Nicht nur uns Menschen, auch unseren Pferden tut eine Massage gut. Das Tolle: Mit einer Massage kannst du nicht nur Verspannungen bei deinem Pferd lösen, sondern auch die Bindung zwischen dir und deinem Pferd stärken. Welche Vorteile die Massage für dein Pferd noch hat und worauf du beim Massieren deines Pferdes achten musst, erfährst du in diesem Beitrag!

Dazu gibt’s auch ein tolles Video in Zusammenarbeit mit Equine Stories und Pferdephysiotherapeutin Corinne von Vitahorse, die ein paar ihrer besten Tipps und Massagegriffe fürs Pferd verrät.

Entspannung fürs Pferd – Die besten Tipps und Griffe für eine wohltuende Pferdemassage!

Die Vorteile einer Massage

Wie beim Menschen auch tut eine Massage deinem Pferd in erster Linie gut und macht es glücklich. Mit der richtigen Technik lockerst du die Muskeln und hilfst deinem Pferd dabei sich komplett zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Durch die regelmäßigen Berührungen bei der Massage stärkst du nicht nur das Vertrauen und die Bindung zwischen euch, sondern lernst den Körper deines Pferdes im Detail kennen. Dadurch wird es dir leichter fallen Veränderungen, wie beispielsweise Verspannungen und Temperaturunterschiede, frühzeitig zu erfühlen und darauf zu reagieren noch bevor diese Schmerzen oder ernsthafte Krankheiten verursachen.

Eine gute Massage und das damit verbundene Wohlbefinden wirken sich außerdem positiv auf die Leistungsbereitschaft deines Pferdes aus. Nur wenn es deinem Pferd rundum gut geht, kann es beim Training 100 Prozent geben! Dabei hilft auch, dass du mit einer gezielten Massage Schlacken lockerst sowie die Durchblutung und den Stoffwechsel ankurbelst.

Worauf du beim Massieren deines Pferdes achten musst

Damit du deinem Pferd mit einer Massage wirklich etwas Gutes tust, solltest du die folgenden Punkte beachten:

Zeit und Geduld

Für eine gelungene Massage solltest du immer genug Zeit einplanen. Ein ruhiges und entspanntes Umfeld sorgt für den richtigen Rahmen. Nur wenn dein Pferd von vornherein entspannt ist, kann es sich voll auf deine Berührungen einlassen. Besonders am Anfang ist es empfehlenswert auf sanfte Massagetechniken zurückzugreifen und die Reaktionen deines Pferdes genau zu beobachten. Dadurch lernst du, welche Berührungen und Griffe es besonders genießt.

Sanfte Berührungen

Selbst wenn du dein Pferd regelmäßig massierst, solltest du darauf achten, dass du niemals zu stark massierst. Durch grobes Drücken, Ziehen und Reiben kannst du deinem Pferd nicht nur Schmerzen zufügen, sondern es sogar ernsthaft verletzen. Besser ist es dir gemeinsam mit deinem Pferd eine eigene sanfte Massageroutine zu erarbeiten.

Allerdings solltest du dein Pferd auch nicht zu sanft berühren, denn damit erzielst du keinen Effekt. Achte einfach darauf, wie dein Pferd reagiert: Solltest du zu stark massieren, wird dein Pferd es dir mit seiner ganzen Körpersprache zeigen. Solltest du es zu sanft berühren, wirst du es ebenfalls an der Reaktion deines Pferdes merken – denn die bleibt in diesem Fall aus.

Woran merkst du, dass du den richtigen Druck anwendest?

Sobald dein Pferd anfängt zu schnauben, abzukauen oder generell einen ruhigen Eindruck macht, kannst du davon ausgehen, dass der Druck, den du beim Massieren anwendest, genau richtig für dein Pferd ist. Dabei sollten die Ohren deines Pferdes entweder aufmerksam, aber nicht aufgeregt, nach vorne zeigen oder leicht nach hinten anliegen. Die Augenlieder deines Pferdes sind entspannt, die Nüstern ebenfalls. Im gesamten Körper deines Pferdes sind keine Anspannungen zu erkennen.

Übrigens: Manche Pferde fangen sogar an zu dösen, wenn sie massiert werden!

Kreisende Bewegungen

Wichtig ist, dass du kreisende Bewegungen mit deiner Hand durchführst. Dabei nutzt du nicht deine komplette Hand, sondern insbesondere deine Fingerspitzen und deinen Handballen und bildest einen kleinen Hohlraum. Mit dem Handballen massierst du dann im Kreis nach oben und schließt den Kreis anschließend mit deinen Fingerspitzen nach unten gehend. Diesen Vorgang wiederholst du in einem gleichmäßigen, nicht zu langsamen Rhythmus an der selben Stelle und arbeitest dich so Stück für Stück weiter.

