Es wird viel und oft diskutiert, ob Bandagen und Gamaschen für Pferde sinnvoll sind oder nicht. Einige Pferdebesitzer haben keinerlei Beinschutz für ihr Pferd, während andere nicht ohne Gamaschen ins Gelände gehen. Und dann gibt es noch die Fraktion an Reitern, die ihr Pferd immer in den neusten Trend-Farben bandagieren. In diesem Beitrag gibt es daher Wissenswertes über das Thema Beinschutz bei Pferden samt Kritik und meinen eigenen Erfahrungen.

Wie sinnvoll sind Bandagen und Gamaschen für Pferde?

Wissenswertes und Kritik zum Thema Beinschutz bei Pferden

Die Diskussion

In der Reitwelt wird viel diskutiert, ob Pferde überhaupt Beinschutz benötigen und in wie weit ein solcher Beinschutz überhaupt schützen kann. Neben der Nutzung von Gamaschen für Pferde, wird auch das Einbandagieren hinterfragt. Und dabei geht es nicht nur um den Beinschutz beim Reiten: einige Pferde kommen auch mit Gamaschen auf die Weide oder werden gar mit Bandagen in die Box gestellt. Gegen diese Praxis wird oftmals ein sehr aussagekräftiges Argument gebracht:

Das Argument: Wildpferde haben auch keinen Beinschutz!

Unsere Pferde sind keine Wildpferde

Doch muss hier zwischen unseren Reit- und Sportpferden und den ursprünglichen Wildpferden unterschieden werden: unsere heutigen Pferde werden ganz anders beansprucht, laufen auf anderen Böden und noch viel wichtiger, mit zusätzlichem Gewicht auf dem Rücken. Durch den Reitsport muss ein Pferd also einer ganz anderen Belastung standhalten und dementsprechend ist der Vergleich zum Wildpferd nicht angebracht.

Die unterschiedlichen Schutzfunktionen

Gamaschen und Bandagen haben ganz unterschiedliche Funktionen, über die Du Dir bewusst sein solltest. Dabei wird vor allem zwischen Schlag- und Sehnenschutz unterschieden:

Schlagschutz

Schlagschutz soll das Bein und die Gelenke vor Schäden durch Gegenstände schützen, und mögliche Aufpralle abdämpfen. Bei Ausritten ins Gelände können das Äste oder größere Steine sein, aber auch auf dem Platz kommen Gamaschen und Streichkappen zum Einsatz wie z.B. im Springen. Zudem können Streichkappen und Gamaschen für Pferde hilfreich sein, die nicht korrekt laufen und sich selbst in die Beine treten. Denn gerade bei beschlagenen Pferden können hier größere Verletzungen entstehen. Bei Pferden, die dazu neigen, sich beim Laufen selbst vorne ins Fesselgelenk zu treten, werden entsprechend Hufglocken (Springglocken) verwendet.

Sehnenschutz

Zudem gibt es Beinschutz, der nicht vor äußeren Verletzungen schütz, sondern die Sehnen im inneren des Beines unterstützen soll. Allerdings wird hier hinterfragt, ob Bandagen tatsächlich in der Lage sind, Sehnen bei höheren Belastungen zu unterstützen und ihnen Last abzunehmen. Viele Wissenschaftler und Tierärzte sind sich heute einig, dass weder Bandagen noch Gamaschen das Bein und die Sehnen stützen können.

Probleme und Kritik

Neben den angeblich schützenden und unterstützenden Funktionen, können Gamaschen für Pferde sowie Bandagen auch erhebliche Schäden anrichten: von der Behinderung des Lymphsystems und Blutstauungen, über Druckschäden bis hin zu Bewegungsstörungen. Daher ist bei der Anwendung von Gamaschen, und insbesondere von Bandgen, große Vorsicht geboten!

