Liebe geht durch den Magen, das gilt auch bei unseren Pferden. Wie könnten wir sie also besser loben und motivieren, als mit gesunden, selbstgemachten Leckerlis? Wie du Pferdeleckerlis selber machen kannst, was du dabei beachten musst und wie du dein Pferd trotz Leckerligabe zu einem höflichen Partner erziehst, erklärt dir Lina vom Blog Nordfalben in diesem Artikel!

Pferdeleckerlis selber machen
– So kannst du dein Pferd ganz natürlich und gesund loben!

Mit Futter loben – ja oder nein?

Futterlob ist ein sehr umstrittener Punkt unter Pferdebesitzern. Einige schwören darauf und verteilen ab der Begrüßung bei jeder kleinen Gelegenheit Futter, während andere es als absolutes No-Go sehen und lieber mit Stimme und Zuneigung belohnen.

Doch was spricht eigentlich für das Futterlob?

In erster Linie ist es wohl die eindeutige und für das Pferd ziemlich unmissverständliche Form der Bestätigung. Ein Leckerli sagt dem Pferd auf klare Weise, dass es sich lohnt eine Aufgabe zu machen. Es arbeitet für diese Belohnung und je nach gewähltem Futter kann das eine sehr starke Motivation darstellen. Gerne hört man den Spruch „Du würdest ja auch nicht arbeiten gehen ohne Bezahlung!“. Leckerlis sind also oftmals eine Art Gegenleistung für das Pferd. Richtig eingesetzt kann gewünschtes Verhalten gefestigt und neue Übungen erarbeitet werden.

Gründe gegen das Futterlob

Allerdings haben Leckerlis nicht nur Vorteile, sonst wären sie bei vielen nicht so verpönt. Manche Pferde werden geradezu übermotiviert und damit auch unkonzentriert, sobald sie ein Leckerli erwarten. Sie spulen hektisch alles ab, was ihnen gerade in den Sinn kommt, und hören ihrem Menschen dabei gar nicht mehr zu. Andere hingegen werden regelrecht aggressiv, fangen an zu schnappen oder fressen gleich die ganze Hand mit. Damit ist jeder positive Effekt von Futterlob hinüber und es wird für den Menschen schnell gefährlich. Das kann nicht der Sinn von Belohnung und Motivation sein!

Lesetipp: Mehr zur Diskussion rund ums Futterlob kannst du hier bei der Pferdeflüsterei lesen!

Höflichkeitstraining und andere Strategien

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um das Futterlob zu etwas Positivem für beide Seiten zu machen. Zum einen ein Höflichkeitstraining, was dem Pferd vermittelt, dass es nur zum gewünschten Ziel, dem Leckerli, kommt, wenn es dabei freundlich und vorsichtig bleibt. Außerdem kannst du das Problem umgehen, indem du das Leckerli nicht direkt aus der Hand gibst, sondern beispielsweise auf den Boden legst oder auf den Gegenstand, den dein Pferd gerade kennenlernt, wie zum Beispiel ein Podest oder eine Wippe.

Es macht oftmals auch einen großen Unterschied aus, mit was du tatsächlich belohnst. Am besten probierst du ein wenig aus, was dein Pferd am liebsten mag. Du solltest ein Leckerli wählen, das motiviert, das dein Pferd aber nicht vor Freude total überdrehen lässt.

Lesetipp: Mehr übers Loben und wie du dein Pferd mit dem richtigen Lob motivieren kannst, erfährst du in diesem ausführlichen Kultreiter-Beitrag!

Futterlob richtig eingesetzt

Wichtig beim Loben und damit auch beim Futterlob ist das perfekte Timing. Es gibt unterschiedliche Studien dazu, wie schnell ein Pferd die Belohnung erhalten muss, um sie noch mit dem gezeigten Verhalten verknüpfen zu können. In jedem Fall ist schneller immer besser, denn es geht nur um wenige Sekunden.

Lesetipp: Wie du den Zeitpunkt beim Loben findest erfährst du hier im Artikel von Tash-Horseexperience!