Von oben nach unten und von vorne nach hinten

Corinne massiert ihre Pferde immer von oben nach unten und von vorne nach hinten, das bedeutet, sie beginnt zunächst oben am Kopf hinter den Ohren, massiert dann entlang des Halsmuskels nach unten und nimmt sich anschließend den Rest des Pferdekörpers vor bis sie schließlich an der Hinterhand angekommen ist.

Kann ich mein Pferd auch vor oder nach dem Reiten massieren?

Ja! Durch eine Massage kannst du bestimmte Muskelpartien bereits vorm Reittraining lockern und dafür sorgen, dass deinem Pferd die Arbeit unterm Sattel ein wenig leichter fällt. Wenn du zum Beispiel weißt, dass dein Pferd beim Reiten besonders in der Schulter verspannt ist, kannst du genau diese Partie massieren und lösen bevor du dich in den Sattel schwingst.

Genauso gut kannst du dein Pferd aber auch nach einer Reitstunde massieren. Wenn du beim Reiten merkst, dass dein Pferd verspannt ist oder bestimmte Übungen im Trab oder im Galopp einfach nicht gelingen wollen, kannst du hier anschließend nochmals Hand anlegen und dein Pferd lockern. Einzige Voraussetzung: Dein Pferd sollte nach dem Training nicht zu verschwitzt sein, reite es also genügend im Schritt trocken.

Achtung bei Verspannungen

Mit den richtigen Massagegriffen kannst du leichte Verspannungen lösen und die Muskeln deines Pferdes generell auflockern. Wenn du allerdings eine hartnäckige Verspannung spürst, dein Pferd Rückenschmerzen hat oder dir andere Veränderungen während der Massage auffallen, solltest du unbedingt deinen Tierarzt verständigen und auf keinen Fall versuchen das Problem selbst zu beseitigen!

Achtung bei Arthrose

Wenn dein Pferd unter Arthrose leidet, ist das kein Grund auf eine regelmäßige Massage zu verzichten. Achte lediglich darauf, dass du die betroffenen Gelenke aussparst und nicht manipulierst.

4 entspannende Massagegriffe für dein Pferd

Falls du schon länger darüber nachdenkst, dein Pferd zu massieren, aber nicht weißt, wie du am besten damit beginnst und welche Griffe du dabei anwenden sollst, hat Corinne hier vier tolle Massagegriffe für dich, die du auch als Massage-Anfänger durchführen kannst und mit denen du bei deinem Pferd ganz bestimmt für Entspannung sorgst:

Pferd massieren Griff 1: Die Halsmassage

Hier streichst du den Halsmuskel zunächst von oben nach unten aus. Wenn du merkst, dass der Muskel deines Pferdes weich ist und keine Verspannungen spürst, kannst du auch ein wenig in den Muskel reingehen. Du wirst feststellen, dass sich der Muskel deines Pferdes problemlos verschieben lässt: ein Zeichen dafür, dass dieser komplett entspannt ist. Wenn du den Druck jetzt vorsichtig erhöhst, wirkt dies wie eine Akupressur und dein Pferd sollte nun die Oberlinie zeigen.

Pferd massieren Griff 2: Die Rippenmassage

Die Rippenmassage ist besonders interessant für Pferde mit Hustenproblemen oder Allergiker. Hierbei massierst du die Zwischenmuskulatur und fährst zunächst mit deinen Fingerspitzen am Rippenbogen entlang. Dabei kannst du feststellen, ob dein Pferd hier Schmerzpunkte hat oder an bestimmten Stellen verspannt ist. Anschließend streichst du mit deinen Fingern an den Rippen entlang nach unten. Dabei fühlst du mit deinen Fingerspitzen zwischen die Rippen bis zur Muskulatur und streichst diese bis zum Ende aus.

Pferd massieren Griff 3: Die Rückenschaukel

Sobald du das Gefühl hast, dass dein Pferd wirklich entspannt ist und seine Muskeln weich sind, kannst du die Rückenschaukel anwenden. Dabei massierst du zunächst den Rücken deines Pferdes in kreisenden und später in ausstreichenden Bewegungen. Anschließend fährst du in den Bewegungen unter den Pferdebauch und holst den Rücken deines Pferdes massierend hoch. Dabei sollte dein Pferd seinen Hals nach unten dehnen und gleichzeitig mit seinem Rücken nach oben gehen. Auch hierbei sollte die Oberlinie deines Pferdes wieder deutlich zum Vorschein kommen.