Behinderung des Lymphsystems

Durch den Druck, der vor allem durch Bandagen ausgeübt wird, wird die Arbeit des Lymphsystems behindert und kann auf Dauer sogar chronisch geschädigt werden. Und noch schlimmer: das Gewebe bekommt durch den permanenten Druck nicht genügend Sauerstoff und kann sogar absterben! Vor allem beim Bandagieren über Nacht, und bei sogenannten Woll- und Stallbandagen können erhebliche Schäden entstehen. Zwar sieht man nach dem Anlegen von Bandagen einen optischen Effekt, nämlich dass das Bein dünner ist und Schwellungen zurück gegangen sind. Doch dies ist nur eine Folge dessen, dass sich in einem unter Druck komprimierten Gewebe keine Wassereinlagerung sammeln können. Die angeblich positive Wirkung ist dementsprechend nur Schein!

Achtung: Woll- und Stallbandagen haben keine positive Wirkung und können das Lymphsystem des Pferdes dauerhaft schädigen!

Kaum dämpfende Effekte

Nicht nur Bandagen, auch Gamaschen stehen in der Kritik. Auch wenn Gamaschen vor Verletzungen durch Steine oder Äste schützen können, sind sie nicht in der Lage, den Druck größerer Aufpralle zu dämpfen. Gamaschen bieten also keinen Schutz vor großen Schlägen und Prellungen. Entgegen gängiger Annahmen und wie bereits erwähnt, können Gamaschen in keiner Weise das Bein stützen!

Scheuerungen und Hautirritationen

Ein großes Problem bei Gamaschen für Pferde, aber auch bei Bandagen, ist zudem, dass oftmals Dreck zwischen die Gamaschen und das Bein kommt. Das können Sandkörner, aber auch kleinere Steinchen sein. Diese sorgen bei der Bewegung für Scheuerungen und können sogar zu schlimmeren Hautirritationen führen. Ein Eindringen von Dreck lässt sich beim Reiten kaum vermeiden, weshalb diese Gefahr bei der Nutzung von Gamaschen und Bandagen dauerhaft besteht.

Dauererwärmung

Ein weiteres Problem, das sowohl für Gamaschen als auch für Bandagen gilt, ist die Wärme, die sich unter ihnen entwickelt. Teilweise können die Beine des Pferdes so über 35 Grad warm werden, und eine solche Erwärmung kann Funktionsstörungen in den Sehnen auslösen. Daher gilt: nach dem Reiten sollten Gamaschen und Bandagen unbedingt ab gemacht werden! Auch Pferde, die anfangs aus Schutz beim Toben mit Gamaschen auf die Weide kommen, sollten diese nicht länger als 2 Stunden tragen.

Der Trend: Bandagen als Mode-Accessoire

Heutzutage ist es leider gang und gäbe, dass Pferde beim Reiten bandagiert werden. Dies ist wie ein Mode-Trend in der Reitwelt und aktuell sind vor allem knallige Farben wie pink beliebt unter Reitern und Pferdebesitzern. Wenn Du Dein Pferd aus Schönheitsgründen und eben nicht aus schützenden sowie unterstützenden Gründen bandagieren möchtest, solltest Du dies natürlich fachgerecht machen und die Bandagen korrekt anlegen. Ansonsten schadest Du Deinem Pferd wie oben geschildert, und das nur, weil es hübsch aussieht und gerade im Trend ist!

Video-Tipp: Hier ein Video, das zeigt und erklärt, wie Bandagen richtig angebracht werden sollten.

Meine Ansicht und Erfahrung

Die meisten Privatpferde, die ich in meinem Leben geritten bin, wurden weder bandagiert, noch haben sie Gamaschen angelegt bekommen. Allerdings konnte ich in diversen Ställen immer wieder beobachten, dass Pferde stets bandagiert wurden, oder sogar mit Bandagen in die Box und mit Gamaschen auf die Weide kamen. Auch die meisten Schulpferde, die ich zwischenzeitig immer wieder reite, um mich in der Dressur weiter zu bilden, tragen oftmals Gamaschen. Meiner Meinung nach ist das Anbringen von Gamaschen und Bandagen absolut nicht notwendig, und gerade in der Box und auf der Weide haben diese aus den oben genannten Gründen nichts zu suchen!