Pferdeleckerlis selber machen
Lina und ihr Ponywallach Faxe ©Lina Börner

Leckerlis sollten wohl dosiert eingesetzt werden und du solltest sie deinem Pferd nicht immer einfach mal zwischendurch zustecken. Sonst verlieren sie ihren Reiz für dein Pferd und motivieren irgendwann nicht mehr wirklich. Je nach Trainingsmethode benötigst du mehr oder weniger Futterlob. Beim Clickertraining beispielsweise ist oft eine hohe Futtergabe erfordert. Hierzu empfehlen sich dann besonders kleine und schnell zu schluckende Leckerlis, damit das Training nicht gestört wird und dein Pferd nicht zu viele Kalorien in einer Einheit zu sich nimmt.

Bei großer Leckerligabe sollte das auch immer in der Futterration berücksichtigt und entsprechend reduziert werden.

Bei der Auswahl der richtigen Leckerlis für dein Pferd kannst du zwischen fertig-gepressten Pferdeleckerlis oder Obst- bzw. Gemüsestücken wählen.

Doch wieso machen wir unsere Pferdeleckerlis nicht einfach selbst? Und das mit gesunden, auf das eigene Pferd abgestimmten Inhaltsstoffen und in der richtigen Größe für das eigene Training!

Pferdeleckerlis selber machen – Welche Zutaten dürfen rein?

Wenn du Pferdeleckerlis selber machen möchtest, solltest du dir genau überlegen, welche Zutaten du verwendest. Viele Rezepte enthalten leider hohe Mengen an Zucker oder zuckerähnlichen Stoffen wie Honig, Melasse, Sirup oder ähnliches. Das ist nicht nur für die Zähne deines Pferdes schädlich, sondern auch für das gesamte Verdauungssystem. Ebenso wird oft Weizenmehl verwendet, welches für Pferde aber durch die Klebeeiweiße sehr ungesund ist. In vielen gekauften Leckerlis stecken außerdem noch Konservierungsstoffe oder andere Zusatzstoffe!

Kräuter und Co. für die Gesundheit deines Pferdes

Besser sind dagegen natürliche Zutaten wie Kräuter und Gemüse. Auch eine kleine Menge Obst darf verwendet werden, kürzt allerdings meist die Haltbarkeit der selbstgemachten Pferdeleckerlis. Du kannst zudem Haferflocken untermischen, diese sind für Pferde gut bekömmlich, genauso wie Hirse, Amaranth oder andere Sämereien.

Kräuter können auch passend zu einem aktuellen Problem oder der Jahreszeit eingesetzt werden. Pfefferminze ist zum Beispiel gut für die Atemwege bei deinem Pferd und hilft bei Husten, während Brennnessel gut für eine Frühjahrskur ist. Auch Birkenblätter, Brombeerblätter, Spitzwegerich oder Löwenzahn kann gut in der Natur gesammelt werden und bietet eine gesunde Abwechslung in den selbstgemachten Pferdeleckerlis. Sie unterstützen nicht nur das Immunsystem deines Pferdes, sondern sorgen zum Beispiel auch für gesundes Fell und starke Hufe.

Ebenso kannst du aber auch getrocknete Kräuter verwenden. Du bekommt sie in vielen Tiergeschäften oder direkt in der Apotheke. Alternativ kannst du einfach einen Teebeutel aufschneiden und den Inhalt verwenden. Wichtig ist allerdings, dass alle Zutaten möglichst klein geschnitten werden, damit sich die Leckerlis gut verarbeiten lassen und richtig durchtrocknen.

Tipp: Richtig tolle Kräutermischungen bekommst du zum Beispiel bei der Pferdeflüsterei! Einmal eine praktische Mischung zum Weidestart, die den Stoffwechsel deines Pferdes anregt, und eine für die Magen-Darm-Flora, die das Verdauungssystem deines Pferde unterstützt.

Pferdeleckerlis selber machen
Gesunde Pferdeleckerlis ©Lina Börner

Pferdeleckerlis selber machen – das Basisrezept

Das Basisrezept für selbstgemachte, gesunde Pferdeleckerlis besteht hauptsächlich aus Haferflocken. Das sind hydrothermisch aufgeschlossene Haferkörner, welche fürs Pferd gut verdaulich sind. Dazu benötigst du noch etwas Flüssigkeit, wie zum Beispiel Tee oder ungezuckerten Karottensaft. Zusätzlich kannst du dann nach Belieben Kräuter oder andere Zutaten hinzu geben.