Pferd massieren Griff 4: Kieferlockerung

Um den Kiefer deines Pferdes zu lockern, gibt es ebenfalls einen Massagegriff: Bei diesem stellst du dich vor dein Pferd und legst jeweils links und rechts deinen Daumen ins Pferdemaul. Dein Pferd sollte nun anfangen, zu kauen und mit der Zunge zu spielen. Diese Kaubewegungen sollten langsam stärker werden und dein Pferd sollte auch mit seiner Zunge immer größere Bewegungen machen. Dank dieser Technik kannst du den Kiefer und das Zungenbein deines Pferdes wunderbar lösen.

Videotipp: Hier siehst du alle Massagegriffe am Pferd erklärt!

Corinne erklärt alle Massagegriffe Schritt für Schritt in diesem Video und gibt außerdem ihre besten Massagetipps – den Kanal von Equine Stories solltest du unbedingt abonnieren, denn in Zukunft werden hier noch weitere spannende Videos veröffentlicht!

So kannst du noch mehr über die Pferdemassage lernen und deinem Pferd Gutes tun

Vielen Pferdebesitzern geht es ähnlich: Sobald sie einmal gemerkt haben, wie sehr das eigene Pferd die Massage genießt und dass sich neben dem Training unterm Sattel auch die Beziehung zum Pferd verbessert, wollen sie ihr Pferd noch mehr und öfters massieren – sicherlich ist das bei dir nicht anders. Hier solltest du allerdings nicht anfangen, wild drauf los zu massieren, sondern dich weiterbilden. Denn wie bereits zu Beginn des Beitrages erwähnt, kannst du deinem Pferd mit einer falschen Massage nicht nur Schmerzen, sondern auch Verletzungen zufügen.

Nimm an einem Massagekurs teil

Wenn du dein Pferd öfters mit einer entspannenden Massage belohnen möchtest, solltest du dir am besten von einem Profi zeigen lassen, wie du dein Pferd richtig massieren kannst oder du buchst eine Massagetherapie für dein Pferd. Corinne bietet zum Beispiel verschiedene Therapien für Pferde an und kommt dazu gerne in deinen Stall. Auf Anfrage organisiert sie außerdem Massagekurse, bei denen sie dir und deinen Stallkollegen verschiedenen Massagegriffe am Pferd zeigt.

Mehr Infos und Kontaktdaten findest du auf ihrer Webseite unter www.vita-horse.de.

Buchtipps zur Pferdemassage

Außerdem gibt es auch mehrere Bücher, mit denen du dich in puncto Pferdemassage weiterbilden kannst. Hier eine kleine Auswahl:

Pferde richtig massieren: Sanfte Hilfe mit den Händen* von Claudia Jung
Stresspunktmassage nach Jack Meagher: Mit Triggerpunkt-Behandlung und Dry Needling* von Claus Teslau
Akupressur für Pferde: Wirkung und Anwendung* von Ina Gösmeier

Praktisches Massagezubehör für dein Pferd

Außerdem gibt es noch spezielle Bürsten und Öle, die du bei der Massage deines Pferde anwenden kannst. Hier ein paar Empfehlungen:

Busse Striegel MASSAGE SUPER*
Massagebürste von Leistner*
Massage-Kardätsche Noppino mit Borstenrand*
Magnesium-Öl-Spray von ZECHPET*

Lesetipps: Einen tollen Erfahrungsbericht zum Massageöl von ZECHPET kannst du übrigens hier bei Fü(h)rpferd nachlesen und auch bei Nordfalben gibt es viele tolle Massagetipps fürs Pferd!

Eine Massage tut jedem Pferd gut – auch deinem!

Mit einer Massage kannst du deinem Pferd wirklich etwas Gutes tun und – richtig angewandt – sogar Verspannungen bei deinem Pferd lösen. Zudem lernst du den Körper deines Pferdes durch regelmäßiges Massieren besser kennen und erkennst so schneller, sollte dein Pferd unter Schmerzen leiden oder etwas nicht stimmen. Außerdem sorgen Massagen für eine engere Bindung zwischen dir und deinem Pferd und sind eine tolle Möglichkeit, dein Pferd zum Beispiel auch an kalten Wintertagen zu beschäftigen.

Titelbild: www.depositphotos.com – mihajlockovricphoto.gmail.com

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