Gamaschen und Bandagen müssen nicht verwendet werden, und haben im Stall und auf der Weide nichts zu suchen!

Eine Frage des Pferdes

Allerdings gibt es wie so immer im Leben auch hier Ausnahmen. Es gibt Pferde, die aufgrund ihres Exteriors und ihrer Haltung dazu neigen, ihre eigenen Beine beim Laufen zu streifen. Andere Pferde wiederum gehen mit ihren Hinterhufen zu sehr nach vorne, und können sich so in die Ballen ihrer Vorderhufe treten. Hier sind Gamaschen, Streichkappen sowie Hufglocken sinnvoll, da sie Verletzungen tatsächlich vorbeugen können.

Gamaschen können vor äußeren Verletzungen und vor Verletzungen durch falsches Auftreten schützen.

Eigene Erfahrung

Mein eigenes Pferd gehörte zum Beispiel genau zu dieser Art Pferden, die sich gerne mal selbst treten und die Beine ständig aneinander reiben. Wie ein Model ein Bein vor das andere setzt, hat auch mein Pferd ein Vorderbein vor das andere gesetzt. Um möglichen Verletzungen durch diesen falschen Bewegungsablauf zu entgegnen, habe ich meinem Pferd stets Gamaschen beim Reiten angebracht.

Aber: auf Dauer sollten Gamaschen hier nicht die Lösung sein, sondern das Pferd sollte durch den Reiter korrigiert und die Hufe entsprechend gemacht werden.

Zudem ist mein Pferd einmal auf einem matschigen Reitplatz in einer tieferen, schlammigen Pfütze ausgerutscht, mit mir hingefallen und auch mit mir wieder aufgestanden. Dabei hat er sich aus Panik, und dadurch, dass es ihm mit meinem zusätzlichen Gewicht schwer viel sich auszubalancieren, selbst ins Vorderbein getreten. Zu dieser Zeit trug er noch keine Gamaschen und hat sich so eine Verletzung zugezogen, die sogar einen Tierarzt sowie 2 Wochen Heilung brauchte. Mit Gamaschen wäre das nicht passiert, und von da an hat mein Pferd beim Reiten immer Gamaschen draufbekommen.

Zu empfehlende Gamaschen für Pferde

Sofern es tatsächlich darum geht, das Bein des Pferdes vor äußeren Verletzungen zu schützen, kann ich Gamaschen und Streichkappen empfehlen, die entweder an der Innenseite oder noch besser komplett mit Neopren gepolstert sind und Klettverschluss nutzen. Allerdings werden Gamaschen bei einigen Anbietern fälschlicherweise als Sehnenschoner bezeichnet.

Hier eine kleine Auswahl:

Gamaschen-Set von Kerbel in Schwarz
Im Set enthalten: Gamaschen für die Vorder- & Streichkappen für die Hinterbeine
Weiche Neoprenpolsterung und Klettverschlüsse
Preis: ab 39,99 € bei Amazon

Sehnenschoner Amparo von HV CROWN*
Aus Kunststoff mit Neoprenehinterlegung
Vorhandenen Farben: Navy, Hellblau und Gelb
Preis: ab 59,95 € bei Equiva

Sehnenschoner und Streichkappe Eduardo von HV POLO*
Stabile Hartschale aus Thermoplastik
Vorhandenen Farben: Schwarz, Navy, Magenta, Cayenne, Dark Taupe
Preis: ab 54,95 € bei Equiva

HKM Springgamaschen Softopren für Vorderbeine
Atmungsaktiv sowie schmutzabweisend
In unterschiedlichen Farben und Größen erhältlich
Preis: ab 12,90 € bei Amazon

*Hinweis: Auch wenn der Name etwas anderes verspricht, können Gamaschen Sehnen nicht (unter)stützen! Mehr Infos dazu kannst Du hier lesen.