Du darfst nur so viel Flüssigkeit verwenden, dass ein ganz trockener Teig entsteht. Am besten lässt sich dieser mit deinen Händen verarbeiten, da die Haferflocken mit ein wenig Kneten zu einer gleichmäßigen Masse werden. Wenn der Teig zu klebrig ist, kannst du einfach noch weitere Haferflocken hinzugeben, und sollte er zu trocken sein, noch etwas Flüssigkeit.

Nun kannst du kleine Kugeln, Röllchen oder ähnliches formen und schiebst diese anschließend für mindestens eine Stunde bei 100°C in den Backofen. Danach müssen die Pferdeleckerlis noch einen Tag an der Luft richtig durchtrocknen bevor du sie an dein Pferd verfüttern kannst.

Rezepte-Tipp: Du möchtest deine Pferdeleckerlis selber machen? Dann findest du weitere gesunde Rezepte hier bei Nordfalben!

Pferdeleckerlis selber machen – Pferde-Cookies-Backmischungen

Noch einfacher geht es übrigens mit den fertigen Pferde-Cookies-Backmischungen von Nordfalben. Dort sind bereits alle Zutaten in einer Flasche enthalten und du musst nur noch Wasser hinzugeben – einfacher geht Pferdeleckerlis selber machen nicht! Auf Wunsch bekommst du die Backmischungen zusätzlich mit einem Förmchen, sodass du die Pferdeleckerlis zum Beispiel in Herzform backen kannst.

Tipp: Die Flaschen lassen sich zudem individuell personalisieren und sind somit auch eine tolle Geschenkidee für Pferdefreunde!

Pferdeleckerlis selber machen
Die perfekte Backmischung für Pferdeleckerlis ©Lina Börner

So bleiben deine selbstgemachten Pferdeleckerlis länger frisch

Du solltest deine selbstgemachten Pferdeleckerlis nach dem Durchtrocknen an der Luft möglichst kühl und dunkel lagern. Wenn sie keine Feuchtigkeit mehr enthalten, sind sie über eine Woche haltbar. Besonders wenn aber eine Restfeuchte, zum Beispiel durch verwendetes Obst oder ähnlichem, enthalten ist, solltest du die Pferdeleckerlis am besten innerhalb weniger Tage verfüttern.

Pferdeleckerlis selber machen ist ganz einfach und noch dazu gesund für dein Pferd!

Pferdeleckerlis selber machen ist gar nicht schwer und erfordert weniger Zutaten und Aufwand als du vielleicht denkst. Du kannst dir genau aussuchen, was in die Pferdeleckerlis reinkommt und wie groß diese sein sollen. Damit kannst du ganz individuell auf dein Pferd eingehen und sogar sein Immunsystem stärken. Außerdem fütterst du deinem Pferd so keine ungesunden Zutaten, wie sie häufig in anderen Leckerlis zu finden sind. Und das Beste: mit Liebe selbstgemachte Leckerlis schmecken dem Pferd bestimmt gleich doppelt so gut!

Hast du auch schonmal probiert Pferdeleckerlis selber zu machen und vielleicht ein tolles Rezept parat? Dann teile deine Erfahrungen mit anderen Kultreitern in den Kommentaren!
Mehr über Lina und ihren Blog Nordfalben:
Für Lina waren Pferde bereits seit ihrer Kindheit ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens und schon sehr früh fing sie an, Zubehör für Pferde selber herzustellen. Ob schöne Stricke, Halsringe, Bandagierunterlagen oder eben gesunde Pferdeleckerlis. Eine Übersicht ihrer Anleitungen zum Selbermachen findest du hier in ihrem Shop. Außerdem trainiert sie fleißig mit ihren beiden Pferden Merlin, ein hübscher Fjordwallach, und Faxe sowie ihrem Muli Trylle sowohl unterm Sattel als auch am Boden und gibt dazu tolle Tipps auf ihrem Blog Nordfalben.

 

Titelbild: www.depositphotos.com – korolOK

* Bildhinweis: Der Sinn und Einsatz von Sperriemen wird viel diskutiert. Zwar wird der Sperriemen auf diesem Bild nur leicht verschnallt und bedeutet keine allzu große Einschränkung fürs Pferd, dennoch spricht mehr gegen den Gebrauch von Sperriemen als für. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

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