund.

    mbg
    chris

    • Hi Chris,

      vielen Dank für deinen Kommentare und die vielen weiteren Infos! 🙂

      Ja, das Thema ist wirklich schwierig und bietet viel Diskussionsstoff. Wir haben hierzu genau deshalb auch mit Nicole Lauck gesprochen, sie ist Ernährungsberaterin für Pferde und weiß eine Menge dazu. Genau wie du, ist auch sie der Meinung, dass die meisten Hausmittel nichts am – und vor allem nichts im – Pferd zu suchen haben. Wie im Text steht, rät sie zum Beispiel auch davon ab, Pferden Joghurt zu füttern oder Bier zu geben. Nur was das Öl angeht, ist ihre Meinung eine andere, aber besonders hier scheiden sich ja auch die Geister. Auch ich bin diesbezüglich keine Expertin und kann nur wiedergeben, was ich von Nicole und anderen Ernährungs- und Futterexperten für Pferde erklärt bekommen habe. So wie du es schilderst, klingt es ebenfalls plausibel und auch ich bin der Meinung, dass man sein Pferd so natürlich wie möglich füttern und halten sollte, mit viel Auslauf an der frischen Luft, frischem Gras in den warmen Monaten, viel Sozialkontakt mit anderen Pferden und ganz viel Heu! 😉

      Alles Liebe,

      Line / Kultreiter

      • Schönen guten Morgen Line,

        vielen Dank für deine konstruktive Antwort – ist nicht selbstverständlich in der Reiterwelt.
        Es ist wirklich interessant, dass ein Tier, welches so groß Geschichte geschrieben hat in manchen Dingen noch so wenig erforscht ist.
        Oft ist es leider so wie bei uns Menschen, es gibt den 100jährigen Raucher, der wird das Rauchen immer unterstütze. Und diese gibt es auch beim Pferd. Die packen alles – in all möglichen Bereichen. Und dann kennen wir ja den Spruch: frage 10 Reiter und du bekommst 12 Antworten.
        Wie in der Reiterei, Hufbeschlag, Entwurmung uvm. werden diese Themen vermutlich immer kontrovers diskutiert werden und alle haben Argumente, die auf den ersten Blick logisch klingen oder auch sind. So ist es für den „unwissenden“ sehr schwierig das Richtige herauszufiltern. UND – das ist für mich wesentlich schlimmer: es herrscht unglaublich viel Halbwissen im Netz, hat dann die Funktion der stillen Post und es wird noch schlimmer.
        Die (Futtermittel)industrie macht es bei Gott nicht besser – aber das ist ein eigenes Thema ;-(
        Ein letzter Punkt: Viele müssten Dinge ändern und dann heißt es in den Spiegel zu schauen und wir Menschen sehen Dinge in der Reflektion, die wir eventuell nicht gerne sehen wollen. Dann heißt es, entweder damit auseinandersetzen oder weitermachen so wie es ist.

        Vielleicht schreibe auch ich dir irgendwann und sage: „sorry, da muss ich meine Meinung ändern.“

        Dir einen schönen Tag und weiterhin viel Energie für die Themen 😉

        hg

        christoph

Hinterlasse eine Antwort