Fazit:

Weder Gamaschen noch Bandagen können die Beine des Pferdes stützen. Während Gamaschen vor äußeren Verletzungen und bei kleineren Schlägen schützen können, haben sie bei größeren Aufprallen keine dämpfende Wirkung. Bandagen hingegen bieten weder Schutz noch Stützung, und können bei falscher Anwendung sogar enorme, dauerhafte Schäden verursachen. Vom Bandagieren in der Box wird daher dringend abgeraten! Auch Gamaschen, die zu lange auf der Koppel getragen werden, können dem Pferd durch die enorme Wärmeentwicklung schaden!

Ob ein Pferd tatsächlich Gamaschen beim Reiten braucht, hängt vom Exterior und der Haltung des Pferdes ab. Bei einigen Pferden ist es durchaus sinnvoll, Gamaschen zum Schutz und zur Vorbeugung von Verletzungen anzubringen. Bandagen sehen allerdings nur gut aus, und bringen dem Pferd nichts!

Lesetipp: Auch Alessa hat sich Gedanken über den Mythos Gamaschen und Beinschutz gemacht!

Wie siehst Du das Thema Gamaschen für Pferde? Nutz Du selbst Beinschutz für Dein Pferd und was hältst Du von dem Trend, Pferde zu bandagieren?

Bild: www.depositphotos.com – murysia

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20 Kommentare

  1. Hi Line,

    ich finde den Artikel gut und mir gefällt, dass du auch die Verwendung kritisch betrachtest.

    Auch ich finde, dass es nicht immer „einfach am Pferd liegt“, wenn es sich in die Vorderbeine tritt.
    Hier kann es an der falschen Haltung des Reiters liegen (Pferd läuft Vorderläufig und nich Versammelt), Verspannung im Pferderücken, Druck durch schlechte Sattellage etc.! Da sind auch Gamaschen kein Allheilmittel.

    Weiter So!
    greetz Pascal

    • Hallo Pascal,
      danke Dir für Deinen Kommentar und das Lob! 🙂
      Du hast es nochmals gut auf den Punkt gebracht: viele Pferde stolpern vorne, eben weil sie nicht gut genug geritten werden, keine Last auf die Hinterhand nehmen und somit samt Reitergewicht erst recht vorne überfallen. Auch ich kannte eine Stute, die aufgrund mangelnder Reiterfahrung viel auf der Vorhand lief und stolperte. Als Lösung ritt man sie dann am langgelassenen Zügel und das Resultat war, dass sie danach noch mehr stolperte und falsch lief…und auch hier gilt: immer wenn etwas bei einem Pferd auffällig wird, sollte man sich zu allererst als Reiter hinterfragen!
      Danke nochmals und alles Liebe,
      Line / Kultreiter

  2. Hi,

    also ich finde den Beitrag sehr toll.
    Ich bin auch der Meinung, dass Bandagen sinnlos sind & auch negativ wirken kann.
    Bei Gamaschen bin ich noch ziemlich am rumgrübeln… ich wollte meinem Pony schon mal welche kaufen, weil ich anfangen will mehr Geländespringen …
    Dann hab ich’s aber doch gelassen, da ich Angst bekommen habe „Was ist wenn da ein Hitzestau entsteht oder zu viel reibung durch sand/kies,…. ? “

    Derzeit mach ich mal nen Hüpfer über nen kleinen Baumstumpf oder in der „Sandkiste“ so 1m hoch (höchstens bis 1,10, höher würde ich nie gehen)

    in den kommenden Sommerferien will ich aber schon mal nen Pacours springen und im Gelände über die 50 cm gehen, flotter unterwegs sein, stufen rauf/runter oder so… da hab ich schon angst dass da in der geschwindigkeit mal was passiert…

    Würd mich über Antworten freuen ob ich Gamaschen kaufen soll oder nicht!

    LG

    • Hallo liebe Alina,
      danke Dir! Es freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt 🙂
      Ich habe meinem Pferd letztendlich auch Gamaschen im Gelände, und wenn der Platz matschig war angelegt. Ich hatte zum Glück auch nie Probleme mit Hautirritationen, und habe die Beine vorm Reiten immer sehr sorgfältig geputzt, ebenso die Gamaschen vorm und dann auch wieder nach dem Reiten. Da Gamaschen meiner, und auch der gängigen Meinung nach vor kleineren Verletzungen schützen können, würde ich Dir empfehlen welche für Deine kommenden Pläne zu besorgen. Die meisten kosten auch nicht so viel und halten bei guter Pflege (wirklich immer nach dem Reiten säubern, nicht durch die Gegend werfen etc.) echt lange! Ich hatte teilweise welche, die 7 Jahre lang gehalten haben. Alternativ kannst Du auch in den meisten Second Hand Läden welche für rund 5,-€ bekommen. Wichtig ist nur, dass sie Deinem Pferd auch wirklich passen! Denn manche Größenangaben stimmen einfach nicht, es können manche kleiner oder größer ausfallen, und und und. Daher nutze nur welche, die auch wirklich passen! Zudem würde ich bei Deinen Vorhaben Gamaschen nehmen, die einen Rundumschutz bieten, also eine komplette Umhüllung innen, hinten und außen am Vorderbein. Do solltest nach den ersten Ritten einfach mal schauen, ob sich Dreck oder Sand absetzt, und wenn es tatsächlich bei Euch so sein sollte, solltest Du besser auf Gamaschen verzichten. Achte einfach auf Dein Pferd, es wird Dir schon zeigen, wenn ihm die Gamaschen nicht gut tun 🙂
      Alles Liebe und viel Spaß bei den Ritten im Sommer!
      Line / Kultreiter

  3. Hallo,Dein Artikel ist super!Sinn und Unsinn sind treffend dargestellt,auch wenn die Hersteller es nicht gerne lesen!Noch nie habe ich ein Pferdebein bandagiert o.ä.Just for fun–ja,aber nicht aus sonstigen Gründen.Es sei denn:Rivanol-Angußverband.Wenn das Gangwerk eines Vierbeiners Probleme macht,sollte der Reiter es von der sportlich-gesundheitlichen Seite her in Ordnung zu bringen versuchen,fremde Hilfe nicht ausgeschlossen.

    • Danke Dir liebe Freya! 🙂
      Genau wie Pascal hast auch Du vollkommen Recht! Wenn bei den Beinen eines Pferdes etwas nicht stimmt, oder es nicht korrekt läuft und daher Verletzungsgefahr besteht, muss an der Ursache, und eben nicht an den Symptomen gearbeitet werden. Gamaschen helfen da auf Dauer nicht, und Bandagen bei angeschwollenen Beinen erst recht nicht! Das Pferd muss immer ganzheitlich betrachtet werden, und oftmals bedeutet das auch, die Haltungsart und die Fütterung sowie den Reiter und sein Können zu betrachten!
      Danke und alles Liebe,
      Line / Kultreiter

  4. Ich hätte jetzt lange Zeit ein Pflegepferd (jetzt bekomm ich ein eigenes) und hatte für sie sowohl Gamaschen für vorne als auch Fleecebandagen für alle vier Beine.
    Ich hatte die erst ein paar Mal am Pferd als bei mir in der Gegend von einer wirklich hochangesehenen Reitschuleein Kurs angeboten würde fürs Richtige anlegen von Gamaschen und Bandagen, den hab ich natürlich besucht und festgestellt das ich trotzdem beim anlegen von beiden bisher immer wieder Fehler gemacht hab (seitdem gottsseidank nimmer).
    Ich habe bei meinem Pflegepferd auch nur diese Entscheidung gemacht weil sie sehr schwach teilweise gelaufen ist und auch wenn es in diesem Artikel heißt sie Stützen nicht hatte ich doch immer des Gefühl das es hilft.

    Trotzdem ist es jedem selbst überlassen ob und was er sich als Beinschutz kauft, aber nicht das allergünstigste nehmen.

    • Hi Steffi,
      hast Du mittlerweile Dein eigenes Pferd? 🙂
      Ich finde nicht, dass das Thema Beinschutz jedem selbst überlassen ist, wenn es dem Pferd schaden kann. Gamaschen können durchaus sinnvoll sein, Bandagen haben allerdings keinerlei Funktion. Wenn ein Pferd schwach läuft, dann hilft nur das richtige Training, oder es gibt eine andere Ursache. Mit dem Anlegen von Bandagen lässt sich das aber nicht beheben! Und genau das Bewusstsein möchte ich mit diesem Beitrag fördern 🙂
      Alles Liebe,
      Line / Kultreiter

  5. Hallo,
    Mich würde sehr interessieren, auf welche Studien sich ihre Thesen beziehen.
    Mir erschließt sich nicht, weshalb Bandagen keine Schutzfunktion zukommen sollte, da sie, genauso wie Gamaschen, das Bein vor Abschürfungen und Ähnlichem, schützen.
    Mfg

    • Hi Petrus,
      Bandagen mögen vielleicht vor kleineren Abschürfungen schützen, sie können den Druck auf das Bein aber nicht abfedern. Mehr dazu kannst Du hier im vorletzten Absatz lesen: http://www.bayernspferde.de/bandagen-gamaschen
      Meiner Meinung nach sind die Risiken, die Bandagen mit sich bringen (zu mal viele ihr Pferd schlichtweg falsch bandagieren) einfach zu hoch, als dass ich sie einem Pferd anlegen würde. Gamaschen machen da ein wenig mehr Sinn.
      Alles Liebe,
      Line / Kultreiter

  6. Hallo Line,
    ein toller Beitrag der endlich mal mit einigen Gerüchten aufräumt. Ich stimme dir in allen Punkten zu, bis auf einen 😀
    Bandagen sehe ich nicht als grundsätzlich sinnlos. Ich habe 2 Ponys, bei denen Gamaschen ein sehr schwieriges Thema sind. Der Fjordwallach hat 2 Überbeine und Gamaschen scheuern dort gerne mal, das Minishetty bräuchte Gamaschen mit maximal 2cm Höhe, das gibt es leider nicht zu kaufen. Beide streifen aber bei der Platzarbeit gerne mal und ziehen sich dabei Schürfwunden-ähnliche Verletzungen zu und treten auch sehr weit unter, weswegen ich dann auf Bandagen mit guten Unterlagen und Hufglocken zurück greife. Korrekt bandagiert sind sie für die halbe Stunde Training am Tag ein vernünftiger Kompromiss in meinen Augen. An sehr warmen Tagen verzichten wir auf Arbeit, die Beinschutz erfordern würde =)
    Viele Grüße
    Lina

    • Hi Lina,
      danke für Dein Lob und Deine Ansicht! 🙂
      Ich habe Bandagen ehrlich gesagt nie als Schutz vor Verletzungen gesehen, sondern immer nur als Hilfsmittel, um das Bein und die Sehnen zu (unter)stützen. So wie Du es schilderst, mag es durchaus Sinn machen und es ist absolut verständlich, dass Du dann lieber auf Bandagen zurückgreifst als unpassende Gamaschen zu verwenden. Aber genau um diese Verantwortung geht es mir auch: zu wissen, was braucht mein Pferd wirklich, und wie kann ich am besten helfen. Wenn Bandagen korrekt angebracht sind, und nicht zu lange verwendet werden, spricht auch nichts gegen sie. Mir ist es wichtig, dass Reiter endlich wissen, dass weder Bandagen noch Gamaschen die Sehnen eines Pferdes ernsthaft unterstützen können, und dass das Bandagieren über Nacht in der Box oder beim Koppelgang keine Hilfe, sondern vielmehr schädlich ist!
      Alles Liebe und Danke 🙂
      Line / Kultreiter

  7. Hey, ich finde deinen Bericht sehr gut und stimme auch in vielen Angelegenheiten mit deiner Meinung über ein, allerdings denke ich nicht das Bandagen „nur gut aussehen und dem Pferd garnichts bringen!“ Ich habe zum Beispiel ein pony das aufgrund seiner Gallen an den Vorderbeine keine Gamaschen tragen darf, da diese auf die Gallen drücken würden. Allerdings hat er vorne Eisen drauf (die er auch braucht!) und tritt sich so manchmal auch in das andere Vorderbeine (wenn er sich erschreckt und wegspringt was leider noch sehr oft vorkommt), deshalb bandagiere ich IMMER zum reiten da Bandagen, meiner Meinung nach, genau so gut vor solchen Verletzungen schützen wie Gamaschen! Ich habe allerdings auch immer Unterlagen drunter und mache die Bandagen sofort nach dem reiten ab 😉

    • Hi Lena,
      wie ich schon geschrieben habe, sehe ich Bandagen einfach nicht als Schutz vor äußeren Verletzungen. So wie Du es beschreibst, können sie mit Unterlagen wohl gegen Verletzungen helfen, oder diese zumindest mindern, wobei ich dafür immer auf Gamaschen zurückgreifen würde. Da es bei Dir und Deinem Pony aber nicht geht, finde ich es toll, dass Du eine Alternative gefunden hast und Dich auch so gut kümmerst! 🙂 Bei manchen Pferden mag es Sinn machen zu bandagieren, doch bei den meisten, die ich so sehe, gibt es schlichtweg keinen Grund für Bandagen. Und da ist es für mich dann eine Art „Modetrend“, der bei falscher Anwendung leider mehr schaden kann, als Gutes zu tun!
      Alles Liebe und Danke für Deine Geschichte,
      Line / Kultreiter

  8. Hallo,

    zu aller erst. Du hast einen Rechtschreibfehler: „Ohne Gamaschen wäre das nicht passiert, und von da an hat mein Pferd beim Reiten immer Gamaschen draufbekommen. “ => Sollte natürlich „Mit“ heißen.

    Ich hab beim Training immer Schutz dran. Es kann einfach zu schnell was passieren. Für die Weide finde ich es nicht angebracht. Da kriegt meiner nichts dran.

    • Hi Carina,

      Ui – das war natürlich das völlig falsche Wort! Danke für den Hinweis! 😉

      Nutz Du denn Gamaschen oder Bandagen? Wie geschrieben, können Gamaschen durchaus Sinn machen. Von Bandagen halte ich allerdings nicht viel…

      Alles Liebe!

      Line / Kultreiter

  9. Hallo☺️ Bei uns im Stall verwenden fast alle (Fesselkopf) gamaschen und Hufglocken.. Da fast alle Reining reiten und das Pferd sich bei Stops gerne mal vorne in die Ballen tritt und bei spins auch manchmal die eigenen Beine streift???? Vondaher finde ich Gamschen+Glocken im Bereich Reining sehr sinvoll ☺️

  10. Vielen Dank für diesen Beitrag, ich finde das Thema immer wieder spannend und es beschäftigt mich momentan ziemlich. Mein Pony muss aufgrund einer Beinkrankheit jetzt dauerhaft Bandagen mit dicken Unterlagen tragen und so folgt bei falscher Handhabe schnell ein Problem auf das andere. Ich habe viel mit Tierärzten gesprochen, wie wir es am sinnvollsten machen können, dass sie nicht dauerhaft bandagiert werden muss und so andere Probleme weg bleiben, aber wir gleichzeitig genug bandagieren, damit die eigentliche Krankheit weggeht – gar nicht so leicht!

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